Donnersbergkreis Nichts geht mehr

Baustelle: An der Asselheimer Eisenbahnbrücke wird seit November gebaut. Die heiße Phase beginnt am 1. Juli, die Weinstraße wird
Baustelle: An der Asselheimer Eisenbahnbrücke wird seit November gebaut. Die heiße Phase beginnt am 1. Juli, die Weinstraße wird aber schon zwei Wochen vorher gesperrt – für eine gründliche Kampfmittelsondierung.

Der ursprüngliche Plan sah anders aus. Nicht zuletzt aus Rücksicht auf den Busverkehr zu den Schulen in Grünstadt sollte die Weinstraße erst mit Beginn der Sommerferien, also zum 1. Juli, gesperrt werden. Nun ist es aber so, dass bei den vorbereitenden Arbeiten zur Versetzung der Eisenbahnbrücke Kampfmittel gefunden wurden – und das machte eine Änderung des Ablaufs notwendig. Es wird mehr Zeit benötigt, als ursprünglich geplant, weil der Boden erst einmal gründlich untersucht werden muss. Wie im Januar berichtet, sind die Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke bereits seit November im Gang: Ein großes Gelände direkt neben der Weinstraße wurde eingeebnet und teils befestigt, Versorgungsleitungen wurden gelegt, und der Bahnhaltepunkt sowie der Fahrgastparkplatz müssen neu gemacht werden. Außerdem wurden bereits alle notwendigen Vorbereitungen für die eigentliche Versetzung der Brücke getroffen. Ihre einzelnen Teile sollen ab dem 1. Juli in einer großen Baugrube neben der Weinstraße zusammengesetzt und anschließend mit einem Spezialkran an ihren Bestimmungsort gehoben werden. Dabei bleibt es auch, die Straße muss wegen des Funds aber schon vorher gesperrt werden. Bei den Kampfmitteln, die auf der Baustelle an der Asselheimer Eisenbahnbrücke gefunden worden sind, handelte es sich um Flakmunition – also Munition für sogenannte Flugabwehrkanonen aus dem Zweiten Weltkrieg – und um leere Munitionsdosen, die für deren Lagerung vorgesehen waren. Das hat eine Sprecherin der Deutschen Bahn gestern mitgeteilt. Die Grünstadter Stadtverwaltung, die für die Sperrung der Straßen zuständig ist, gab zu Protokoll, dass Vertreter der Bahn um eine Vorverlegung gebeten haben, damit eine Kampfmittelsondierung auf der Großbaustelle in Ruhe durchgeführt werden kann. Schließlich muss ausgeschlossen werden, dass weitere Kampfmittel im Erdreich liegen. Für Grünstadter und Asselheimer und alle Pendler, die aus dem Norden kommen – aus dem Eistal und Eisenberg etwa – ist diese Entwicklung eher unerfreulich, da das Verkehrsaufkommen außerhalb der Sommerferien nach aller Erfahrung spürbar höher ist und auch der Busverkehr nicht die gewohnten Strecken nehmen kann. Wann wird gesperrt, wie umgeleitet? Die Weinstraße zwischen der Eistalstraße bis südlich der Eisenbahnbrücke ist seit gestern voll gesperrt – und nicht wie im Januar nur einseitig. Der aktuelle Plan sieht vor, dass die Sperrung nach Freitag, 9. August, wieder aufgehoben wird. Bis dahin erfolgt die Umleitung über die Umgehungsstraße B 271, die Obersülzer Straße und die Bitzenstraße. Die Maßnahme umfasst nach Angaben der Stadtverwaltung auch eine Vollsperrung der Asselheimer Schloßstraße im Einmündungsbereich zur Weinstraße. Die Umleitung hier erfolgt über die Rieslingstraße. Wie die Verwaltung weiter mitteilt, ist bis Sonntag, 30. Juni, für Fußgänger und Radfahrer noch möglich, die Baustelle wie gewohnt zu passieren. Ab Montag, 1. Juli, erfolgt jedoch auch für sie eine Umleitung – und zwar über die Schloßstraße und Silvanerstraße sowie über den Wirtschaftsweg in Richtung Rudolf-Harbig-Stadion. Dieser Weg sei ausgeschildert, heißt es. Das Gleiche gilt für die Umleitungen für Autofahrer. Aufgrund der zu erwartenden Behinderungen und Staus werden die Verkehrsteilnehmer gebeten, den Baustellenbereich möglichst weiträumig zu umfahren. Die Weinstraße zwischen Asselheim und Grünstadt ist eine sehr stark frequentierte Verkehrsachse, auf der nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) täglich fast 13.000 Fahrzeuge unterwegs sind. Zu Spitzenzeiten wird sie von etwa 1300 Autos in der Stunde befahren. Es ist also durchaus auch mit Beeinträchtigungen auf den Ausweichrouten zu rechnen. Wie fährt der Bus, wann fährt die Bahn? Von der Sperrung der Weinstraße sind auch zwei Buslinien betroffen: Bis einschließlich 9. August können die 451 Grünstadt-Worms und die 455 Grünstadt-Eisenberg zwischen dem Grünstadter Bahnhof und Asselheim nicht auf den gewohnten Strecken fahren, sondern müssen den Umweg über die B 271 nehmen. Aus dem Grund entfallen nach Auskunft der Stadtverwaltung die Bushaltestellen Peterspark, Turnhalle/Schulzentrum und zum Teil auch die im Battenbühl. Der Stadtverwaltung zufolge wird über die Fahrplanänderungen auf Aushängen an den betroffenen Haltestellen informiert. Die Baustellenfahrpläne beider Linien seien sowohl auf der Webseite www.eistalbus.de als auch auf der Webseite des Landkreises www.kreis-bad-duerkheim.de hinterlegt. Es gelte zu beachten, dass die IGS Grünstadt in den letzten beiden Wochen vor den Ferien von der Linie 451 nicht bedient werden kann. Auch das Stadtbussel, also die Linie 471, ist betroffen. Es fährt während der Sperrung nur vom Bahnhof Grünstadt über die Umgehungsstraße nach Asselheim. Die Haltestellen Albsheimer Weg, Theodor-Storm-Straße und Uhlandstraße entfallen in der Zeit komplett. Die Bahnstrecke zwischen Grünstadt und Asselheim hingegen ist nach Angaben der Deutschen Bahn nur von Montag, 1. Juli, bis Sonntag, 7. Juli, gesperrt, da an diesen Tagen im Baustellenbereich unter anderem die Gleise zurückgebaut, die alte Brücke abgerissen und die neue aufgebaut werden.

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