Donnersbergkreis Mark Forster begeistert Winnweiler zum Stadtgeburtstag
Mark Forster „flashed“ Winnweiler, und zwar gehörig: Binnen weniger Wochen war das Konzert „Heimspiel@1125 Jahre Winnweiler“ ausverkauft. Am Samstagabend kamen nun 4000 Fans, die sich rechtzeitig ihre Tickets gesichert hatten, nach Winnweiler, um „ihren“ Mark Forster live erleben zu können. Über eineinhalb Stunden hielt der gebürtige Winnweilerer mit einem bunten Mix seiner größten Hits und neuen Songs, Balladen und Pop-Musik sein Publikum auf Trab – und für dieses einmalige Konzert vor heimischem Publikum ließ sich Mark Forster einige Besonderheiten einfallen.
„Winnwiller, hocke ner all?“ – seit zehn Jahren lebt Mark Forster (32) in Berlin, sein Pfälzisch aber klingt, als wäre er nie weg gewesen. Und genau das ist es, was das heimische Publikum an ihm so feiert: Er ist einer von uns. Das hat Forster zwischen seinem Sieg beim Bundesvision Song Contest, Starrummel und ZDF-Auftritten während der Europameisterschaft nicht vergessen: „Es ist so surreal, hier zu stehen. Die Duschen, in denen wir geduscht haben, sind im Festhaus, dort, wo ich mein Abi bekommen habe.“ Eineinhalb Stunden lang gab er seine größten Hits wie „Au Revoir“, „Bauch und Kopf“, „Immer immer gleich“, „Flash mich“ oder „Stimme“ zum Besten – die Textsicherheit der Fans stand dabei der von Forster in nichts nach. Aber auch viele Songs seines neuen Albums „Tape“, das aktuell auf Platz zwei der deutschen Albumcharts rangiert, spielte er für das Publikum. Für die Fans aus seiner Heimat wollte Forster nicht irgendein Konzert geben, und so gab es etliche Besonderheiten, die das Open Air zu einem einmaligen Erlebnis machten. Er plauderte aus dem Nähkästchen über die Entstehung seines neuesten Albums, so etwa wie er mit den weltberühmten „Harlem Gospel Singers“ im Studio stand. Aber auch Kindheitserinnerungen an seine Zeit in Winnweiler teilte er mit seinem Publikum. Und Mark Forster setzte zudem auf die Unterstützung durch eine perfekt eingespielte Liveband mit Gitarren, Keyboards, Schlagzeug und Blasinstrumenten. Seine Hits, die die Radiosender in Deutschland und Österreich rauf und runter spielen, haben nicht nur die jungen Fans, sondern auch die ältere Generation im Ohr. Spätestens seit dem Beginn der Europameisterschaft in diesem Jahr kennt jeder den bärtigen Brillenträger mit der Kappe, schließlich ist sein Hit „Wir sind groß“ der offizielle EM-Song des ZDF. Seine selbstgeschriebenen Texte kommen vor allem deshalb so gut an, weil sich jeder damit identifizieren kann. Wie etwa bei seinem neuen Song „Natalie“. Das Lied hat er für seine gleichnamige Schwester geschrieben, zu der er eine typische Geschwister-Beziehung mit allerhand Neckereien pflegt. So heißt es in dem Song: „Und wieder lachst du über meine grauen Haare, bin froh, dass ich die überhaupt noch habe, hast dich selber wirklich kaum verändert, seitdem du sprechen kannst, gehst du mir auf den Sender.“ Seine Schwester Natalie war selbst auch bei dem Konzert. Sie ist dabei sein größter Fan, kennt selbst aus den neuesten Hits jedes Wort. Authentisch macht ihn außerdem, dass er selbst Songwriter ist und sich in seinen Hits selbst gerne auf die Schippe nimmt. Dass er insgesamt ein Spaßvogel ist, zeigte er auch zwischen den einzelnen Songs. Bei Animationen auf sympathischem Denglish wie „Everybody klatsch“ konnten selbst die Ältesten im Publikum und die Zuschauer an den Fenstern rund um den Schlossplatz nicht still stehen bleiben. „Vollgas“ gab es vor der Bühne, wo ununterbrochen gesungen und getanzt wurde, aber auch auf der Bühne, wo Mark Forster und seine Band ihre Show ablieferten – bis es wieder „Au Revoir“ hieß. Bereits vor dem großen Auftritt des Winnweilerers ging es auf dem Konzertgelände heiß her: Die junge Band „Marii“ stimmte die geduldigen Fans mit Coverversionen bekannter Hits und einigen selbst getexteten Songs auf Mark Forster ein. Die Besonderheit des Konzerts „Heimspiel @1125 Jahre Winnweiler“ lag aber vor allem in der einmaligen Gelegenheit für die regionalen Forster-Fans. Konzerte gibt der Sänger mittlerweile in riesigen Hallen in München, Dresden, Saarbrücken oder seiner Wahlheimat Berlin – das exklusive Konzert mit verbilligten Tickets in Winnweiler gab aber auch den kleinsten Fans die Chance, ihr großes Idol mal hautnah erleben zu können. Für sie gab es allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Durch eine fehlende Absperrung für Kinder im vorderen Bereich konnten sie ihr erstes Konzert nur von den Schultern von Mama, Papa oder großen Geschwistern aus erleben. Der überaus euphorischen Stimmung auf dem Schlossplatz tat das allerdings keinerlei Abbruch. Bis elf Uhr feierten die 4000 Gäste ihren Mark Forster. Nur die Hoffnung, dass es über das Konzert hinweg nicht regnen würde, blieb unerfüllt: Zum großen Finale des Konzerts mussten sich die Fans mit ordentlichem Niederschlag in Form von goldenem Konfetti arrangieren. Angesichts der dicken Regenwolken, die über Winnweiler hingen, hätte es schlimmer kommen können...