Donnersbergkreis Metalldiebe gucken in den Mond
Die Sonnenuhr im sogenannten Lohnsbachpark in Winnweiler ist wieder komplett. Nun ist es den Parkbesuchern wieder möglich, die Zeiten nach Vorgabe der Sonne abzulesen. Rowdies hatten das Werk teilweise zerstört, indem sie die Messingteile abrissen und vermutlich zu Geld machten.
„Dem haben wir jetzt entgegengewirkt, indem wir kein wertvolles Metall verwendeten, sondern einen überzogenen Kunststoff“, erklärte Otmar Scherrer bei der Montage. Der frühere Leiter des ehemaligen Kataster- und Vermessungsamtes in Winnweiler war schon vor 40 Jahren der geistige Vater dieser Sonnenuhr. Intensiv hat er sich mit der Sonne und der Umsetzung ihrer Stahlen zu einer Uhrzeit befasst. „Diese Sonnenuhr ist eine der wenigen, die genau geht“, verkündet der Erbauer mit Stolz. Da es eine Unrundung der Sonne beim Umkreisen durch die Erde ergibt, erklärt eine ebenfalls wieder hergestellte Tafel die zeitlichen Abweichungen. Keiner Bereinigung der Zeiten bedarf es an vier Tagen im Jahr, am 15. April, 16. Juni, 1. September und 24. Dezember. Otmar Scherrer hat Unterstützung beim Anschrauben der neuen Tafeln am verbliebenen Eisenrahmen. Fachmännisch bohren und schrauben Otto Leidinger, Werner Hofmann und Eberhard Dodegge. „Es muss bis auf den Millimeter genau stimmen“, erklärt Scherrer den Helfern. Das gilt insbesondere für das Informationsband „Die Sonnenhöhe in den Jahreszeiten“. Ganz unten ist die Markierung für den Sommeranfang und oben die für den Winteranfang. Ein Stab, genauestens ist seine Lage berechnet, sorgt für den auf der Skala erscheinenden Schatten. Unterstützend legte Ortsbürgermeister Rudolf Jacob mit Hand an. „Schade, dass diese Arbeiten notwendig wurden“, sagte Jacob, der lobende Worte für die Akteure fand. Das Werk von Otmar Scherrer habe nun wieder seine volle Funktionsfähigkeit erlangt und lade immer wieder Menschen zum Verweilen ein, so Jacob. Durch die Verwendung eines anderen Materials dürften die Tafeln nun dauerhaften Bestand haben. „Man muss ja nicht mehr den Metalldieben eine Gelegenheit geben“, fügte Scherrer an. Die Kosten für die neuen Schilder trägt der Erbauer aus eigener Tasche. Den finanziellen Aufwand nahm er gerne auf sich, weil damit der Sonnenuhr ihre Funktionstätigkeit zurück gegeben wurde. (llw)