Donnersbergkreis Nur die Hälfte der Krankenwagen im Einsatz
Mit einem Taxi mussten gestern Kranke zwischen den Häusern des Westpfalzklinikum in Kirchheimbolanden und Rockenhausen transportiert werden, da nicht genügend Kapazitäten an Krankentransportfahrzeugen zur Verfügung standen. Der Grund: Montag und Dienstag haben Mitarbeiter des Roten Kreuzes (DRK) gestreikt, die Auswirkungen waren auch im Donnersbergkreis zu spüren.
50 Prozent der Fahrzeuge standen still, die Notfallversorgung sei jedoch gewährleistet gewesen, wie Marco Prinz, der Geschäftsführer der DRK Rettung Westpfalz GmbH in Kaiserslautern, zu der auch die Rettungswachen in Rockenhausen, Winnweiler, Kirchheimbolanden und Eisenberg gehören, auf Nachfrage der RHEINPFALZ betonte. „Am Montag waren fünf von acht Fahrzeugen einsatzbereit, am Dienstag vier von acht. Alle Akut-Transporte konnten gewährleistet werden“, sagte der Geschäftsführer gestern. Insgesamt seien in den vier Rettungswachen im Kreisgebiet etwa zehn Mitarbeiter am Streik beteiligt gewesen, teilweise hätten Beschäftigte auch Freizeit in Anspruch genommen. Die Transporte der Kranken seien nach Prioritäten behandelt worden. Zu allen Notfällen seien in jedem Fall Rettungswagen gefahren. Dies sei auch mit der Gewerkschaft so abgestimmt, hob Prinz hervor. In den Krankenhäusern sei es allerdings dennoch zu Engpässen gekommen, da Transporte in nicht lebensbedrohlichen oder akuten Fällen zurückgestellt wurden. „Für Krankenhäuser bedeutet das, dass Patienten, die eigentlich entlassen werden müssten, aber nicht durch Krankentransportfahrzeuge nach Hause gebracht werden können, unter Umständen auch länger in der Klinik bleiben müssen.“ Dies bringe auch im Westpfalz-Klinikum Probleme, wie Michael Ruther vom Betriebsrat auf Nachfrage erläuterte. Zum einen blieben dann Betten belegt, die für andere Patienten gebraucht würden, zum andern gebe es auch Probleme mit Krankenkassen, die bei gewissen Erkrankungen nur genau festgelegte Fristen zur Behandlung im Krankenhaus finanzieren, wie Ruther erläutert. Aufgerufen zu den Warnstreiks hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte im Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Eine Kundgebung der Streikenden hat am Montag in Mainz stattgefunden. Auch die Gewerkschaft betont, dass durch die Arbeitsniederlegungen, die Notfallversorgung durch das DRK nicht eingeschränkt werde. Ziel der Streikenden ist es, die Forderungen nach sechs Prozent mehr Lohn zu untermauern. Verringern wollen die Beschäftigten im Rettungsdienst auch ihre Wochenarbeitszeit. | jös