Donnersbergkreis Mit Stipendium für fünf Monate nach Amerika
Gelbe Schulbusse, Teenager, die sich vor Metallschließfächern treffen, ein breites Sportgramm am Nachmittag und Wettkämpfe, bei denen die komplette Schülerschaft mitfiebert: So stellt man sich in Deutschland die High-School in Amerika vor. Das, was die meisten hier nur aus Filmen kennen, wird für die 16-jährige Mara Niebling aus Dörnbach bald zum Alltag: Sie erhielt ein Stipendium, um fünf Monate nach Amerika zu gehen und die High-School zu besuchen.
Aufgeschlossen, freundlich, begeisterungsfähig und interessiert wirkt die Schülerin aus Dörnbach, die das Wilhelm-Erb-Gymnasium besucht. Nach den Ferien wird der morgendliche Schulweg allerdings nicht nach Winnweiler führen, denn am 17. August fliegt die junge Frau über den Großen Teich. Ihre neue Schule wird eine High-School in Michigan sein. All das wird durch ein Stipendium finanziert, das der Schülerin zugesprochen wurde. „Ich freue mich total“, sagte sie mit strahlenden Augen. Anfangs hatte sich Mara für ein anderes Stipendium beworben, was allerdings nicht geklappt hat. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, bewarb sich die Schülerin spontan bei einer anderen Organisation namens Stepin mit Sitz in Bonn – und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ihre Bewerbung, darunter auch eine Kreativarbeit in Form eines selbstgestalteten Banners, war überzeugend, so dass Mara nach Bonn reiste und die Zusage für das Stipendium bekam. Ob ihr der lange Aufenthalt weit weg von zu Hause auch Angst mache? „Die Freude überwiegt, aber natürlich bin ich auch aufgeregt“, so die Schülerin. „Ich liebe das Reisen“, fügt sie an. Mit der Gesangvereinskapelle Rockenhausen war die Klarinettenspielerin bereits in Amerika – und entdeckte dort die Liebe zu diesem Land. „Amerika ist groß und kulturell gemischt, man hat dort die größten Möglichkeiten“, sagt sie begeistert. Außerdem mache ihr die englische Sprache großen Spaß. „Natürlich wird es anfangs nicht ganz leicht, sich in einer fremden Umgebung zu orientieren“, räumt Mara Niebling ein. Doch Angst vorm Weggehen habe sie nicht. Besonders freue sie sich auf den Aufenthalt in der High-School: „Das Schulsystem ist ganz anders, nicht mit dem hier in Deutschland zu vergleichen“, so die Schülerin. Ihr Leben in Dörnbach gestaltet Mara sehr aktiv: Neben dem Mitwirken im Orchester ist sie gerne in der Natur und engagiert sich sehr bei der Evangelischen Jugend. Auch hier machte sie bereits Reise-Erfahrungen: Im Herbst war sie mit anderen jungen Protestanten aus Rockenhausen durch Europa gereist. Bereits da habe sie viel Englisch geredet, weswegen sie auch keine Angst habe, sich nicht verständigen zu können, so die Schülerin. Das Stipendium im Wert von rund 8900 Euro geht nicht auf ihr Konto: Mit diesem Geld wurde die Organisation, die sich um den Aufenthalt kümmert und Gastfamilien vermittelt, bezahlt, ebenso wie der Flug und alle sonstigen anfallenden Kosten. Bis es jedoch soweit war, musste sich die Schülerin mit ihren Eltern durch Berge von Formularen kämpfen, Zeugnisse für die High-School vorzeigen, Impfungen und Gesundheitschecks machen sowie einen Englisch-Test für die Gastfamilie bestehen. Anfangs wusste Mara noch nicht, wo genau ihr Weg in Amerika hinführt. Seit kurzem steht jedoch fest, dass sie bei einer Gastfamilie in Saint Clair in Michigan im Nordosten der USA leben wird. Momentan schreiben sie sich bereits E-Mails, um sich besser kennenzulernen. So steigt die Vorfreude bei Mara noch mehr. Neben einem Vorbereitungstreffen für die 16-Jährige sah die Organisation Stepin auch eines für die Eltern vor. „Wir sind sehr beruhigt, dass sich die Organisation so toll um alles kümmert“, so das Ehepaar Niebling. Fünf Monate seien für einen ersten alleinigen Auslandsaufenthalt eine gute Zeitspanne, fanden die Eltern. Vor allem aber lobten sie die Unterstützung des Wilhelm-Erb-Gymnasiums, das Maras Weg nach Amerika hinsichtlich schulischer Belange ebnete. Und während momentan alle Schüler entspannt die Ferien genießen, rückt für Mara der Abflugtag und damit jede Menge Aufregung und Vorfreude näher. |lcw