Rockenhausen
Nach Schlittenunfällen: Erdwall ersetzt Leitplanken
Bis kurz nach der Jahrtausendwende war das Gelände an der Kreisstraße 36, die Rockenhausen mit dem Hintersteinerhof verbindet, nicht nur eine Oase für Schlittenfahrer: Im Winter tummelten sich hier auch zahlreiche Skibegeisterte – nicht zuletzt dank des vom Ski-Club Donnersberg seit den 1970er Jahren betriebenen Liftes. Als der Schnee in unserer Region immer seltener wurde, hat der Verein 2003 das Grundstück an einen Privatbesitzer verkauft und im Zuge dessen den Betrieb des zudem technisch veralteten Skiliftes eingestellt.
Geblieben ist aber die Beliebtheit des Areals als eine der meistfrequentierten Schlittenbahnen in und um Rockenhausen. Zumal der neue Inhaber anscheinend nie etwas gegen das Wintervergnügen einzuwenden hatte. Auch nach den jüngsten Schneefällen hat es wieder zahlreiche Kinder (und ihre Eltern) zum Hintersteinerhof gezogen. Genau genommen ist die Piste allerdings zweigeteilt, wie Bürgermeister Michael Vettermann in der Sitzung des Rockenhausener Stadtrates erläuterte: Bei der abschüssigen Strecke selbst handelt es sich um den genannten Hang in Privateigentum – unten im flachen Bereich „grenzt dieser an einen Parkplatz im Kreisbesitz, auf dem es die Rodler dann auslaufen lassen“, so Vettermann.
Drei Unfälle in zwei Tagen
Diese Fläche wiederum ist gegenüber der vorbeiführenden K 36 mittels einer Leitplanke gesichert. Einerseits schützt diese also die Kinder davor, auf die (wenn auch wenig befahrene) Straße zu schlittern – anderseits birgt der scharfkantige Stahl das Risiko von Verletzungen, wenn die „Piloten“ nicht rechtzeitig bremsen können.
Genau das ist jüngst passiert: Ein Kind sei mit dem Schlitten gegen die Absperrung geprallt. „Obwohl wir als Stadt nicht direkt betroffen sind, haben wir überlegt, was wir tun können. Noch ehe wir aber reagieren konnten, sind tags darauf zwei weitere Unfälle passiert“ , sagte der Stadtchef. In allen Fällen hätten sich die jungen Rodler wohl anschließend in ärztliche Behandlung begeben müssen.
Leitplanken sollen bis Ende Februar abgebaut sein
Die Stadt habe daraufhin Schrammborde besorgt und vor den Planken aufgestellt, um bei einer Kollision „das Ganze abzumildern“, so Vettermann. Allerdings habe man nicht genügend dieser Plastikelemente zur Verfügung gehabt, um für einen lückenlosen Schutz zu sorgen. Beigeordneter Sascha Schläfer, selbst Mitarbeiter bei der Straßenmeisterei, habe mit deren Leitung daher Gespräche geführt. „Wenn das Wetter es zulässt, wird die Leitplanke bis Ende Februar durch einen Erdwall ersetzt. Das ist wesentlich weniger gefährlich, falls doch mal jemand reinfährt“, teilte Schläfer mit.
Vettermann ergänzte zwar: „Wir müssen natürlich schauen, dass dieser Wall dann nicht als Sprungschanze genutzt wird.“ Insgesamt zeigte er sich aber froh und zuversichtlich, „dass wir diesen Gefahrenpunkt damit entschärfen können“. Denn in einem sind sich wohl alle einig: Am Hang beim Hintersteinerhof sollen Kinder auch in Zukunft Schlitten fahren können – wenn mal wieder richtig Schnee fällt ...