Donnersbergkreis Mit 21 Jahren am Bus-Steuer
„Schneewittchen und sein Zwerg“ sind auf dem 13 Meter langen Bus zu lesen. Außerdem ist eine hübsche junge Frau im roten Kleid auf der Seite des Fahrzeugs zu sehen. Der Bus ist das Lieblingsgefährt von Sabrina Meister. Die 21-Jährige hat Ende Juli ihren Führerschein für Reisebusse bestanden, was eine Besonderheit in diesem Alter ist.
Damit ist gesichert, dass Bus-Touristik Meister in der nächsten Generation bestehen wird. Die 1,56 Meter große junge Frau hat seit der Prüfung schon 1500 Kilometer hinter sich gelassen und ihr Schneewittchen auf der ersten Reise nach Südtirol gefahren. Schneewittchen heiße der Reisebus, weil er als einziger in der Flotte weiß lackiert ist. „Der Zwerg bin ich selbst“, sagt Sabrina Meister mit einem Lächeln im Gesicht. „Nur etwa acht junge Leute in Sabrinas Alter machen diese besondere Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK)“, hat Jürgen Meister von der IHK erfahren. Ganz offiziell darf sich Sabrina Meister jetzt „Berufskraftfahrerin Klasse D im Reiseverkehr“ nennen. Allerdings unterliegt sie noch drei Jahre einer Einschränkung: Nach EU-Recht darf sie erst im Alter von 24 Jahren im Ausland ans Steuer. Jürgen Meister ist stolz auf seine Tochter, die ihren Führerschein in der firmeneigenen Fahrschule für Busfahrer erworben hat. Es gebe schon andere Kolleginnen, Reisebusfahrerinnen, die aber meist erst im Alter von über 30 Jahren auf diesen Beruf umgeschwenkt hätten, erklärt Jürgen Meister. Er bildet als Fahrlehrer aller Klassen regelmäßig auch Busfahrer aus. Einen seiner Busse hat er dafür eigens mit einer Acht-Gang-Doppel-H-Schaltung und 430 PS ausgestattet. Als Reisebusfahrerin ist die 21-jährige Sabrina allerdings immer noch eine Ausnahme, dazu noch in einer Männerdomäne. „Ich bin im Bus aufgewachsen“, erzählt sie. Schon als Kind sei sie auf den Reisen dabei gewesen. Theoretisch dürfte die 21-Jährige auch Linienbusse fahren. Das interessiere sie allerdings weniger. Bislang sei sie als Fahrerin in allen möglichen Bereichen aktiv gewesen: „Mietwagen, Flughafentransfer, das war bislang meine Haupttätigkeit im Unternehmen. Das wird jetzt wohl mein Bruder übernehmen“, erzählt die junge Frau, die ihren Lebensweg im Reisebusgeschäft sieht. „Alles andere muss sich anpassen“, sagt die selbstbewusste 21-Jährige, die hauptberuflich in Frankenthal bei einem Nutzfahrzeug-Service im Büro tätig ist. In ihrem Ausbildungsbetrieb habe sie zunächst Bürokauffrau gelernt. Danach habe sie im Anschluss an die Berufsausbildung noch eine Weiterbildung machen können, die sie mit der Unternehmerprüfung für Gelegenheitsverkehr, Taxi und Mietwagen abgeschlossen habe, erzählt sie. Diese Unternehmerprüfung benötige sie, um den Betrieb ihres Vaters weiter führen zu können.