Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Realschule plus: Hälfte der Schüler bereits mit iPads ausgestattet

Seit 2022 gibt es an der Realschule plus in Rockenhausen iPad-Klassen. Staatssekretärin Bettina Brück (Zweite von rechts) zeigte
Seit 2022 gibt es an der Realschule plus in Rockenhausen iPad-Klassen. Staatssekretärin Bettina Brück (Zweite von rechts) zeigte sich sehr interessiert an dieser neuen Lehrmethode.

Fit fürs Leben will die Realschule plus in Rockenhausen ihre Schüler machen. Dabei spielt die Digitale Bildung eine große Rolle. Unterricht mit iPads ist bereits an der Tagesordnung.

Rund 50 Prozent der rund 230 Schüler an der Realschule plus in Rockenhausen sind bereits mit iPads ausgestattet. „Wir haben uns vor vier, fünf Jahren auf den Weg gemacht, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts proaktiv zu begegnen – auch wenn wir die Zukunft nicht kennen“, erzählt Schulleiter Harald Scheve. So wurde das Leitbild „Schüler fit fürs Leben machen“ entworfen. Passend dazu kam das Projekt Schule der Zukunft, bei dem die Realschule plus als Pilot dabei war.

Die Schwerpunkte liegen dabei auf Berufsorientierung, Sport und Digitaler Bildung. Als erste Schule im Kreis wurden in Rockenhausen iPad-Klassen eingeführt, die ihren Unterricht fast nur noch digital über die Tablets gestalten. Über den Digitalpakt hat die Schule 90 eigene Geräte bekommen. Seit diesem Jahr werden nun die fünften Klassen mit Leihgeräten ausgestattet. Ab der Klasse 6 oder 7 können die Schüler dann eigene Geräte mitbringen oder sich eines für zehn Euro im Monat leihen. Nach vier Jahren geht das iPad dann in den eigenen Besitz über.

iPads als gängiges Arbeitsmittel

Die Schule verspricht sich davon viele Vorteile, von einem leichteren Ranzen und dem ständigen Zugriff auf alle Materialien bis zu geringeren Kosten, da die Schulbücher nur noch digital ausgeliehen werden müssen. Hinzu kommen die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel über Lern-Apps, die sich am Wissensstand des Nutzers orientieren und gezielt die Schwächen so lange trainieren, bis es verstanden wurde. In den Schulbüchern kann auch digital markiert und unterstrichen werden, die Heftapp „Goodnotes“ wird den Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt zum Schreiben.

Die Vorteile merke man auch im Unterricht, berichtet Thomas Halfmann, stellvertretender Schulleiter, und zwar nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Kollegen. Viele seien am Anfang skeptisch gewesen, würden inzwischen aber auch immer mehr die iPads als gängiges Arbeitsmittel verwenden. Natürlich sei das kein Muss, sagt Halfmann. Es gebe immer Alternative beziehungsweise auch Leihgeräte, die für rein digitale Arbeiten genutzt werden können. Trotzdem ist das Ziel der Realschule plus, dass bis 2025 alle Schüler mit iPads arbeiten.

Realschule plus Rockenhausen als Leuchtturm

Die Tablets werden ins Schulnetz eingebunden. Zum einen, damit gewisse Apps kostenfrei auf die Geräte geladen werden können, zum anderen auch, um eine gewisse Kontrolle zu haben. Apps wie TikTok haben auf einem Schul-iPad nämlich eher nichts zu suchen, so Halfmann. Die Ausrede mit „mein iPad ist leer, deswegen kann ich nicht arbeiten oder die Hausaufgaben zeigen“, zählt übrigens auch nicht. In der Schule gebe es genügend Ladegeräte.

Die jüngste aller Schulformen in Rheinland-Pfalz beschäftigt auch die Politik. Im Rahmen der „Wochen der Realschule plus“ war deswegen Staatssekretärin Bettina Brück in Rockenhausen zu Gast und schaute sich die Schule an. „Wir müssen neue individuelle Wege gehen, um Schüler fit für das 21. Jahrhundert zu machen“, sagte sie. Keine andere Schulform habe dabei solch einen praxisorientierten Berufsorientierungsschwerpunkt wie die Realschulen plus. „Da müssen wir nun Leuchttürme vorstellen – und da gehört die Realschule plus in Rockenhausen sicherlich dazu.“

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