Donnersbergkreis Mit Liebe zum Kontrast

Seit Jahren sind die Neuleininger Blaskapelle und der Bolander Heimatverein freundschaftlich verbunden. Am Sonntag griffen die 2
Seit Jahren sind die Neuleininger Blaskapelle und der Bolander Heimatverein freundschaftlich verbunden. Am Sonntag griffen die 20 Musiker zugunsten der Mauersanierung der Burg Neu-Bolanden zu ihren Instrumenten – und zeigten sich in vielen verschiedenen Stilen zu Hause.

«Bolanden.» Sie war für einen guten Zweck gekommen: Für die Mauersanierung der Burg Neu-Bolanden spielte die Neuleininger Blaskapelle am Sonntag im Bolandener Kloster Hane groß auf. Mit etwa 50 meist älteren Personen war das Konzert nur mäßig besucht. Das parallel stattfindende Relegationsspiel des TuS Bolanden und das heiße Wetter hatten wohl viele davon abgehalten zu kommen. Dabei boten die dicken Klostermauern eine angenehm kühle Temperatur, sodass nicht nur das abwechslungsreiche Musikprogramm erfrischte.

Eine langjährige Partnerschaft verbindet die Neuleininger Blaskapelle und den Bolander Heimatverein, wie Thomas Danner vom Heimatverein berichtete: „Im vergangenen Jahr spielte sie bei unserem Parkfest. Heute präsentiert sie ihr diesjähriges Jahreskonzert als Benefizkonzert für die Sanierungsarbeiten an der Burg Neu-Bolanden.“ Mit einem mächtigen Auftakt, der an die Ouvertüre zum Musical „Der Glöckner von Notre Dame“ erinnerte, begann die Kapelle unter Leitung von Markus Eichinger mit „Free World Fantasy“ von Jacob de Haan den Abend und zeigte gleich das ganze Volumen ihres Klangkörpers. Der hohe Raum der Klosterkirche tat ein Übriges, um die Wirkung zu verstärken. Mit einem Stück von Thiemo Kraas ging es weiter: „Cloud(ius) der Wolkenmann“ begann mit Windgeräuschen, die durch Anblasen der Instrumente erzeugt wurden, um dann musikalisch und rhythmisch Regen, Sturm und Sonnenschein darzustellen. „Bei der Uraufführung eines Stückes über einen Regenbogen wurde der Komponist von einem kleinen Mädchen gefragt, wo denn der Wolkenmann ist, der das Wetter macht?“, erläuterte Astrid Seithel, die als Moderatorin mit interessanten Hintergrundinformationen zu den Stücken durch das Konzert führte. „Dadurch angeregt, entstand dieses Stück, das versucht, die verschiedenen Wetter musikalisch darzustellen.“ Mit zwei sehr kontrastreichen Stücken ging es weiter. „Contrasting Scenery“ von Frede Gines zeigte eine Verbindung von getragener Kirchen-, melodiöser Volks-, militärischer Marschmusik und temporeichem Musicalstil. Das anschließende „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan war eine Symbiose aus Barock, Pop und Jazz. Barocke Fanfarenklänge wurden poppig aufgegriffen und Richtung Swing weiterentwickelt. „In unserer Partnerschaft zum Heimatverein Bolanden haben wir heute ein bunt gemischtes, kurzweiliges Programm vorbereitet, bei dem für jedes Alter etwas dabei ist“, sagte Ulrike Neumann, Vorsitzende der Neuleininger Blaskapelle. „Unsere 20 Musiker zeigen dabei ihr Können mit einer Bandbreite verschiedener Rhythmen und Stile.“ Überhaupt schien dem Konzertprogramm das Thema Kontrast zugrundezuliegen. Bei „Belvedere“ von Klaus-Peter Bruchmann war eine Bandbreite von Kirchen- bis Westernmusik mit Anleihen verschiedener Stile zu hören. Auch „Choral and Beat for Band“ von Hermann Kahlenbach führte dies fort: Hier wurde ein Choralthema fugenartig umgesetzt und als Beat in verschiedenen Tempi gespielt. Auch die Reise nach New York in „New York Ouverture“ von Kees Vlak passte zu diesem Oberthema. Sie glich einem Rundgang durch den Big Apple mit romantischen Klängen im Central Park, Jazz in Harlem und Musical am Broadway. Besonders hervorzuheben an einem ohnehin hervorragenden Musikabend ist wohl das Finale des Konzerts. Das „Marsch-Konfetti“ war eine kunterbunte Mixtur aus 30 bekannten Märschen, die ineinander verwoben und mit vielen Soli durchsetzt waren – eine überaus unterhaltsame Komposition, die mit Zitaten von jeweils nur wenigen Takten das ganze Spektrum von Radetzki- bis Hochzeitsmarsch, von Aida bis Narrhalla-Marsch vermischte. Die Posse, die einen Wettstreit zwischen Orchester und Dirigenten zeigen soll, war sicher nicht leicht zu spielen und kaum zu dirigieren, zeigte deshalb aber einmal mehr die Qualität des Ensembles und ihres musikalischen Leiters. Das gefiel auch den Zuhörern. „Ich bin ja eigentlich kein so großer Freund der Blasmusik, aber heute bin ich eines Besseren belehrt worden“, stellte Christiane Treffinger aus Kirchheimbolanden nach den letzten Takten fest. „Blasmusik kann wirklich konzertant sein. Ich hatte richtig Spaß, diese Vielseitigkeit zu erleben. Und gerade beim letzten Stück konnte ich diesen Spaß auch bei den Musikern wahrnehmen. Schade, dass nicht mehr Menschen gekommen sind.“

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