Alsenbrück-Langmeil
„Mobotix bleibt Mobotix“: Betrieb nach Investor-Wechsel optimistisch
Wer mit Aufregung oder gar mit Unruhe im Vorstand von Mobotix gerechnet hätte, wird gerade eines Besseren belehrt. Nachdem der in Alsenbrück-Langmeil ansässige Hersteller von Überwachungskameras und intelligenten Videosystemen vergangene Woche den Verkauf der Anteile des bisherigen Mehrheitseigners Konica Minolta an die Münchner Certina Gruppe verkündet hatte, trifft man bei Mobotix nun vor allem auf einen vorfreudigen Vorstand, der vom neuen Investor überzeugt ist und betont, dass sich für den Betrieb zunächst einmal nichts ändern wird.
„Mobotix bleibt Mobotix. Es wird keinen harten Schnitt geben“, betont der Vorstandsvorsitzende Thomas Lausten. Entsprechend seien auch die Reaktionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgefallen. Auch denen wurden die Neuigkeiten am vergangenen Mittwoch verkündet. „Natürlich waren viele überrascht und man merkte auch über den Tag eine gewisse Aufregung“, erklärt Marketingchefin Svenja Meisenheimer. Im Großen und Ganzen sei die Reaktion der Belegschaft aber eher positiv gewesen. Ein Grund dafür dürfte in jedem Fall die Kontinuität im Vorstand sein. Einzig der Vorsitzende Lausten wird Ende Juni ausscheiden und durch einen Nachfolger ersetzt. Die Verträge mit Finanzvorstand Klaus Kiener und Technikvorstand Christian Cabirol wurden indes verlängert. „Das hat die Akzeptanz in jedem Fall erhöht und betont auch das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb unseres Unternehmens“, sagt Meisenheimer.
Vorstand zufrieden mit dem „richtigen Käufer“
Doch was ändert sich denn nun eigentlich? 65 Prozent der Anteile an Mobotix wechseln von Konica Minolta zur Certina Gruppe. Ein Verkauf, der sich angedeutet hatte. Zuletzt ging es lediglich darum, den richtigen Käufer zu finden. Mit der Lösung, wie sie nun gefunden wurde, kann der Vorstand von Mobotix in jedem Fall gut leben. „Wir sind froh, dass es ein Investor aus Deutschland ist und vor allem froh, dass dieser langfristig etwas entwickeln will und uns nicht nur zwei, drei Jahre im Portfolio haben will“, sagt Klaus Kiener. Auch spiele bei Mobotix die Sicherheit sensibler Daten mit Blick auf die Kamerasysteme, die etwa in der kritischen Infrastruktur eingesetzt werden, eine besondere Rolle. Bei einem Mehrheitseigner beispielsweise aus China oder Russland hätte man entsprechend womöglich nicht das aktuell gute Bauchgefühl, wie es nun bei der Certina Gruppe der Fall ist. So sei es für Mobotix weiterhin möglich, den eigenen Transformationsprozess voranzubringen. Schon länger steht der Betrieb nicht lediglich für die Entwicklung hochwertiger Kameras, sondern arbeitet eben vorrangig daran, komplette Systeme zu entwickeln – Software, um ihren Kunden komplette Lösungssystem anzubieten. Eine Entwicklung, die man beim neuen Mehrheitseigner in guten Händen sieht. „Außerdem passt es auch zu unserer eigenen Geschichte als Betrieb ’Made in Germany’“, ergänzt Kiener. Auch stehe hinter der Certina Gruppe eine reiche Familie, die mit ihrem Unternehmen „solide aufgestellt und auch auf Technologie spezialisiert ist“, wie Kiener betont.
Neuer Aufsichtsrat wird neuen CEO bestimmen
Wenn die abschließenden kartellrechtlichen Fragen geklärt sind, wird der Verkauf im Mai vollendet sein. Dann wird Certina auch einen neuen Aufsichtsrat bestimmen, der dann letztlich auch einen neuen Vorstandsvorsitzenden bestimmen wird. Damit seien die spürbaren Veränderungen aber auch schon abgeschlossen. „Wir behalten die Mitarbeiter und auch die Kunden und Aufträge ändern sich nicht“, sagt Thomas Lausten. Es sei erfreulicherweise sogar so, dass selbst Konica Minolta weiter als Kunde mit an Bord bleibt. Gute Voraussetzungen also, um Mobotix weiter zurück ins ruhige Fahrwasser zu führen und entwickeln zu können. Gerade während und nach der Pandemie hatte das Unternehmen rote Zahlen geschrieben. „Die Lage hat sich aber bereits wieder stabilisiert“, sagt Kiener. Mit dem neuen Investor soll diese positive Entwicklung nun weitergehen.