Donnersbergkreis Ohne Druck in die Pfalzliga

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ROCKENHAUSEN. Souveräner geht es kaum: Mit sechs Siegen aus sechs Spielen und 12:0 Punkten sind die Ü55-Herren des TC 1994 Rockenhausen (TCR) Meister der A-Klasse geworden und laufen nächstes Jahr in der Pfalzliga auf. Gesundheitliche Probleme oder private Verpflichtungen konnten sie nicht stoppen: Der Spaß hat die insgesamt zwölf Akteure im Alter von 57 bis 67 Jahre zum Erfolg gebracht. Schon der zweite Spieltag in Frankenthal wurde zum Schlüsselmatch.

Mit gerade einmal vier Mann reiste der TCR beim Favoriten TC Grün-Weiß Frankenthal an. Und das bedeutete: Schon im Vorfeld mussten die Rockenhausener vier Punkte (die zwei Einzel Nummer fünf und sechs) kampflos herschenken. Die Gastgeber lachten sich ins Fäustchen, hatten den Sekt angesichts der Personalmisere der Rockenhausener schon kalt gestellt. „Sie dachten, der Hase wäre über dem Berg. Auf dem Papier war Frankenthal eine Klasse stärker, aber eben nicht faktisch“, blickt Mannschaftsführer Stefan Schmidt mit einem breiten Grinsen zurück. Zum Glück habe man die Partie nicht abgesagt. Schließlich bedeutete sie die Vorentscheidung der Meisterschaft und den „Quasi-Aufstieg“. Denn Schmidt machte mit seinen Kollegen Wolfgang Gerth, Detlef Buch und Hubert Bruch nach den Einzeln aus einem 0:4 ein 6:6. Pünktlich zum Doppel kamen dann Helmut Gaß und Thomas Rusch noch nach. Der TCR gewann alle drei Doppel und gewann die Partie letztlich mit 15:6. Die Grün-Weißen gaben sich nach dem Spiel bei dem üblichen und gemütlichen Beisammensein als faire Verlierer. „Sie haben neidlos anerkannt, dass wir besser waren und uns gratuliert“, so Schmidt. Die restlichen Partien gewannen die TCR-Herren souverän. Knappstes Ergebnis war ein 14:7 gegen TuS TA Erfenbach, der deutlichste Sieg ein 21:0 gegen TC Ludwigshain Weisenheim am Sand. Auch gegen TC Ludwigshafen-Oppau, TC Friedelsheim und 1. TC Otterberg punktete der TCR. Obwohl einige Spieler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben oder aus familiären Gründen nur ein sehr begrenztes Zeitfenster zur Verfügung haben – die Meistermannschaft des TCR hat ein Erfolgsrezept. „In erster Linie ging und geht es uns um den Spaß. Wir haben uns gesagt, dass wir alles auf uns zukommen lassen und dass der Erfolg sich von selbst einstellt“, erklärt Schmidt. Mit dieser Einstellung wurde keinerlei Druck aufgebaut und auch nicht verspürt. „Es war nicht immer einfach, die Truppe zusammenzubekommen, auch weil außer den genannten Gründen Michael Tschoepke beruflich bedingt zweimal fehlte. Von Verletzungspech verschont, hat es diese Saison jedoch ganz gut geklappt“, sagt Schmidt. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Wolfgang Gehrt blieb in allen sechs Einzeln ungeschlagen, Helmut Gaß gewann fünf von fünf und Michael Tschoepke vier von vier Einzeln. Der Grundstock war gelegt. Nach dreijähriger Abstinenz gingen die Ü55-Herren 2014 wieder in der „Sechser“-A-Klasse an den Start und wurden – auch bedingt durch Verletzungssorgen – Dritter. In diesem Jahr gelang der Mannschaft schließlich der Sprung an die Spitze. Ein Start-Ziel-Sieg. Der erste Spieltag begann am 2. Mai, der letzte Spieltag folgte am 27. Juni. Die Spiele begannen jeweils samstags gegen 13.30 Uhr. „Es kann ein langer Tag werden, bis sechs Einzel und drei Doppel gespielt sind. Stehen genügend Plätze zur Verfügung und gibt es keine Regenunterbrechungen, dann sind wir so gegen 18 Uhr fertig und können wenig später beim gemeinsamen Essen zum gemütlichen Teil übergehen. In dieser Saison hat das recht gut funktioniert“, so Schmidt. Die neue Saison, bei den Tennisspielern „Medenrunde“ genannt, beginnt nächstes Jahr im Mai. Bis dahin halten sich die Ü55-Herren im Training, bei einzelnen Leistungsklassen-Turnieren oder Freundschaftsspielen fit. Mittwochs und freitags fliegt der Tennisball beim Doppel auf der roten Asche und im Winter dann in der Halle am Clubheim an der Obermühle. Die Pfalzliga, die mit höchstens acht Teams besetzt ist, ist für die TCR-Oldies eigentlich keine unbekannte Liga. Schon in der Vergangenheit spielten die Herren in dieser Klasse. „Wir wissen dennoch nicht, was auf uns zukommt. Die südpfälzischen Vereine sind stark. Wie viele absteigen, kann man nie genau sagen. Das Ziel ist, die Klasse zu halten,“ blickt Schmidt voraus. (fsm)

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