Donnersbergkreis Mufflons gefällt es bei Schweisweiler
„Kondition und Entwicklung der Tiere sind gut, der Bestand ist stabil“, so sieht es jedenfalls Lothar Runge, Leiter des Forstamts Donnersberg und Vorsitzender der Muffelwild-Hegegemeinschaft Donnersberg. Die Mitglieder der Hegegemeinschaft sowie Vertreter der Jagdgenossenschaften und Kreisjagdmeister Klaus Weber haben sich am 7. März im Landcafè Kornblume in Orbis/Haide zu ihrer Jahresversammlung getroffen.
Die Bestandsschätzung des Vorjahres mit ungefähr 120 Tieren werde auch für das Jagdjahr 2017/18 übernommen, fährt Runge fort und fügt an: „Von den Seuchenzügen früherer Jahre sind wir verschont geblieben.“ Der Lippengrind, eine Viruserkrankung der Schleimhäute und der Atemwege, könne als erloschen angesehen werden; die Moderhinke, eine schmerzhafte bakterielle Entzündung der Klauen, sei nur noch in wenigen Einzelfällen festgestellt worden. Etwas bedenklich seien hingegen die Erkenntnisse aus der Analyse der Abschüsse, denn offensichtlich habe sich das Muffelwild aus dem Kernbereich des Donnersbergs heraus mehr in den Wald-Feld-Randbereich im Raum Schweisweiler verlagert. Karlheinz Böhmer, Nebenerwerbslandwirt auf dem Reiterhof und als Vertreter der Jagdgenossenschaften anwesend, will dort in letzter Zeit mehr oder weniger regelmäßig eine Herde von 40 Tieren und darüber gesehen haben. Hier hätten sie viel Grünäsung und Ruhe. Böhmer weiß auch, dass die Muffel zeitweilig in Richtung Imsweiler wanderten, dort aber nicht über die Alsenz, Bahnlinie und B 48 wechseln würden. Lothar Runge wies darauf hin, dass dies nicht der typische Lebensraum des Muffelwildes sei. Gerade im Hinblick auf die noch nicht vollständig überwundene Moderhinke müssten die Tiere veranlasst werden, wieder mehr die felsigen Bereiche des Donnersberges aufzusuchen. Martin Teuber, Revierförster von Dannenfels und geschäftsführender Vorsitzender der Hegegemeinschaft, nannte denn auch den mutmaßlichen Grund für die veränderte Situation. Der Erholungsdruck am Donnersberg habe zugenommen, die intensive touristische Nutzung gehe mit einer permanenten Beunruhigung des Wildes einher. Die sehr störungsempfindlichen Muffel würden versuchen, dem Rummel auszuweichen und hätten sich offensichtlich in ruhigere Ecken verzogen. Auch Volker Mertens, Pächter des Reviers Steinbach, beklagte sich über Hundeführer, die gelegentlich schon morgens um fünf Uhr quer über die Wiesen pilgerten und ihre Hunde frei laufen ließen. Im Allgemeinen würden die Leute aber vernünftig reagieren, wenn er sie auf die Gefahr anspräche, dass die Hunde zum Beispiel frisch gesetzte Rehkitze gefährden könnten. Lothar Runge bekundete den Willen, der veränderten Situation Rechnung zu tragen. Vor allem sei es wichtig, mit den Landwirten klar zu kommen. Karlheinz Böhmer meint dazu, dass es schön sei, wenn die Muffel da wären, aber es müsse sich halt alles auch in einem erträglichen Rahmen bewegen. Einstimmig wurde denn auch der Beschluss gefasst, den Abschuss deutlich in den Bereich zu verlagern, in dem die Muffel derzeit bevorzugt stehen. Im Abschussplan für das kommende Jagdjahr wird demzufolge in der Verwaltungsjagd des Forstamtes Donnersberg das Soll reduziert und im Revier Schweisweiler entsprechend erhöht. Die Gesamtzahl der geplanten Abschüsse wird auch etwas zurückgenommen, da es wenig zweckmäßig sei, jährlich ein hohes Soll vorzugeben, wenn das Ist aber regelmäßig darunter liege.