Münchweiler Neues Schulfach: einen Wingert anlegen

Die Reben werden eingepflanzt: Die Kinder der Förderschule Rockenhausen hatten dabei ihre Freude.
Die Reben werden eingepflanzt: Die Kinder der Förderschule Rockenhausen hatten dabei ihre Freude.

Mit der Natur leben, in der Natur lernen: Beides ist Renate Bickmann aus Winnweiler eine Herzensangelegenheit. Sie ist Jägerin und organisiert seit über zwanzig Jahren für Kinder und Jugendliche der Förderschule in Rockenhausen außergewöhnliche Erlebnisse im Wald. Oder – wie zuletzt – auf einer ihrer Wiesen in der Nähe von Münchweiler.

„Wir sind ja meistens im Wald, sammeln Blätter oder Eicheln, suchen Spuren. Aber dieses Mal ist etwas ganz Besonderes geplant“, erzählt Renate Bickmann. „Die Schüler wollen heute ihren eigenen Wingert anlegen, den sie in den nächsten Wochen auch pflegen werden. Das ist eine aufregende Sache und ich freue mich sehr darüber.“ Über 40 Weinstöcke mit sieben verschiedenen Rebsorten hat Renate Bickmann besorgen können. Die sind vom „Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum“ in Neustadt an der Weinstraße gespendet worden. Doch bevor es ans Pflanzen geht, gibt es für alle Beteiligten, zehn Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe und die begleitenden Lehrer, – wie immer bei den Aktionen von Renate Bickmann – ein reichhaltiges Frühstück in der Hütte des Schäferhundvereins.

Pflanzlöcher sind schon vorbereitet

Daran nehmen auch drei Mitarbeiter des Hofguts Neumühle teil, mit denen die Jägerin schon seit langer Zeit zusammenarbeitet. „Von der Neumühle erfahre ich immer wieder unkomplizierte und tatkräftige Unterstützung bei unseren Projekten. Ich bin dafür sehr dankbar“, freut sich Renate Bickmann. Ausgesprochen hilfreich ist dieses Mal, dass die Wiese schon gemäht und die erste Hälfte der Pflanzlöcher gegraben worden ist.

Und dann kann es losgehen. Zunächst demonstriert Ulrich Schmitt, der Außenbetriebsleiter der Neumühle, den Kindern beim ersten Pflanzloch, wie die Jungreben zu setzen sind. „Ihr solltet darauf achten, dass die Stöcke gerade stehen, und die Erde, die ihr einfüllt, müsst ihr immer wieder andrücken“, erklärt er. „Und nicht vergessen: kräftig Wasser angießen!“ In Zweierteams geht es dann an das Anlegen des kleinen Wingerts.

Namensschilder der Jungwinzer

Die Kinder arbeiten konzentriert und können die Hinweise von Ulrich Schmitt ohne Probleme umsetzen. Nach gut zwei Stunden haben alle Jungreben ihren Platz gefunden und sind je mit einem kleinen Schild versehen worden. Darauf steht der Name eines beteiligten Kindes. „Das macht richtig Spaß hier“, sind sich die „Jungwinzer“ einig. „Und das mit den Schildern ist besonders toll. Wir haben jetzt unsere eigenen Reben.“ Die müssen nun im Vierzehn-Tage-Rhythmus gewässert werden. Das werden die Kinder ebenfalls übernehmen; einen Wassertank deponiert die Neumühle extra dafür auf der Wiese.

Schulleiterin der Förderschule, Franziska Fehlau, zeigt sich begeistert von dieser Aktion: „Das Engagement von Frau Bickmann ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Sie bietet unseren Kindern etwas, was sie so nirgendwo anders kriegen könnten“, betont sie. „Ich bin sehr dankbar für ihre Angebote.“

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