Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Diskussion: Stadtrat Rockenhausen macht Weg für Edeka in Alsenz frei

Schon im kommenden Jahr könnten in Alsenz ein Edeka und ein Rossmann-Markt eröffnen.
Schon im kommenden Jahr könnten in Alsenz ein Edeka und ein Rossmann-Markt eröffnen.

Das neue Einzelhandelskonzept der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land warf in Rockenhausen zwar Fragen auf. Diese ließen sich aber schnell aus der Welt schaffen.

Es war Stadtbürgermeister Michael Vettermann ein besonderes Anliegen, immer wieder zu betonen, dass man in Rockenhausen keineswegs die Bauvorhaben in Alsenz blockieren möchte. Dort wartet die Ortsgemeinde sehnsüchtig auf den Baubeginn für den künftigen, neuen Edeka-Markt im Gewerbegebiet an der B420. Damit es losgehen kann, braucht es unter anderem noch ein neues Einzelhandelskonzept der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land. Dieses wurde zuletzt erstellt und liegt nun den Gemeinderäten vor. Erst danach darf der VG-Rat es verabschieden.

Nötig wurde das Konzept, weil diesbezüglich noch kein Entwurf für die fusionierte VG Nordpfälzer Land vorlag. Die geplante Ansiedlung von Edeka und Rossmann in Alsenz verlangt aber nach einem Einzelhandelskonzept, um überhaupt genehmigt werden zu können. Während für den Großteil der zahlreichen Ortsgemeinden im Nordpfälzer Land die Ansiedlung von Einzelhandel keine wirkliche Rolle spielt, gab es im Stadtrat Rockenhausen nun jedoch reichlich Gesprächsbedarf – und Bedingungen, die an das neue Konzept geknüpft sind.

Noch Acker, bald Einkaufsmöglichkeit: der Standort des geplanten Einzelhandelzentrums in Alsenz.
Noch Acker, bald Einkaufsmöglichkeit: der Standort des geplanten Einzelhandelzentrums in Alsenz.

Wissend, dass eine Ablehnung dafür gesorgt hätte, dass die Alsenzer Pläne um Monate zurückgeworfen worden wären, hatte sich die Stadtspitze aber bestmöglich vorbereitet. Vettermann tauschte sich nicht nur mit Karin Wänke, Ortsbürgermeisterin von Alsenz aus, sondern suchte nach Einsicht des Konzeptes auch direkt den Kontakt zum zuständigen Planungsbüro GMA und zur Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd. So sei schnell deutlich geworden, dass den Verbesserungs- und Ergänzungswünschen der Stadt Rockenhausen keine Steine in den Weg gelegt werden würden. „Alles in allem waren sowohl Frau Wänke als auch ich überrascht, dass wir als die beiden Standorte, die das Konzept besonders stark betrifft, gar nicht in die Erstellung eingebunden waren“, ergänzt er noch.

Neuansiedlungen und Entwicklungen sind möglich

So hätten, findet Vettermann, Missverständnisse und Rückfragen – und schlimmstenfalls eine Verzögerung des neuen Einkaufszentrums in Alsenz – auch direkt vermieden werden können. Woran sich der Stadtbürgermeister im Konzept abarbeite, das waren vor allem die roten Markierungen um die vorhandenen Bestandsstandorte mit Einzelhandel in der Stadt. Davon gibt es in Rockenhausen aktuell drei. „An der Linde“, wo sich unter anderem Edeka und Aldi befinden, „Kaiserslauterer Straße Nord“, unter anderem mit Rewe und Lidl und „Kaiserslauterer Straße Süd“, beim Penny-Markt. Um all diese Bereiche sind im Konzept rote Linien eingezeichnet, die kaum bis gar keinen Spielraum für eine Weiterentwicklung lassen. Auch war der Bereich „Geiershecke“, wo sich früher ein Edeka-Markt befand, nicht markiert. „Das Gebiet ist im Flächennutzungsplan aber klar für den Einzelhandel vorgesehen und soll weiterhin dafür nutzbar sein“, betonte Vettermann. Auf Nachfrage erklärte das Büro GMA dann ebenfalls, dass die Fläche „Geiershecke“ für sogenannten „nicht-innenstadtrelevanten Einzelhandel“ nutzbar bleiben wird. Dort könnten sich in Zukunft also beispielsweise ein Markt für Tierbedarf, ein Fahrradanbieter oder ähnliches ansiedeln. Ein Missverständnis also.

Die drei Bestandsstandorte sollen im überarbeiteten Konzept nun alle die Möglichkeit einer Weiterentwicklung haben. „Die SGD würde nach eigener Aussage eine Entwicklung über diese roten Markierungen hinaus nicht kritisch sehen“, erklärte Vettermann. Außerdem sollen Anmerkungen wie „mit Entwicklung“ oder „ohne Entwicklung“ wegfallen und jeweils im Einzelfall geprüft werden. Unter all diesen Vorgaben stimmte der Stadtrat dem Einzelhandelskonzept dann auch einstimmig zu. Gute Nachrichten also auch für die Alsenzer, wobei auch der VG-Rat zunächst noch dem Konzept in seiner nächsten Sitzung zustimmen muss, ehe Alsenz an diese Hürde vor dem eigenen Edeka-Neubau einen Haken machen kann.

Was den Edeka in Rockenhausen wiederum angeht, ließ Stadtbürgermeister Vettermann in einem Nebensatz fallen, dass an der Stelle auch bereits leises Interesse geäußert wurde, die Marktfläche zu vergrößern. Dem würde das neue Konzept dann in angepasster Fassung auch nicht widersprechen.

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