WINNWEILER Nils entdeckt den Donnersbergkreis: Einmal Feuerwehr-Biber sein
Staunend betrete ich die Feuerwehrhalle in Winnweiler. Elf Feuerwehrautos stehen hier. Eins haben sie gemeinsam, sie sind alle rot. Aber von der Größe und der Ausstattung her sind sie total unterschiedlich. Die kleineren sind zum Beispiel Mannschaftstransporter oder der Einsatzleitwagen, an den größeren sind Leitern befestigt und schweres Gerät aufgeladen.
Ich schaue mir mit Wehrleiter Christian Füllert das größte und modernste Auto an. Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ist der sperrige Name dafür. In erster Linie verbindet man die Feuerwehr ja mit Bränden. Aber eigentlich sind zwei Drittel der Einsätze technischer Art. Das heißt, die Feuerwehrleute werden zu Unfällen oder zu Rettungsmissionen gerufen. Das waren bei der Feuerwehr in Winnweiler dieses Jahr schon 219. Ganz schön viele also.
Rote Beleuchtung in der Dunkelheit
Ganz vorne im Auto, wo der Fahrer sitzt, werden das Blaulicht und das Martinshorn angeschaltet. Das hat übrigens gar nichts mit einem Menschen namens Martin zu tun, wie ich immer gedacht habe, sondern wird so genannt, weil die Firma, die das am meisten produziert, so heißt. Die Sirene darf ich leider nicht anschalten, das wäre in der Halle zu laut, aber ich darf einmal auf das Knöpfchen fürs Blaulicht drücken. Das war auch toll. Da habe ich mich wie ein echter Feuerwehr-Biber gefühlt.
Eins weiter hinter ist Platz für die Mannschaftsmitglieder, die dort in voller Montur sitzen müssen. Hier sind zum Beispiel Atemschutzgeräte direkt im Sitz integriert, es gibt eine Erste-Hilfe-Ausrüstung und Wärmebildkameras, mit denen man durch den Rauch sehen kann. Außerdem kann man hier die Beleuchtung rot schalten. Wenn die Feuerwehrleute nachts einen Einsatz haben, können sich ihre Augen so schon besser an die Dunkelheit gewöhnen.
20 Badewannen voll Wasser an Bord
Am hinteren Teil des großen Wagens gibt es ganz viele Rollladen, die Christian alle einmal für mich öffnet. Der Platz dahinter ist vollgestopft mit Ausrüstung und technischen Geräten, weil man nie genau wissen kann, was man an einem Einsatzort braucht. Aber die Feuerwehr ist auf alles vorbereitet. Es gibt Spreizer, Schere, Hebekissen, Motorsägen und Belüftungsgeräte, große und kleine Schläuche, eine Kletterausrüstung, und zum Beispiel auch einen Stromerzeuger. Und das war natürlich noch lange nicht alles.
Hier hinten versteckt sich übrigens auch der Tank, in den 2000 Liter Wasser passen – also so viel wie 20 Badewannen voll. Und auch Schaum ist mit an Bord, den man zum Beispiel beim Löschen von Fahrzeugbränden nutzt, wegen des Benzins. Das würde mit Wasser eine hochexplosive Mischung geben. Auf dem Dach ist die große Leiter befestigt.
Ab zehn kann man in die Jugendfeuerwehr
Was ich jetzt natürlich noch wissen will: Wie wird man eigentlich Feuerwehr-Biber, ähm, also Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau? „Wenn man zehn Jahre alt ist, kann man bei der Freiwilligen Feuerwehr zur Jugendfeuerwehr gehen“, erklärt mir Christian. Da kann man zwar noch nicht aktiv an Einsätzen teilnehmen, aber man ist schon mit dabei. Mit 16 Jahren kann man sich einfach melden, macht dann eine Grundausbildung und weitere Lehrgänge und schon ist man Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau. Ich finde das eine tolle Sache. Vielleicht seid ihr ja auch schon bald bei der Feuerwehr dabei.