Donnersbergkreis Nach 13 Monaten endgültig angekommen

91-89730425.jpg

Was lange währt ... Rund 13 Monate, nachdem Ralf Schäfer die Nachfolge des in Ruhestand gegangenen Robert Stephani als Schulleiter des Wilhelm-Erb-Gymnasiums (WEG) Winnweiler angetreten hat, ist der 58-Jährige Oberstudiendirektor nun auch offiziell in sein Amt eingeführt worden. Der kurzweiligen Feier im gegenüber der Schule gelegenen Festhaus fehlte es nicht an Humor.

„Ich habe die richtige Haltestelle genommen – ankommen dauert wohl noch ein bisschen“: Das hatte Schäfer kurz nach Antritt seines neuen Postens im Gespräch mit der RHEINPFALZ gesagt. 13 Monate später ist die von ihm so genannte „Aufsaugphase“ vorbei – bei seiner Einführung konnte der „neue“ Direktor mit einem Lächeln vermelden: „Ja, ich bin angekommen, an unserem WEG.“ Zuvor hatte Schäfer von seinen Vorrednern schon viele freundliche Worte mit auf den weiteren Weg bekommen. Ralf Hellwig, Leitender Regierungsschuldirektor der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Neustadt, betonte, dass Schäfer mit seiner am 19. Juli erfolgten Ernennung zum Oberstudiendirektor das Amt nicht mehr kommissarisch, sondern nun ganz offiziell inne habe. In seinen dienstlichen Beurteilungen sei stets von einem Lehrer mit „besonderem Engagement, hohem pädagogischen Geschick, Sinn für Gerechtigkeit und hervorragender Unterrichtsführung“ die Rede. Landrat Winfried Werner stellte heraus, dass der neue Schulleiter bereits Spuren hinterlassen habe. Die Kreisverwaltung Donnersberg stelle dem „neuen Fahrer“ symbolisch gesprochen den Bus zur Verfügung, bezahle den Sprit und kümmere sich um den TÜV. „Zum Glück muss ich nicht die Fahrtauglichkeit des Herrn Schäfer überprüfen“, sagte Werner, der weiterhin auf gute Zusammenarbeit hofft, mit einem Schmunzeln. Winnweilers Verbands- und Ortsbürgermeister Rudolf Jacob verwies auf die Bedeutung von Schäfers Position für die Region: „Er bekleidet eines der wichtigsten Ämter in der Verbands- und Ortsgemeinde Winnweiler. Wir sind froh, dass es so rund läuft.“ Warum jemand überhaupt Schulleiter wird, wo diese Aufgabe doch ebenso aufwendig wie nervenaufreibend sei: Diese Frage stellte Ulrich Becker von der Bezirksdirektorenvereinigung in den Raum. „Ganz banal könnte man jetzt sagen: Weil man Schülern helfen will; oder einfach nur: weil man in der Besoldungsgruppe auf A16 eingestuft wird.“ Becker wünschte seinem Kollegen Schäfer eine hohe psychische Widerstandsfähigkeit und – mit einem Augenzwinkern – viele Planstellen für die Lehrerinnen und Lehrer am WEG. Grußworte sprachen auch Gaby Leppla als Vorsitzende des Schulelternbeirats, Helmut Mayer, Vorsitzender des WEG-Freundeskreises, sowie Samira Reisch und Marius Grad von der Schülervertretung. Letzterer führte souverän durch das Programm. Für das Kollegium hatten Annette Engel und Jonathan Ruhl einen amüsanten Sketch vorbereitet, in dem sie unter anderem Schäfers zweijährigen Dienst bei der Bundeswehr und das renovierungsbedürftige Schulgebäude auf die Schippe genommen hatten. Die Feier eröffnete hatte das WEG-Chor-Projekt unter der Leitung von Stephanie Burkhardt mit „Black Orpheus“ von Luiz Bonfá. Für weitere musikalische Beiträge sorgten die Geschwister Emma und Fiona Lawler an der Violine zusammen mit Isabel Messer (Klavier) mit einem Stück von Mozart. Die Pop-Hits „Viva La Vida“ von Coldplay und „Love yourself“ von Justin Bieber präsentierten die WEG-Nachwuchsängerinnen und -sänger „Willis Erben“ unter der Leitung von Michael Dyjecinski. Nicht nur wegen der musikalischen Beiträge freute sich Schäfer am Ende über eine rundum gelungene Veranstaltung: „Wir haben hier tolle Schüler, die am Schulleben teilnehmen. Das macht mich stolz.“ Weiter sagte der Schulleiter, er versuche, alle Aufgaben im Sinne des WEG zu meistern, und hoffe auf „Helfer, die mich mit konstruktiver Kritik füttern und vor Betriebsblindheit schützen“. Schließlich sei auch er nicht als fertiges „Produkt“ an die Schule gekommen und lerne immer noch dazu. In seinem ersten Jahr in Winnweiler hätten viele organisatorische und verwaltungstechnische Dinge auf dem Programm gestanden. Künftig werde er sich nun verstärkt der pädagogischen Schulentwicklung widmen, so der Alsenzer, der sich selbst als heimatverbundener, in der Region vernetzter und bodenständiger Nordpfälzer bezeichnet. Einen besonderen Gruß hatte Schäfer noch für seinen Vorgänger Robert Stephani parat: Dieser war trotz seines Geburtstages zur Feier gekommen. |fsm

x