Donnersbergkreis Rennstrecke und spezielle Hilfspakete

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Die „Promille-Polizei“ hatte an der Dielkircher Kerwe an diesem Wochenende etliche Überstunden gemacht. Die „Promille-Polizei“, das waren die Kerwemäd und -borsch. Diese hatten denn auch ein hochprozentiges Motto mit klarer Aufforderung: „Wer sich an unsrer Kerb ned dut abschieße, den dun mir ins Gefängnis inschließe“. Das Gefängnis war denn auch beim Umzug dabei. Dort gab es einige interessante Nummern zu sehen. Und in der Kerwerede drehte es sich auch um Recht und Ordnung.

Schon vor dem Umzug hatte die Dielkirchener Feuerwehr einiges zu tun. Denn bei dem sonnigen Wetter hatte waren viele Motorrad- und Cabriofahrer auf der Bundesstraße 48 unterwegs. Und diese sollte ja eigentlich für die Zeit des Zuges gesperrt werden. Akzeptieren wollten das einige Verkehrsteilnehmer aber nicht. Und so setzte sich der Tross erst mit einer halbstündigen Verzögerung in Bewegung. Angeführt wurde der Umzug eben von den Kerweborsch mit ihrem Gefängnis. Besorgt zeigten sich die Steingrubener: In drei Jahren feiert Dielkirchen seinen 1150. Geburtstag. Damit es ihnen „ned so geht wie beim Berliner Flughafe oder de Nürnburgring-Achterbahn fange mir jetzt schon mit de Planung an“. Ein weiteres großes Thema war die Griechenland-Krise: Während sich die einen fragen, wo unsere Euros hin sind, erhoffen sich die Schlepperfreunde Alsenz ein griechisches Hilfspaket für Dielkirchen. Außerdem demonstrierten die Dielkircher, wie sportlich es bei ihnen zu geht: neben dem Fußballverein und den Damenturnerinnen waren auch die „Turn-Kids“ dabei. Die Ex-Kerweborsch konnten und wollten sich noch nicht zur Ruhe setzen: mit ihrer ersten mobilen Bar trugen sie ihren Teil dazu bei, dass die Regeln der amtierenden Kerweborsch auch eingehalten wurden. Trotzdem wollte der eine oder andere nicht beherzt zulangen – schließlich gibt es da ja noch die richtigen Gesetzeshüter, deren Vorschriften man ja auch nicht umgehen kann. Wobei sich in Dielkirchen niemand zwischen trinken und fahren entscheiden musste: Dort gab es nämlich die „Bit Airline“. Und die streikt nie. Die Reise mit dem Schlepper durchs Alsenztal ist zwar deutlich angenehmer, ausschlaggebend sind jedoch die fast paradiesischen Arbeitsbedingungen: statt Tomatensaft gibt es hier Gerstensaft – auch für den Pilot. Auch außerhalb des Kerweumzugs kümmerten sich die Kerweborsch in besonderer Weise um Recht und Ordnung. In der Kerwerede drehte es sich beispielsweise um das leibliche Wohl ihrer Gemeinde. Neben Geschichten aus dem Dorfalltag gab es auch ein ernstes Thema: die „Rennstrecke“ von Dielkirchen nach Rockenhausen. Dort komme es nicht selten vor, dass Fahrer übermütig werden und sich wie auf dem Nürburgring fühlen. „Die gefährlichst Kurv is schun mit rot-weiße Pfeile beschildert, net umsonst wurd die Streck vor einige Johre uff 70 gemildert. Die Rennstreck losst sich zwar bestens üwwerblicke, trotzdem musst mer schon e paar an Ort un Stell zusammeflicke.“ Die Kerwebosch hatten nicht nur ernste Themen angeschlagen, sondern auch einige lustige Geschichten aus dem vergangenen Jahr auf Lager. Wie ein Arbeitseinsatz, bei dem auf einem Grundstück in Steingruben Tannen und Büsche zurückgeschnitten werden sollten. Mit dem Gedanken, niemand solle sich über den angefallenen Müll beschweren, verbrannten die Arbeitswütigen die Tannen. Obwohl die Dielkircher Feuerwehr darüber informiert war, wurden die Brandbekämpfer alarmiert. Die Folge: „Die Sirene in Bayerfeld un Katzebach warn noch net richtig angeloff, do hun sich die drei Wehre schun am Insatzort getroff.“ Nach dem Kerweausgraben am Freitag lud der Sportverein am Samstag zum Kerwetanz mit der Partyband Magic. Am Sonntag folgten dann Umzug und Kerweredd. Abschluss der Dielkircher Kerwe war dann der Frühschoppen mit Pfälzer Spezialitäten. Kurzum: Für Verstöße gegen das Kerwegesetz blieb nur wenig Zeit. (fisi)

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