Bockenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Preis der Emichsburg geht an Douglas Madenford

Douglas Madenford
Douglas Madenford

Der Preis der Emichsburg wird jedes Jahr für besondere Dienste um die Mundart vergeben. An diesem Sonntag wird er erneut verliehen – er geht in die USA.

Der Preis geht in diesem Jahr an Douglas Madenford. Madenford habe sich besondere Verdienste um den Erhalt der pennsylvanisch-deutschen Mundart in den USA erworben, begründen die Gemeinde Bockenheim und der Förderkreis Mundart die Vergabe. Madenford sei auf einem Bauernhof in Berks County aufgewachsen, mit Eltern und Großeltern, die noch pennsylvanisch-deutsche Mundart beherrschten und im bäuerlichen Alltag auch sprachen. „Er ist deshalb einer von wenigen in seiner Generation – außerhalb der Gruppe der Amish und konservativen Mennoniten –, die die Mundart noch sprechen“, informieren die Bockenheimer über ihren Preisträger. Madenford kenne als Deutschlehrer einer High School die amerikanische und deutsche Kultur gleichermaßen und habe in den vergangenen Jahren auch die Pfalz kennengelernt, die viele seiner Vorfahren im 18. Jahrhundert in Richtung Pennsylvania verlassen hatten. Der eine oder andere mag „Doug“, wie er in Bockenheim genannt wird, auch aus dem Film „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“ (2019) kennen. In der erfolgreichen Doku, die auf Platz 37 der deutschen Kino-Charts landete, war er der Protagonist. Bald wird man ihn wohl wieder auf der großen Leinwand bewundern können, ein zweiter Teil von „Hiwwe wie Driwwe“ sei in Arbeit.

Die Laudatio wird Michael Werner halten. Der Sprachwissenschaftler, Publizist und Musiker aus Ober-Olm bei Mainz ist unter anderem Gründer und Herausgeber der pennsylvanisch-deutschen Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“, die in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag feiert. Musikalisch umrahmt wird das Ganze ab 14.30 Uhr von den Woifeschdkänisch, die Hits aus 70 Jahren Charts im Gepäck haben, die sie aber natürlich mundartgerecht überarbeitet haben.

Danach geht die Veranstaltung in einen deutsch-pennsylvanischen Tag über, ein gemeinsames Event des Förderkreises Mundart und des Deutsch-pennsylvanischen Arbeitskreises. Filmemacher Benjamin Wagner wird zu den Dreharbeiten zu „Hiwwe wie Driwwe“ referieren, Madenford einen Vortrag zu deutsch-pennsyvanischer Mundart halten . Walter Sauer wird geehrt, Erich Mace sorgt für Musik.

Übrigens: Einen Mundartgottesdienst wird es in diesem Jahr ausnahmsweise nicht geben, da parallel eine Taufe stattfindet.

TERMIN

Verleihung des Preises der Emichsburg am Sonntag, 21. August, ab 11 Uhr in der Bockenheimer Klosterschaffnerei (Weinlaube neben dem Haus der Deutschen Weinstraße).

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