Donnersbergkreis
Nach der Pandemie wird wieder mehr geheiratet im Donnersbergkreis
Etwa zehn Paare haben im vergangenen Jahr beim Standesamt Kirchheimbolanden ihre Trauungen verschoben, schätzt Standesbeamtin Manuela Schreiber. Mehr als ein Jahr später habe jedes Paar, das zunächst abgesagt hat, zumindest einen neuen Trauungstermin. „Sehr unterschiedlich“ sei der Zeitraum gewesen, auf den die Paare ihre Hochzeitstermine verschoben haben. „Manche haben gehofft, dass es Lockerungen gibt“, andere haben direkt „auf lange Sicht verschoben“, sagt Schreiber.
In der Verbandsgemeinde Göllheim haben nur zwei Paare aufgrund der Corona-Pandemie ihren ersten Trauungstermin nicht wahrgenommen. Vor allem in den Sommermonaten habe man schon 2020 einige Heiratswillige vermählen können. Zwar mussten zeitweise starke Auflagen beachtet werden, und Braut und Bräutigam hätten diese Einschränkungen zumeist bedauert – sich aber nicht davon abhalten lassen, den großen und wichtigen Schritt zu tun.
Deutlicher Anstieg in Winnweiler
Bei der Entscheidung, Hochzeiten abzusagen oder zu verschieben, sei es „eher um die Festivitäten“ gegangen, betont Thomas Jung vom Standesamt Winnweiler. Die Trauung selbst sei auch während der Pandemie kein Problem: Die Räumlichkeiten in Winnweiler seien groß genug, um benötigen Abstand zu wahren, und so hätten stets mehr Besucher als nur das Paar und die Trauzeuginnen und Trauzeugen Platz gefunden. Gerade jungen, feierfreudigen Paaren habe aber die Möglichkeit gefehlt, Polterabende und größere Feiern zu veranstalten. Diese These bestätigt auch das Standesamt Göllheim: Zwar sei dort die Zahl der Trauungen im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben, „allerdings haben sichtbar mehr ältere Paare die Ehe geschlossen“.
Und doch haben sich unterm Strich nicht so viele Paare getraut im Pandemie-Jahr. In 2021 wollen sich nun wieder deutlich mehr das Ja–Wort geben. Zum 1. Juli 2020 hatte das Standesamt Winnweiler nur 18 Hochzeiten verzeichnen können. In diesem Jahr sind es zum gleichen Zeitpunkt mit 39 Trauungen schon mehr als doppelt so viele. Damit ist die Zahl nicht nur höher als im Pandemiejahr 2020, sondern auch ein erheblicher Anstieg im Vergleich zum 1. Juli 2019: 24 Hochzeiten hatte es damals in der ersten Jahreshälfte in Winnweiler gegeben – der auch von der Geschäftswelt erhoffte Nachholeffekt.
In Göllheim läuft’s gegen den Trend
Zwar variieren die Zahlen „sowieso immer ein bisschen“, stellt Manuela Schreiber aus Kirchheimbolanden fest, doch auch sie beschreibt den momentanen Anstieg als deutlichen Trend zurück zum Normalzustand. „Wir sind jetzt ungefähr da, wo wir vor zwei Jahren zu dieser Zeit waren“, sagt sie für die Verbandsgemeinde Kibo.
Anders sieht es in Göllheim aus. Nachdem sich die Zahl in 2020 nicht stark im Vergleich zum Vorjahr unterschieden habe, gebe es „zum jetzigen Zeitpunkt“ sogar „einige Eheschließungen weniger“. Generell könne man sagen, „dass die Anzahl der Eheanmeldungen in diesem Jahr wohl etwas rückläufiger bleibt“. Man gehe nicht davon aus, dass es noch einen „Ansturm“ gebe, die Herbst- und Wintermonate seien für Hochzeiten eher untypisch. Von der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land haben wir trotz intensiver Bemühungen keine Informationen zum Thema erhalten.
Heiraten ist wieder unkomplizierter
Thomas Jung in Winnweiler kann in diesem Jahr noch mit einigen Hochzeiten rechnen. Viele Paare hätten im Jahr 2020 entschieden, „es sein zu lassen“, sagt Thomas Jung. Zwar könne man Trauungen erst ein halbes Jahr im Voraus anmelden, viele Paare hätten sich aber schon damals „mit Bleistift“ – wie Jung sagt – für 2021 vormerken lassen. Insgesamt habe man in Winnweiler rund 80 Eheschließungen für das Jahr 2021 vorgemerkt.
Inzwischen ist Heiraten auch wieder wesentlich unkomplizierter. Neben den direkten Verwandten können nun auch Personen aus zwei weiteren Haushalten der Trauung beiwohnen, erklärt Manuela Schreiber. So einfach war es für die Paare in den vergangenen Monaten nicht. Schreiber erinnert sich an ein Paar, dass den ursprünglichen Termin abgesagt und verschoben hat – aber nicht weit genug. Am Ende habe sich die Situation nicht verändert. „Jetzt haben wir verschoben und sind genauso weit wie damals“, habe sie damals zu hören bekommen. Der Frust der Paare sollte erstmal ein Ende haben.