Kirchheimbolanden
Nicoles Konzert berührt das Publikum
„Vor vierzig Jahren zog ein junges Mädchen aus, um für ,Ein bißchen Frieden’ zu singen“, kündigte die Künstlerin ihren größten Hit an. „Damals schon hat es den Menschen mitten aus dem Herzen gesprochen. Niemand konnte ahnen, dass dieser Wunsch heute wieder solch ein Gewicht bekommt, dass wieder Männer in den Krieg ziehen müssen, obwohl sie dies nicht wollen, dass Frauen um ihre Männer und Mütter um ihre Söhne trauern müssen, nur weil ein Mann meint, tun zu müssen, was niemand will. Oft werde ich gefragt, wie oft ich dieses Lied schon gesungen habe. Offensichtlich nicht oft genug. Ich denke sogar, wir werden dieses Lied erneut aufnehmen und auch in der Sprache, die die Leute verstehen, die von dem aktuellen Krieg betroffen sind.“ Als sie so ihren Siegertitel vom Eurovision Song Contest im Jahr 1982 ankündigte, klang Nicole sehr politisch und schien weit weg vom Heile-Welt-Image des Schlagers, das vielen ihrer Songs anhaftet.
Das Lied musste sie dann auch nicht alleine singen. Der ganze Saal unterstützte die Sängerin gerne und leidenschaftlich. Viele waren wegen dieses Liedes gekommen und natürlich um die Künstlerin hautnah zu erleben, die einen Wunsch nach Frieden einst zum Hit gemacht hatte.
Über den Kampf zurück ins Leben
In einem anderen Titel, „Soley, Soley“, in dem sie ihre Erfahrungen mit der südafrikanischen Apartheid thematisierte, machte sie kund, dass sie die Welt mit anderen Augen betrachtet, als dies die meisten Schlagertexte tun. Auch als sie von ihrer Krebserkrankung und von ihrem Kampf zurück ins Leben berichtete, war Nicole sehr authentisch. Mehrfach schien ihre Stimme brechen zu wollen, was manch einem im Saal voll Mitgefühl die Tränen in die Augen trieb.
So waren es Titel, wie „Ich bin zurück“ und „Gerne am Leben“, die die größten Beifallsreaktionen im Publikum auslösten. Aber auch mit anderen ihrer aktuellen oder alten Lieder, die von Beziehungen und Beziehungsproblemen handelten, konnten sich viele ihrer Fans identifizieren, wie eine stichprobenartige Befragung der RHEINPFALZ in der Konzertpause ergab. So meinte Ulla Brunnett aus Biedesheim: „Seit ihrem Grand-Prix-Gewinn höre Nicole immer wieder gerne singen. Sie ist so natürlich und kehrt nicht so den Star raus. Sie ist am Boden geblieben. Sie ist wie wir. Und ich finde es toll, dass sie nicht nur in den großen Hallen spielt, sondern auch zu uns aufs Land kommt.“
„Ein Profi durch und durch“
Das fand auch Margit Priemer aus Ludwigshafen: „Uns gefällt das Konzert sehr gut. Ich habe Nicole schon mehrfach live gesehen. Sie ist eine so angenehme Person mit so viel Energie. Und ihre Musik ist so persönlich. Und besonders gefällt uns die tolle Atmosphäre hier in Kirchheimbolanden. Man ist ihr so nahe, kann sie hautnah erleben.“ Ähnliches äußerte auch Felizitas Knickel aus Göllheim: „Mir gefallen die Lieder, die Nicole singt. Ihr neues Lied ,Ich bin zurück’ zum Beispiel berührt mich ungemein, weil es mich auch betrifft. Aber auch mit anderen Liedern kann ich mich voll identifizieren.“
Die musikalische Leistung reflektierte Romy Buhrmann aus Weierhof, als sie die RHEINPFALZ wissen ließ: „Nicole ist ein Profi durch und durch. Gerade wenn sie a cappella singt, zeigt sie ihre außergewöhnliche Stimme. Ich habe sie schon mehrfach im Fernsehen gesehen und bin heute angenehm überrascht, ihre geniale Stimme live zu erleben.“
Emotional aufgeladener Akku
Mit emotional aufgeladenem Akku und mit „Ein bißchen Frieden“ im Herzen zerstreuten sich die Menschen am Ende in alle Richtungen, aus denen sie für dieses außergewöhnliche Konzert zusammengekommen waren.