Tennis
Neue Zählweise bei den Mannschaftsspielen
„Die Chance, es mit den Doppelspielen noch mal rumzureißen, wird künftig schon weniger sein“, sagt Tobias Oester, Sportwart des TC Winnweiler, zu den neuen Regelungen und bezieht sich insbesondere auf die veränderte Wertigkeit bei der Matchbepunktung. Er verweist auch darauf, dass es für Mannschaften, die über eine Vielzahl von Spielern verfügen, durchaus weitreichende Varianten bei der Doppelaufstellung gab, die zum Erfolg führen konnten. „Das wurde schon genutzt, da wurde auch in den Doppeln taktiert“, fügt der Imsbacher an.
„Ich sehe die neue Regelung nicht negativ“, unterstreicht Marvin Bruch, 1. Vorsitzender des TC Rockenhausen. Mit der neuen Regelung sieht er dennoch eine Reihe von Auswirkungen bei Spielen auf die Klubs zukommen.
Rückkehr zur Zählweise von vor 15 Jahren
Was genau wurde geändert? Bis 2005 gab es das eben nun eingeführte Wertungssystem. Danach, also 15 Jahre lang, wurde ein Sieg in einem Einzel mit zwei Matchpunkten gewertet, während es für einen Erfolg im Doppel deren drei gab. Das bedeutete, dass in einem Spiel zwischen zwei Sechserteams insgesamt 21 Matchpunkte ausgespielt wurden, in einer Vierermannschaft in der Summe 14. Ein Mannschaftsspiel endete also nach sechs Einzeln und drei Doppeln auf jeden Fall mit einem Sieger. Wenn es Spitz auf Knopf stand, lautete das Endergebnis 11:10. Aber es war auch ein 21:0-Kantersieg möglich. Hingegen war bei den Viererteams auch ein Remis mit dem Stand von 7:7 möglich. Der höchste Sieg lautete 14:0. Einzel und Doppel werden in einem Mannschaftsspiel nun wieder gleichmäßig mit einem Zähler je gewonnenem Spiel gewertet.
Das bedeutet, dass wie bisher bei den Sechser-Teams kein Remis möglich ist, die Resultate könnten damit 9:0, 8:1, 7:2, 6:3 oder 5:4 lauten. Gleichwohl ist bei Vierermannschaften weiterhin das Remis möglich, sodass die Resultate dann 6:0, 5:1, 4:2 und 3:3 heißen.
Doppel zählt auch in der Einzel-Leistungsklasse
Zum 1. Oktober 2020 wurde auch die Regelung für die Doppel angepasst. Sie zählen nun auch für die Wertung der Leistungsklassen mit. Die Gefahr eines Abschenkens der Doppel, wenn nach den Einzeln schon der Gesamtsieger feststeht, wie dies bis 2005 der Fall war, könnte somit verringert werden. „Wir als Tennisverband Pfalz werden jetzt diese Änderung, die vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) festgelegt wurde, akzeptieren müssen“, äußert sich TVP-Geschäftsführer Thomas Knieriemen, der jedoch für die Zukunft offenlassen will, ob es eine Rückkehr seines Verbandes zur bisherigen Regelung der unterschiedlichen Wertungsweise geben wird. „Früher haben sich manche Teams ganz stark auf die Doppel konzentriert. Da wurde schon mehr taktiert mit dem alten System“, meint Erwin Knoth, 1. Vorsitzender des TC Eisenberg.
Das heißt also: Bei klarem Spielverlauf könnte das Ergebnis in einer Sechsermannschaft nach den Einzeln bereits 5:1 oder 6:0 lauten – die Doppel folglich ohne Auswirkung sein. Um eben das zu verhindern, hat der Deutsche Tennis Bund (DTB) die Einführung der Leistungsklassen (LK) verändert. So werden die LKs der beiden Doppelpartner gemittelt (zum Beispiel: 10 + 16 = LK 13) und dann gewertet, um das (kampflose) Abschenken der Doppel zu verhindern. „Die Leistungsklassenregelung wird die Doppel schon spannender machen“, unterstreicht Winnweilers Oester.
„Spannung kann etwas verloren gehen“
Ein klarer Nachteil der neuen Regelung bei der Sechsermannschaft kommt mit Blick auf den Teamgedanken zum Vorschein. Beim Stand von 1:5 nach sechs Einzeln ist ein Sieg nicht mehr möglich, maximal ein 4:5 ist noch zu erreichen. Mit der „alten“ Regelung stand es nach den Einzelpartien zu diesem Zeitpunkt 2:10. Dennoch war es möglich, mit der Regelung bis zum Spieljahr 2020 aus einem 2:10 noch einen 11:10-Sieg einzufahren.
„Unterm Strich muss man doch letztlich einfach gewinnen. Ich finde beide Regelungen okay“, sagt Eisenbergs Knoth, der dennoch vermutet, dass die Spannung etwas verloren gehen könnte.
Einen anderen Aspekt betrachtet Marvin Bruch vom TC Rockenhausen. „Wenn eine Mannschaft dezimiert antritt, hat das möglicherweise schon andere Auswirkungen“, sagt er. Gingen in einer Sechsermannschaft bislang fünf von 21 Punkten verloren, sind es nunmehr zwei von neun Zählern. Dennoch habe er bislang keine Diskussionen über die Neuregelung im Verein vernommen.