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Der Umbau des ehemaligen Wasserschlosses hat 2000 begonnen – im Jahr darauf wurde das Rockenhausener Schlosshotel eingeweiht.
Der Umbau des ehemaligen Wasserschlosses hat 2000 begonnen – im Jahr darauf wurde das Rockenhausener Schlosshotel eingeweiht.

Das im 13. Jahrhundert erbaute, in den 90er Jahren vom Zerfall bedrohte Wasserschloss ist um die Jahrtausendwende von einer eigens gegründeten GmbH & Co. KG mit Hilfe von Landeszuschüssen und privaten Anteilseignern für rund 4,5 Millionen D-Mark zum Hotel-Restaurant umgebaut worden. 2001 wurde das Haus eingeweiht. Die Gesellschaft erhielt für 50 Jahre das Nutzungsrecht für Gebäude und Grundstück; Eigentümerin blieb aber die Stadt.

Diese übernahm zehn Jahre später den Betrieb des Hauses von der insolvenzbedrohten GmbH. Grund für deren Aus: Der jährliche Zins- und Schuldendienst überstieg die Pachteinnahmen beträchtlich. Bei einer Insolvenz der Gesellschaft hätte die Stadt die von ihr geleistete Bürgschaft in Höhe von 1,7 Millionen Euro abschreiben können. Doch das grundlegende Problem besteht auch nach den Pächterwechseln von Christian Rubel zu Waldtraut Tullius und Gerhard Roth (2013) sowie zu Prima Hotels (2020) bis heute: Zwischen Pachteinnahmen einerseits, Zins- und Schuldendienst andererseits klafft eine Lücke. Mit anderen Worten: Das Minus ist dem Begleichen der Altlasten, nicht dem laufenden Betrieb geschuldet. Dessen Erfolg hat aber Einfluss auf den Fehlbetrag: Denn die Pacht ist an den Umsatz gekoppelt – steigt dieser, fließt auch mehr Geld ins Stadtsäckel. Doch das Haus hat sich auch weiterhin nicht wie erhofft entwickelt: Vor der Pandemie betrug das jährliche Minus im Durchschnitt 75.000 Euro.

Prima Hotels stellt Pachtzahlungen ein

Unter der Regie von Prima Hotels ging es weiter bergab: Die sächsische Kette stieg im Oktober 2020 ein; coronabedingt lief der Betrieb jedoch von Beginn an nur sehr eingeschränkt. Im Frühjahr 2022 kündigte die Stadt dem Pächter. Grund: Prima Hotels hatte monatelang keine Pacht bezahlt. Da sich die Firma dennoch weigerte, das Haus zu verlassen, reichte die Stadt eine Räumungsklage ein – die Auseinandersetzung zog sich über Monate.

Im August 2022 ist über das Vermögen von Prima Hotels am Amtsgericht Leipzig ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Im vorigen September wurde die Gesellschaft aufgelöst – an ihrer Stelle hat die Nordpfalz Immobilienhandels GmbH mit Sitz in Obermoschel ungeachtet des Rechtsstreits mit der Stadt das Hotel weitergeführt. Ob und wieweit diese Firma für die Verpflichtungen der liquidierten Gesellschaft aufkommen muss, ist ungeklärt. Im Februar haben beide Seiten im Zuge einer neuerlichen Kontroverse vor dem Amtsgericht eine richterlich besiegelte Vereinbarung getroffen: Darin hatte sich der Betreiber verpflichtet, das Haus bis Ende Februar zu verlassen – die Suche beginnt von neuem.

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