Imsweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Mit dem Bau der Ortsumgehung geht es voran

Diese drei Meter hohe und 100 Meter lange Mauer steht mitten auf der Fahrbahn der alten B 48. Dahinter wird mit Erdreich aufgefü
Diese drei Meter hohe und 100 Meter lange Mauer steht mitten auf der Fahrbahn der alten B 48. Dahinter wird mit Erdreich aufgefüllt.

Warum wird die B 48 gesperrt und zugeschüttet, wenn der Landesbetrieb Mobilität doch gerade eine neue Straße in den Hang treibt? Diese Frage beschäftigt derzeit Autofahrer, die es eilig haben und sich durch die Ampelregelung hinter der Ortsausfahrt Richtung Schweisweiler ausgebremst sehen. Volker Priebe hat Antworten.

Es soll jetzt vorangehen mit dem Bau der Ortsumgehung Imsweiler. Doch um das Projekt, das mittlerweile sicher bis 2024 dauern wird, realisieren zu können, ist einiges an Aufwand erforderlich. Bis im Jahr 2023 die Straßenbauer kommen können, um die Fahrbahndecken einzubauen, müssen enorme Erdmassen bewegt und die gesamten Hänge entlang der neuen Straßentrasse aufwendig befestigt werden. „Wir arbeiten uns derzeit im südlichen Bereich von Imsweiler in den Berg vor, um die Sicherungsarbeiten bewältigen zu können“, sagt der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Kaiserslautern, Volker Priebe.

Dazu wurde eine drei Meter hohe und 100 Meter lange Betonwand auf der alten B 48 aufgebaut. Hinter dieser Mauer füllt ein kleiner Bagger loses Erdreich und Steine auf, um eine untere Trasse zu bilden, auf der gearbeitet werden kann. Zeitgleich steht etwas höher ein weiterer Bagger, der Baumstümpfe und das Erd- und Steinmaterial aus dem höher gelegenen Gelände abträgt. „Das alles dient der Sicherheit des Straßenverkehrs. Wir arbeiten uns im Prinzip Schicht für Schicht nach vorne an den späteren Übergang zwischen Umgehung und der Straße nach Imsweiler“, erklärt Priebe.

Tiefe Löcher werden in den Hang getrieben

Während die Baggerfahrer mit ihren Geräten Schicht für Schicht ein Stück des Berges abtragen, steht etwa 50 Meter weiter in Richtung Imsweiler eine blaue Maschine, vor der ständig Staubsäulen aufsteigen. Das passiert beim Bohren von mehr als zehn Meter tiefen Löchern, die schräg in den Hang getrieben werden. „Der Untergrund besteht hier aus verschiedenen Gesteinsarten und muss mit intensiven Maßnahmen entlang der späteren Umgehung gegen das Abrutschen gesichert werden.

In die zehn Meter tiefen Bohrlöcher kommen Eisenarmierungen, die bis zu 50 Millimeter stark sind. Nachdem der Baustahl in den Fels eingeführt worden ist, wird im Abstand von jeweils einem Meter mit einem Pressverfahren ein Spezialzementgemisch, eine sogenannte Suspension, in die Hohlräume der Bohrlöcher gepresst. Die Löcher sind 150 Millimeter im Durchmesser.

100 Kilometer Stangen verbaut

In regelmäßigen Abständen sind auf den Eisenstangen eine Art Spreizdübel montiert, die garantieren, dass die Stangen unverrückbar den Hang festigen. „Sie müssen sich vorstellen, dass wir hier entlang der Strecke rund 100 Kilometer Baustahlstangen verbauen“, sagt Priebe. Umgerechnet auf Bohrlöcher sind das etwa 10.000. Über den Stangen wird dann ein Fangnetz ausgebreitet, und am Ende der Stangen werden abschließend flache Metallscheiben ähnlich einer Mutter, die auf eine Schraube gedreht wird, montiert, die das ganze Erdreich samt Netz am Hang halten. Dass schon eine Weile mit diesem System gebaut wird, ist am bereits fertiggestellten Trassenbereich zu sehen. Hier siedeln sich bereits wieder Pflanzen und kleine Bäume an.

Mit dem Fortschritt der Arbeiten zufrieden

Mit dem Fortschritt der Arbeiten insgesamt ist Volker Priebe recht zufrieden, auch wenn mittlerweile abzusehen ist, dass das Großprojekt wohl mehr Bauzeit braucht und frühestens 2024 abgeschlossen werden kann. „Wir werden wohl bis Ende Oktober mit der Hangsicherung zu tun haben, danach geht es mit dem Brückenbau weiter“, sagt er. Begonnen wurden die Arbeiten an der Ortsumgehung von Imsweiler im Jahr 2017.

Zur Sache: Der Verlauf der Umgehung

Aus Richtung Rockenhausen beginnt die Umgehungsstrecke in Höhe des bisherigen Parkplatzes an der Bundesstraße 48, kurz vor der Abzweigung der Kreisstraße 7 nach Dörnbach. Danach geht es auf die 222 Meter lange und 15 Meter hohe Talbrücke. Diese überquert die Bahnlinie, die Alsenz samt Überschwemmungsgebiete sowie den Radweg. Durch den Bergrücken führt ein rund 400 Meter langer Tunnel, der „eine Etage“ höher als die Eisenbahntrasse liegt.

Ab dem Ausgang Richtung Schweisweiler verläuft die Straße teils in die Erde „eingeschnitten“, teils „im Freien“ und passiert den Quellbach, ehe sie rund 600 Meter hinter Imsweiler wieder auf die „alte“ B 48 trifft. Die neue Strecke ist 1,78 Kilometer lang und hat eine Fahrbahnbreite von 7,50 Meter. Ursprünglich waren die Kosten für das Mammut-Projekt mit 28 Millionen Euro veranschlagt – wegen Problemen mit dem Untergrund, Grundwasser im Bereich des Tunnels und gestiegenen Baupreisen war die zu erwartende Summe mittlerweile auf 66 Millionen Euro gestiegen.

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