Donnersbergkreis Mehr Bauch als Kopf

WINNWEILER. Sichtlich entspannt, mit großer Vorfreude und demütig: So hat sich Sänger Mark Forster rund um sein Heimspiel am Samstag in Winnweiler gezeigt. Neben einem Konzert vor 4000 Besuchern auf dem Schlossplatz (wir berichteten gestern), gehörte dazu auch ein Eintrag in „das richtige“ Buch. Und dann ist da noch die Ankündigung eines Besuchs an seiner alten Schule...
Er ist einer dieser Typen, mit denen man stundenlang quatschen könnte. Eigentlich fehlen in diesem Moment nur ein Grill und ein paar Bierchen. Stundenlang hat Mark Forster aber nicht Zeit. Schließlich stehen an diesem Samstag gleich noch ein Eintrag ins Goldene Buch der Ortsgemeinde und später sein Konzert bevor. Doch während dieser Plauderminuten im Bistro Max wird (einmal mehr) deutlich: Mark Forster ist der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Der Junge ist weiter geerdet. Mehr Bauch als Kopf sozusagen. An einem kessen Spruch fehlt es ihm eigentlich nie. Natürlich auch nicht in Winnweiler, wo er jede Ecke kennt. Rudolf Jacob, Winnweilers Orts- und Verbandsgemeindebürgermeister, bekommt später gleich mehrere gedrückt. „Ich bin vom Schwarzen Buch aufgestiegen in das exklusive Buch. Der nächste Stepp wäre nun, dass der Schlossplatz in Mark-Forster-Platz umbenannt wird“, ist einer davon. Dass er sich in ein Buch seiner Heimatgemeinde einträgt, ist für Forster, der mit bürgerlichem Namen Marek Cwiertnia heißt, nichts Neues. Im November 2012 war es das schwarze der Verbandsgemeinde. Das Goldene der Ortsgemeinde war seinerzeit verschollen. Bürgermeister Rudolf Jacob hatte es im vergangenen Jahr beim Aufräumen wieder entdeckt. „Endlich das Richtige!!! Vielen Dank!“, schreibt der Sänger in das Buch – und schiebt mit ernstem Ton nach: „Ich freue mich sehr, eine große Ehre.“ Denn bei allen Späßchen, die Forster an diesem Tag macht – vormittags mit kleinen Fans am Bahnhof oder mittags beim Spaghettieis-Essen –, weiß der Sänger zu schätzen, dass Winnweiler für ihn Kopf steht. Ohnehin gibt es kaum ein Fernsehinterview, in dem er seine Heimatgemeinde nicht erwähnt. Einen besseren Botschafter könnte sich der Ort, ja könnte sich die Region kaum wünschen. Und dass er trotz der vielen Jahre, in denen er mittlerweile in Berlin lebt, seinen Heimatdialekt nicht verlernt hat, davon können sich die Konzertbesucher am Abend überzeugen. Da läuft alles rund und friedlich ab – auch wenn so mancher sich gewünscht hätte, dass die Bühne etwas höher ist und man so den Heimkehrer nicht nur singen hört, sondern auch sieht; und sich vor der Damentoilette nicht so lange Schlangen bildeten. Eins hat nicht geklappt: Ein Treffen mit den Forster-Kids. Die jungen Fans von ihm, die regelmäßig proben und dessen Lieder bei Auftritten singen, bedauerten das sehr. Doch im Gespräch mit der RHEINPFALZ kündigt der Sänger an, dass das nachgeholt werden soll. „Ich habe ohnehin geplant, einmal an meiner alten Schule vorbeizuschauen. Es wird sich hoffentlich ergeben, dass ich im Proberaum vorbeischauen kann. Ich werde dann mal überprüfen, ob der Laden richtig läuft“, lächelt Mark Forster. Am Wilhelm-Erb-Gymnasium könnte also noch ein kleines Heimspiel folgen.