Donnersbergkreis Musikjahr gekrönt von Perlen der Romantik

Die Bezirkskantorei und das Collegium musicum, das heute unter dem Namen LUfoniker auftritt – unter der Leitung von Martin Reitz
Die Bezirkskantorei und das Collegium musicum, das heute unter dem Namen LUfoniker auftritt – unter der Leitung von Martin Reitzig bei einem Konzert im Jahr 2015 in der Paulskirche.

«KIRCHHEIMBOLANDEN.» Am kommenden Mittwoch, 17 Uhr, erklingt in der Paulskirche, diesmal eingebunden in das Jubiläum 650 Jahre Stadtrechte Kirchheimbolanden, das große Chor- und Orchesterkonzert der Bezirkskantorei Kirchheimbolanden Winnweiler zum Abschluss des Kirchheimbolander Orgelsommers. Auf dem Programm stehen Beethovens „Pastorale“ und die „Messe in A“ des französischen Komponisten César Franck.

Auf die Frage, warum man sich für dieses Werk des französischen Spätromantikers entschieden habe, antwortet Bezirkskantor Martin Reitzig, unter dessen Gesamtleitung das Konzert steht: „Wir sind zurzeit auf dem romatischen Trip.“ Damit spielt er auch auf die für das Spätjahr geplante nächste Aufführung in der Weihnachtszeit an, für die man sich – im Zusammenwirken mit der Bezirkskantorei Nordwestpfalz – die beliebte „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod vorgenommen hat. Gounod, 1818 geboren, ist gerade mal vier Jahre älter als César Franck und wird ebenfalls der französischen Romantik zugerechnet. Teile der „Messe in A“ habe die Bezirkskantorei bereits an Karfreitag gesungen, allerdings mit kleinerer Instrumentierung und ohne Solisten. Diesmal wird das Stück vollständig zu hören sein, begleitet von den „LUfonikern“ unter der Leitung von Robert Weis-Banaszczyk – ein noch ungewohnter Name für ein vertrautes Ensemble. Es handele sich dabei um das frühere Collegium Musicum Ludwigshafen, das unter der langjährigen Leitung von Gerhard Koch bei diesen Chor- und Orchesterkonzerten seit Jahren zu hören war und im Juni dieses Jahres diesen neuen Namen angenommen hat. Mit von der Partie sind drei dem hiesigen Konzertpublikum bestens bekannte Solisten: Antonietta Jana (Sopran), Martin Steffan (Tenor) und Thomas Herberich (Bass). Die Musik César Francks sei sehr reizvoll, besonders auch, was seine Orgelkompositionen betreffe, seine Orgelmusik sei weit über Frankreich hinaus bekannt. „Er ist einer der bedeutendsten französischen Komponisten“, so Reitzig. Die Version der Messe in A mit Orchester sei allerdings fast in Vergessenheit geraten, weil Francks Fassung für Orgel, Harfe, Bass und Violoncello sehr populär geworden sei, berichtet Reitzig. César Franck hat die ursprüngliche Fassung der Messe aus dem Jahr 1860 zwölf Jahre später noch um ein weiteres Stück ergänzt, das heute zu seinen bekanntesten Vokalkompositionen gehört, das berühmte, getragen-expressive „Panis Angeli-cus“, ein Bravourstück für namhafte Tenöre. „Eigentlich ist es untypisch, dies in eine Messe einzufügen“, erklärt Reitzig. Die Messe wurde laut Reitzig im symphonischen Stil angelegt, sie zeichne sich durch eine ausdrucksstarke, facettenreiche Harmonik aus mit reichhaltiger Instrumentierung und effektvoller, kontrastreicher Dynamik. Sie besteht aus den Teilen: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus -Benedictus, Panis Angelicus und Agnus Dei. Das Orchester wird das Programm abrunden mit einem Meisterwerk von zeitloser Schönheit, der für ihre Naturpoesie gefeierten 6. Sinfonie von Beethoven, der „Pastorale“. Kartenvorverkauf Buchhandlung Sattler, Sparkasse Donnersberg, Protestantisches Verwaltungsamt (Tel. 06352 706700).

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