EISENBERG RHEINPFALZ Plus Artikel Mit dem Autokorso zur Kundgebung der IG Metall

Flagge zeigen für Beschäftigungssicherung und die Forderung nach vier Prozent mehr Entgelt. Die Kundgebung der IG Metall auf dem
Flagge zeigen für Beschäftigungssicherung und die Forderung nach vier Prozent mehr Entgelt. Die Kundgebung der IG Metall auf dem Marktplatz in Eisenberg sah corona-bedingt dieses Mal etwas anders aus.

Die Industriegewerkschaft Metall hat für Montag zu einer Kundgebung und zum Warnstreik auf dem Marktplatz aufgerufen. In mehr als 60 Fahrzeugen kamen die Kollegen von Borg Warner und Gienanth im Autokorso angefahren. Mit Hupsignalen machten die Gewerkschaftsmitglieder lautstark auf sich aufmerksam, um gegenüber der Arbeitgeberseite ihre Forderungen zu unterstreichen.

Dicht gedrängt, Fahnen schwingend vor dem Firmensitz von Gienanth auf die Anliegen der Kollegen und ihre Forderungen nach mehr Entgelt und Beschäftigungsschutz hinzuweisen, das war dieses Mal nicht drin. In Coronazeiten ist auch für Gewerkschaften alles nur unter erschwerten Bedingungen machbar. Doch die organisierten Kollegen aus der IG Metall zeigten sich am Montag überaus kreativ. Wie an anderen Standorten von Metall-Betrieben wurden gestern bei Borg Warner in Kirchheimbolanden und bei Gienanth in Eisenberg Warnstreiks abgehalten. Trillerpfeifen einzusetzen war streng verboten, trotzdem schafften es die Gewerkschafter laut und bunt auf dem Marktplatz in Eisenberg ihre Standpunkte zu verdeutlichen. In Kirchheimbolanden war der Autokorso unter Polizeischutz gestartet, hatte dann die Kollegen bei Gienanth eingesammelt, um unter lautem Gehupe auf den Marktplatz einzufahren. Dort standen schon die Ordner der IG-Metall bereit, um ähnlich wie in einem Auto-Kino die einfahrenden Fahrzeuge anzuordnen. Eindringlich auch der Appell der IGM-Funktionäre: „Kollegen, bitte bleibt bei Euren Fahrzeugen“, denn nur auf diese Weise konnte gewährleistet werden, dass Abstände corona-konform eingehalten werden konnten.

Vier Prozent mehr Geld gefordert

Hauptrednerin war am Montag die Geschäftsführerin der IG Metall Ludwigshafen/Frankenthal Birgit Mohme. Sie machte deutlich, dass der laufende Arbeitskampf auf drei große Schwerpunkte abzielt: Beschäftigungssicherung, Zukunftssicherung und eine Entgelterhöhung um vier Prozent. Dabei sei die IG Metall mit der Devise angetreten, dass die Lohnerhöhung auch als Garantie für Beschäftigungssicherung in den Betrieben eingesetzt werden kann. Zudem verlangen die Gewerkschafter, dass den Auszubildenden in den Betrieben eine Übernahmen garantiert werden soll. Eine Forderung ist zudem die Einbindung von Werksstudenten, die eine Duale Ausbildung durchlaufen, in den Tarifvertrag.

„Die Arbeitgeber haben sich noch keinen Zentimeter auf uns zubewegt“, beklagte Mohme. Der Vorschlag der Arbeitgeberseite eventuell im ersten Quartal 2022 eine Einmalzahlung leisten zu wollen, sei keine Annäherung. Im Gegenzug wollen die Unternehmen, die aus Sicht von Mohne teilweise auch in Corona-Zeiten satte Gewinne einfahren können, Einschränkungen beim Weihnachts- oder Urlaubsgeld durchsetzen. Eine Entgelterhöhung sei schon gleich gar nicht drin, hätten die Arbeitgeber durchblicken lassen. Begründet werde dies durch die zusätzlichen Belastungen der Betriebe durch Corona.

Intensivierung des Arbeitskampfs nach Ostern

„Wir haben auch zusätzliche Belastungen. Wir arbeiten mit Maske, teils zwangsweise im Homeoffice, mancher gezwungenermaßen am heimischen Esstisch“, rief Mohne der Arbeitgeberseite entgegen. Sie kündigte an, dass die Gewerkschaft nach Ostern den Arbeitskampf noch intensivieren wolle. Insgesamt hätten sich aus Reihen der Gewerkschaft bislang 745.000 Kollegen am Arbeitskampf beteiligt. „Wir erwarten von den Unternehmen jetzt ein vernünftiges Angebot“, so Mohne.

Kurze Gruß- und Dankesworte für das Engagement und für die Teilnahme an der Kundgebung sprachen Peter Thoni von Borg Warner und Thomas Brunck von Gienanth.

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