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Hier ist Frusttoleranz angesagt
Hier ist Frusttoleranz angesagt

Pandemie: Frusttoleranz gefragt

So kanns gehen. Kurz lächelt die Farbe Grün auf der Corona-Ampel, und nur wenige Tage später ist sie schon wieder dunkelrot. Ein lokaler Ausbruch – diesmal hat es die VG Göllheim getroffen, vor kurzem noch ganz frei von Corona – hat zuletzt genügt, den ohnehin vorhandenen Trend durchbrechen zu lassen. Und alles steht wieder auf Anfang. Das Verkünden neuerlicher Einschränkungen (siehe Lokalseite 1) folgte gestern auf dem Fuß. Keine gute Woche in der endlosen Pandemiegeschichte, nachdem die Impfunterbrechung beim Astrazeneca-Serum auch die andere Front geschwächt hat. Corona scheint allem, was ihm Einhalt gebieten soll, immer eine Nasenlänge voraus zu sein.

Immerhin: Die Pandemie hat ja tatsächlich nebenbei auch Gutes bewirkt, wie diese Woche zu erfahren war. Deutschland hat die Klimaziele erreicht. Und die Polizeibilanzen, die für den Ostkreis jetzt vorliegen, lassen erkennen: Es gab viel weniger Unfälle, da weniger Verkehr, und die Anzahl der Körperverletzungen ist gesunken – mangels Volksfesten, die dazu mitunter Anlass und Gelegenheit bieten. Dass auch die Wohnungseinbrüche 2020 so selten waren wie seit vielen Jahren nicht, mag der Pandemie geschuldet sein. Man ist ja viel mehr zu Hause. Und vielleicht scheuen ja auch die Einbrecher das Ansteckungsrisiko im fremden Geläuf.

Alles nett und erfreulich. Aber ein echter Trost im grauen Corona-Alltag – der ja schon wieder nach nahendem Lockdown müffelt und beim Blick auf die von der Pandemie unmittelbar Betroffenen bedrückt – ist das eher nicht, das ist eher ein Trost der abstrakten Art. Den Betroffenen alle guten Wünsche und dem Rest weiter Gelassenheit und – viel Frusttoleranz.

Wahlen: Stille statt Getöse

Gewählt wurde ja auch in diesen Tagen. Und das nicht minder pandemietangiert. Maskenaffären. Impfeklat – manches Stichwort aus dem politischen Umgang mit dem Thema setzte noch Duftmarken. Doch die Wahlkampfzeit unter Corona-Vorzeichen wird sicher als die seltsamste in Erinnerung bleiben, die man im Donnesberger Land je erlebt hat. So gut wie keine Info-Stände oder Hausbesuche, schon gar keine großen Bierzeltauftritte – ohnehin nicht mehr in Mode – oder gar Visiten von Politprominenz. Stille statt Getöse. Internet- und Briefkastenwahlkampf. Und im Briefkasten landete ja auch der größte Teil der Stimmzettel. Fremdartig – aber sehr viel entspannter, weniger verbissen. Daran könnte man sich durchaus gewöhnen.

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