Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Politik, Projekte, Perspektiven: So war der Neujahrsempfang des Kreises

Der Neujahrsempfang des Kreises fand am Samstag im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg statt.
Der Neujahrsempfang des Kreises fand am Samstag im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg statt.

Beim Neujahrsempfang des Kreises rief Landrat Rainer Guth zur Verteidigung der Demokratie auf, lobte erfolgreiche Projekte und verkündete eine langersehnte Nachricht.

Gut gefüllt war das Evangelische Gemeindehaus in Eisenberg am Samstag beim Neujahrsempfang des Donnersbergkreises. Im Mittelpunkt stand die Rede von Landrat Rainer Guth, der angesichts der politischen Lage im Kreis, im Land und in der Welt eindringlich warnte: Ein Abdriften in extreme Positionen müsse verhindert werden. „Für etwas zu sein, ist durchsetzungsfähiger, positiver und mehrheitsfähiger als gegen etwas zu sein“, sagte Guth unter großem Beifall. Es gehe auch darum, das Gespräch mit denen zu suchen, die Fake News und Halbwahrheiten übernommen hätten, um sie zur Umkehr zu bewegen. Neben den mahnenden Worten fand Guth auch viele lobende: Er würdigte Institutionen im Kreis, engagierte Mitarbeiter der Verwaltung sowie Vereine und Bürger, die den Zusammenhalt stärken.

Ein zentrales Thema war die ärztliche Versorgung. Dank des Vereins „Ärzte für die Westpfalz“, dessen Vorsitzender Guth ist, erhielten Stipendiaten für ein Medizinstudium in Ungarn Unterstützung. Man befinde sich bereits in der vierten Bewerbungsrunde. Die erste Gruppe habe das Physikum bestanden. Weitere 40 Studenten seien derzeit über die „Medical School Kaiserslautern“ an der Universität Budapest eingeschrieben. Die Ausschreibung für das Wintersemester laufe. Guth nannte die Initiative ein „Leuchtturm-Projekt für die gesamte Westpfalz“.

„Die Rettung kommt aus Rockenhausen“

Weit fortgeschritten seien die Arbeiten an der Luftrettungsstation des ADAC in Dörnbach. Der Hubschrauber Christoph 66 sei „ein unverzichtbarer Bestandteil der Notfallversorgung in der Westpfalz und weit darüber hinaus“. Bald werde es heißen: „Die Rettung kommt aus Rockenhausen.“

Bei einem solchen Begrüßungskomitee bleiben keine Wünsche offen. Schornsteinfeger Rüdiger Zelt, Michael Borner und Thomas Müller
Bei einem solchen Begrüßungskomitee bleiben keine Wünsche offen. Schornsteinfeger Rüdiger Zelt, Michael Borner und Thomas Müller.
Landrat Rainer Guth und Ehefrau Sina begrüßten die Gäste mit Handschlag.
Landrat Rainer Guth und Ehefrau Sina begrüßten die Gäste mit Handschlag.
Der Eisenberger Stadtbürgermeister Peter Funck begrüßte als Hausherr die Gäste.
Der Eisenberger Stadtbürgermeister Peter Funck begrüßte als Hausherr die Gäste.
Die 17-jährige Schülerin Merle Hamburger.
Die 17-jährige Schülerin Merle Hamburger.
Die »Crazy Jumpers« der TSG Eisenberg.
Die „Crazy Jumpers“ der TSG Eisenberg.
Landrat Rainer Guth.
Landrat Rainer Guth.

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Im Bereich Wirtschaft sprach Guth von Herausforderungen – besonders im Automotive-Sektor, wo schon viele Arbeitsplätze verloren gingen. Chancen sehe er in neuen Industriegebieten in Winnweiler und Langmeil, deren Erschließung laufe, sowie in einer interkommunalen Zusammenarbeit im Nordosten des Kreises zwischen der Stadt Kirchheimbolanden und den Ortsgemeinden Morschheim, Bischheim und Bolanden. „Perspektivisch erhalten wir dadurch hunderte neue Arbeitsplätze.“

Beim Thema Tourismus kündigte Guth den Aufbau einer tragfähigen Organisation in Kooperation mit der Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Touristik an. Einige Projekte stünden vor dem Abschluss. Er lobte den Mountainbike-Verein Donnersberg aus Sippersfeld, der „hervorragende Jugendarbeit“ leiste, Trails unterhalte und „Leute in den Kreis bringt, die noch nie hier waren“.

Der Höhepunkt kommt zum Schluss

Ein lange erwartetes Highlight hob Guth sich bis zum Schluss auf: Ab Mai werde die Zellertalbahn wieder fahren. Die Landesregierung habe eine zweijährige Postensicherung für den touristischen Verkehr ermöglicht, das grüne Licht aus Mainz sei vor zwei Tagen per E-Mail gekommen. Den Erfolg verglich Guth augenzwinkernd mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze am 9. November 1989. „Wir warten auf diese Mail seit weit über einem Jahr und geben nun alles, dass die Vorarbeiten bis Mai abgeschlossen werden.“

Zum Schluss appellierte Guth, im März bei der Landtagswahl wählen zu gehen: „Ich wünsche mir eine Wahlbeteiligung von über 80 Prozent. Verteidigen Sie unsere freiheitliche Demokratie. Scheuen Sie sich nicht, wankelmütige Mitbürger auf dem Weg in die demokratische Mitte mitzunehmen. Hinterfragen Sie allzu einfache Lösungen, denn die gibt es in der Regel nicht.“

Das von Pressesprecher Lutz Schowalter moderierte Programm wurde mit einem Grußwort des Eisenberger Stadtbürgermeisters Peter Funck eröffnet. Musikalisch umrahmte die 17-jährige Merle Hamburger am Klavier den Empfang, die „Crazy Jumpers“ der TSG Eisenberg sorgten mit einer Tanzvorführung für Applaus. Für die Bewirtung waren die Eisenberger Hexen im Einsatz.

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