Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Restaurant-Schließung: Wie geht es mit der PWV-Hütte in Steinbach weiter?

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Die Pfälzerwaldvereinshütte in Steinbach: Vor einem Jahr parkte dort noch der Transporter des »ROK City Food Departments« vor der Tür. Jetzt werden neue Pächter mit späterer Kaufabsicht gesucht.

Eine Rast gehört beim Wandern dazu. Bisher bot die Steinbacher PWV-Hütte Naturfreunden eine gute Anlaufstelle. Doch seit Mai ist sie geschlossen. Nun gibt es neue Ideen.

Die Nachricht von der Schließung des „ROK City Food Departments“, das seit 2022 in der Steinbacher Hütte des Pfälzerwald-Vereins sein kulinarisches Domizil gefunden hatte, kam im Frühjahr überraschend und löste eine Welle großen Bedauerns bei vielen Wanderern aus. Damit die Hütte allerdings nicht dauerhaft ungenutzt bleibt, sucht die Ortsgruppe Steinbach des Pfälzerwald-Vereins nun eine Lösung, die auch der Ortsgemeinde weiterhelfen könnte.

Eins steht für den ersten Vorsitzenden Frank Molitor fest: „Wir können als Verein die Hütte nicht mehr selbst betreiben.“ Die Ortsgruppe habe nur noch wenige Mitglieder, deren durchschnittliches Alter etwa bei 68 Jahren liege. Viele von ihnen seien im Alltag sehr eingebunden, hätten kaum Zeit dafür, sich zusätzlich bei einem Hüttenbetrieb oder der Instandhaltung des Gebäudes einzubringen. Neue, jüngere Mitglieder, die eventuell leichter Arbeitseinsätze leisten könnten, gewinne die Steinbacher Ortsgruppe seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Zwar sei zu diesem Zeitpunkt Wandern wieder in Mode gekommen, doch Führungen durch den Wald wollten die wenigsten noch, weiß der 59-Jährige: „Die Jungen laufen lieber alleine los.“

Für Verein nicht mehr lukrativ

Deswegen steht schon länger fest: Die Hütte, die der 1978 gegründete Verein 1983 gebaut und 1984 eingeweiht hatte, soll verkauft werden, um sie längerfristig vom Verein zu entkoppeln. „Wir wollen vordergründig wandern und weniger eine Gebäudeverwaltung sein“, bringt es Molitor auf den Punkt.

Bislang war die Hütte immer wieder an Gastronomen, wie zuletzt an das „ROK City Food Department“, verpachtet gewesen. „Aber auch da müssen wir uns immer wieder um Pachtangelegenheiten wie Sanierungen kümmern“, nennt Molitor ein allgemeines Manko. Außerdem sei die weitere Unterhaltung der Hütte eine Kostenfrage für einen solch kleinen Verein. Immer mal wieder fielen kleinere Reparaturen an, der Verein hingegen nehme kaum Geld ein. „Glücklicherweise haben wir eine Photovoltaikanlage auf dem Hüttendach“, sagt der 59-Jährige. Der darüber erzeugte Strom werde dank eines alten Tarifs noch gut vergütet in das regionale Stromnetz eingespeist. „Deswegen ergibt sich mit der Hütte für uns ein Nullsummenspiel.“

Restaurant-Aus nach drei Jahren

Eigentlich hatte der Verein gehofft, die Hütte an die Betreiberinnen des „ROK City Food Departments“, Jane Christ und ihre Mutter Diana Steiner-Haust, zu verkaufen. Diese betrieben die PWV-Hütte seit 2022 in Steinbach. Gut fünf Jahre zuvor hatte das Mutter-Tochter-Gespann den Sprung in die Selbstständigkeit mit einem mobilen Gastro-Unternehmen gewagt: Mit einem zum Foodtruck umgebauten Feuerwehrauto und einer früheren Bundeswehr-Feldküche hatten sie erst hungrige Gäste auf einem Rockenhausener Supermarkt-Parkplatz in deren Mittagspause verköstigt, später ihr Unternehmen um einen umgebauten Rettungswagen erweitert, den sie auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie Stadtfesten oder bei Caterings für private Feiern einsetzten.

Mit der Bewirtung der PWV-Hütte Steinbach zeigten die beiden Pächterinnen zudem Interesse am Kauf der Hütte, überlegten es sich im Frühjahr dann aber doch anders, berichtet Molitor. „Das war zwar schade, weil wir die Hütte gerne an sie verkauft und wir sie bei ihnen auch in guten Händen gewusst hätten“, bedauert Molitor. Wenig später hatten die beiden Betreiberinnen auf der Facebook-Seite des Gastronomiebetriebs verkündet, Ende August das ROK City Food Department nach drei Jahren in Steinbach zu schließen. Als Grund gaben sie „erschwerte wirtschaftliche Bedingungen“ an. Der unerwartete Tod von Diana Steiner-Haust führte allerdings früher als geplant dazu, dass die Hütte ab Mai dauerhaft geschlossen blieb.

Mehrere Optionen möglich

Nun geht die Suche nach neuen Pächtern für die Hütte erst einmal wieder los. Ein Verkauf sei damit aber nicht vom Tisch, versichert Molitor. „Nach wie vor wollen wir gerne verkaufen.“ Mit der erneuten Vermietung wolle der Verein sichergehen, dass nicht „irgendjemand“ die Hütte bekomme. „Er muss schon zu Steinbach passen, sich in der Gemeinde einbringen und integrieren wollen“, findet Molitor. Dann stehe einem Verkauf nichts im Wege.

Gleichzeitig spiele der Verein mit dem Gedanken, das Haus in eine gerade entstehende Bürgerstiftung Donnersberg zu geben. Überlegungen dazu, eine übergeordnete Stiftung zu gründen, der sich einzelne Gemeinden anschließen könnten, gebe es bereits in Steinbach. „Dann würde die Hütte in das Stiftungsvermögen eingehen. Die Stiftung kann dann entweder die Pachtangelegenheiten übernehmen und das Gebäude verwalten, oder sie verkaufen“, gibt Molitor Einblick in erste Überlegungen, die zum derzeitigen Zeitpunkt noch weiter reifen müssten.

Erste Interessenten gibt es

Erste Interessenten für Steinbacher PWV-Hütte gibt es bereits, sagt Molitor. Dass zum Herbst schon bald ein Gastronom den Betrieb wieder aufnehmen könnte, hält er für gut möglich. Anbieten würde es sich immerhin: Die Hütte ist vollausgestattet, auch die Küche sei Vereinseigentum. „Ende Juli wollen wir uns mit den ersten Interessenten zusammensetzen und uns einen Überblick verschaffen“, so Molitor zum weiteren Vorgehen. Übereilen wolle der Verein die Entscheidung nämlich nicht.

Ein Blick in den vollausgestatteten Gastraum: Der Verein hofft, ab Herbst wieder einen neuen Pächter begrüßen zu dürfen.
Ein Blick in den vollausgestatteten Gastraum: Der Verein hofft, ab Herbst wieder einen neuen Pächter begrüßen zu dürfen.
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