Donnersbergkreis Niefernheim: Zellertalbahn-Gegner in der Minderheit

Landrat Rainer Guth klärt auf über den Stand der Dinge in Sachen Zellertalbahn. Foto: hartmetz
Landrat Rainer Guth klärt auf über den Stand der Dinge in Sachen Zellertalbahn.

Sehr gut besucht war am Dienstagabend in Niefernheim eine Informationsveranstaltung des Vereins „Zellertal aktiv“ mit dem Titel „Wie geht es weiter bei der Zellertalbahn?“. Was vermutlich auch daran lag, dass einerseits eine Gruppe von Albisheimer Anwohnern, die gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke kämpft, ihr Kommen angekündigt hatte, andererseits mit Landrat Rainer Guth und Vertretern der Verbandsgemeinden entlang der Strecke gleich die richtigen Ansprechpartner für Fragen, Wünsche und Bedenken auf dem Podium saßen.

Mehrheit im Saal wünscht Zellertalbahn



Wie sich herausstellte, waren die Bahngegner klar in der Minderheit. Die Mehrheit im Saal machte deutlich, dass sie sich die Zellertalbahn in Anbindung an den überregionalen Fahrplan wünscht. Steffen Antweiler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Göllheim, gab in seiner Anmoderation den Ton vor: „Was uns hier zu unserem Glück noch fehlt, ist die Reaktivierung der Zellertalbahnstrecke.“

Umfassende Chronologie



Landrat Rainer Guth trug eine Chronologie der bisherigen Ereignisse vor. Außerdem legte er größten Wert auf die Feststellung, dass die Strecke nie stillgelegt worden sei. „Es war nur eine Betriebsunterbrechung, aber keine Stilllegung.“ Sehr detailliert ging Guth außerdem auf das Genehmigungsverfahren ein und auf die geplanten und immerhin 8,5 Millionen Euro teuren Maßnahmen zur Streckenertüchtigung, mit denen es nach Ostern, spätestens aber im zweiten Halbjahr dieses Jahres losgehen soll. Was allerdings bedeutet, dass die Bahn auch 2019 nicht fahren wird. Erst 2020 sei mit einer Wiederaufnahme zu rechnen, dann allerdings nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch zusätzlich noch mittwochs und samstags. Denkbar seien auf längere Sicht auch Pendlerzüge morgens und abends Richtung Worms und Kaiserslautern. Der Rheinland-Pfalz-Takt aber komme nicht vor 2030, denn so lange bräuchten die entsprechenden Genehmigungsverfahren.

Mit Güterverkehr ist zu rechnen



Klar machte Guth aber auch, dass mit dem von den Anwohnern befürchteten Güterverkehr durchaus zu rechnen sei. Das liege schon daran, dass es bahnrechtlich nicht möglich sei, eine Strecke einerseits betriebsbereit zu halten, bestimmte Arten des Verkehrs aber grundsätzlich auszuschließen.

Emotionale Fragerunde



In der Fragerunde, an der sich jeder im Publikum beteiligen konnte, wurden vor allem Bekenntnisse pro Zellertalbahn geäußert – zum Teil sehr emotional. Von den zahlreich anwesenden Funktionsträgern bekannten sich unter anderem die Ortsbürgermeister Klaus Duwensee, Marnheim, und Dieter Heinz, Wachenheim, klar zur Bahn. Zu Wort kamen aber auch die Gegner. Sie fragten unter anderem nach Kosten-Nutzen-Rechnungen und ganz konkret nach Möglichkeiten des Lärmschutzes, so wer diesen letztlich finanzieren müsse, und nach Entschädigungen im Fall von Rissen an ihren Häusern durch Erschütterungen. Sowohl Guth als auch Antweiler hüteten sich davor, ohne weitere Kenntnisse des Sachverhaltes pauschal Zugeständnisse zu machen, beide zeigten sich aber gesprächsbereit.

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