Donnersbergkreis Ohne Umsteigen nach Frankfurt

Die SPD im Stadtrat hat sich Gedanken gemacht, wie Kaiserslautern mit dem Zug besser an das Rhein-Main-Gebiet und besonders den Frankfurter Flughafen angebunden werden kann. Dabei wurde der Plan einer umsteigefreien Verbindung nach Frankfurt über das Alsenztal diskutiert.
Momentan fahre die Regionalbahn von Kaiserslautern nach Bingen, Umsteigebahnhof sei dabei Bad Münster am Stein. Eine direkte Verbindung nach Frankfurt gebe es nicht, was besonders für Reisende mit Gepäck zum Frankfurter Flughafen und zurück ärgerlich sei, erklärt die SPD. Wünschenswert sei daher eine umsteigefreie Verbindung. Wie sich die SPD das vorstellt, erläutert Wolfgang Praß, Mitglied im SPD-Ortsverein Kaiserslautern Süd. Nach seinen Worten fahren Regionalzüge des Unternehmens Vlexx von Kaiserslautern nach Koblenz und Mainz mit Zügen des Typs Lint 54. Die Verbindungen auf der Strecke Kaiserslautern-Bingen würden von der DB Regio mit einem anderen Zugtyp bedient. Allerdings führen Vlexx-Züge auf der Nahestrecke von Saarbrücken über Idar-Oberstein, Bad Münster und weiter nach Mainz und Frankfurt ebenfalls mit Zügen vom Typ Lint. So wäre es nach den Worten von Praß möglich, in Bad Münster oder Bad Kreuznach die Lint-Züge aus Kaiserslautern an die Lint-Züge der Nahestrecke einfach anzukuppeln. Auch müsse man prüfen, ob Züge der DB Regio an andere Züge angekuppelt werden können. Schaffe man das, könne Fahrgästen das Umsteigen erspart werden, müsse in Bad Münster kein Gepäck mehr umgeladen werden. Der Zweckverband Schienenpersonen-Nahverkehr Rheinland-Pfalz Süd solle den Vorschlag auf seine Umsetzbarkeit prüfen. Nach den Worten des SPD-Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog, stellvertretender verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, sind eine umsteigefreie Verbindung oder weitere Züge über die Alsenzbahn nach Frankfurt erst in zehn bis 15 Jahren realisierbar. Ankuppeln in Bad Münster funktioniere bei vielen Zügen aus technischen Gründen nicht, bei den Zugtypen, bei denen es möglich sei, gingen dadurch ein paar Minuten Zeit verloren, das gebe der Fahrplan mit seiner engen Vertaktung nicht her. Die Bahnstrecke zwischen Mainz und Frankfurt sei extrem ausgelastet, erst nach Infrastrukturmaßnahmen wie etwa dem Bau einer Ausweichstrecke könne man bessere Anschlüsse nach Kaiserslautern realisieren. Es sei dennoch wichtig, dass die Kaiserslauterer SPD mit solchen Überlegungen vorstellig werde. Man müsse schon heute diskutieren, was in 15 Jahren verkehrspolitisch umgesetzt werden kann, so Herzog.