Kirchheimbolanden
„Natürliche Haare“ in Kirchheimbolanden schließt nach 17 Jahren
Bis zum letzten Tag ist der Friseursalon „Natürlich Haare“ in der Schlossstraße 11 ausgebucht. Am 20. Dezember schließt der Betrieb nach 17 Jahren endgültig. Der Grund: Personalmangel. Mehr als zwei Jahre lang habe das Team vergeblich nach neuen Friseurinnen oder Friseuren gesucht, sagt Inhaber Michael Stauter.
An mangelndem Kundenzuspruch liege es nun wirklich nicht, dass der Salon aufgibt. „Ich habe im Durchschnitt acht bis zehn Termine am Tag“, berichtet Senior-Friseurin Michaela Wanker. In jüngerer Vergangenheit steht sie oftmals allein im Salon – ab 15 Uhr, montags sogar den ganzen Tag. „Laufkundschaft ist da einfach nicht mehr möglich“, sagt sie. Die 55-Jährige arbeitet seit 39 Jahren in ihrem Beruf, davon 17 Jahre in Kirchheimbolanden. In dieser Zeit habe sie deutliche Veränderungen in der Branche beobachtet – vor allem, wenn es um neues Fachpersonal geht. „Wir hatten ein paar Praktikanten, aber viele sind leider in andere Berufe gewechselt.“
Immer weniger Azubis im Friseurhandwerk
Das Problem betrifft nicht nur die Salons in Kirchheimbolanden. Bundesweit ist die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk seit Jahren rückläufig: Laut Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks gab es im Jahr 2023 rund 13.500 Auszubildende, 2013 waren es noch knapp 25.000 gewesen. In Rheinland-Pfalz befanden sich im selben Jahr lediglich 633 Menschen in Ausbildung.
Für die Innenstadt ist der Verlust spürbar. „Viele unserer Kunden sind nach dem Termin noch essen oder spazieren gegangen, das fällt jetzt auch weg“, sagt Wanker. Inhaber Stauter bedauert die bevorstehende Schließung. Im Hauptbetrieb der Familie Stauter, dem Salon Stauter in Nußbach (Kreis Kusel), wird allerdings weiter geschnitten.