Kirchheimbolanden
Manfred Mann’s Earth Band in Kirchheimbolanden
Der Parkplatz vor der Halle ließ erkennen, von wo die geschätzt 400 Fans angereist waren. Autos mit Kennzeichen von Basel, Luxemburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart waren ebenso zu finden, wie Mainzer, Frankenthaler, Kaiserslauterer oder Landauer. So bunt gemischt wie die Herkunft war auch das Alter der Besucher. Die Mehrheit war weiblich und über 60 Jahre alt, aber auch Jüngere und das mittlere Alter waren gut vertreten.
Von der aus Luxemburg stammenden Vorband „Fred Baretto Group“ wurden die Zuschauer mit klassischem Rock auf Touren gebracht und somit an Rhythmus und Lautstärke eingestimmt auf das Hauptprogramm. Das bestand in diesem Fall nicht aus einem der Tribute-Konzerte, die sonst meist in Kirchheimbolanden gastieren. Nein, an diesem Abend stand das Original selbst auf der Bühne.
Sieben epische Titel
„Endlich ist es wieder möglich, mit Anderen zusammen Konzerte live zu erleben“, meinte Heike Imbsweiler aus Saarlouis. „Manfred Mann ist heute schon über 80 Jahre alt und wie mir scheint, performed er heute besser als vor 35 Jahren. Es ist die Musik meiner Jugend und sie ist immer noch so lebendig und aktuell. Es ist toll, dass ich das heute erleben durfte. Da wünscht man sich, dass man in dem hohen Alter selbst noch so fit ist.“
Mit einigen ihrer großen Hits gestaltete die Band den Abend: „Martha's Madman“, „Don’t Kill It Carol“, „Father Of Day, Father Of Night“, „I Came For You“, „ Blinded By The Light“, „Davy’s on The Road Again“ und „The Mighty Quinn“. Es waren zwar nur sieben Titel, diese wurden aber episch ausgespielt. Damit wurde deutlich, aus welcher Zeit diese Band kommt. In den 1970er Jahren war es noch üblich, Stücke über zehn bis 20 Minuten auszubauen und mit Soli und Improvisationen zu eindrucksvollen Live-Erlebnissen werden zu lassen.
Unverwechselbarer Sound
Insbesondere Mick Rogers brillierte dabei immer wieder mit seinem mitreißenden Gitarrenspiel. Manfred Mann an Hammond Orgel, Keyboard und Synthesizer dagegen setzte sich nur wenige Male solistisch in den Vordergrund. Meist begnügte er sich damit, mit der Rhythmusgruppe aus Steve Kinch am Bass und John Lingwood am Schlagzeug mit seinem Orgelspiel den unverwechselbaren Sound der Band zu sichern. Wenn er aber zu einem Solo ansetzte, dann zog er alle Register und riss seine Fans mit. Robert Hart als Sänger war dann im Rampenlicht, wenn er mit seinem Gesang gefordert war. Dabei interagierte er gerne mit dem Publikum. Wenn er es zum Mitsingen aufforderte, fand er einen willigen und textsicheren Konterpart.
Schon nach den ersten Takten, hatten die ersten Fans zu tanzen begonnen. Nahezu jeder nahm den Rhythmus der Musik auf, der sie bis zum Ende des Konzerts nicht mehr losließ. „Die Spielfreude, die diese Musiker an den Tag legen, ist unglaublich. Denen konnte man die zwei Jahre Konzertpause nicht anmerken“, zeigte sich Uli Glup aus Jugenheim begeistert. Der eingefleischte Fan feierte an diesem Abend seinen 84. Konzertbesuch bei Manfred Mann und hat auch für die nächsten Konzerte der aktuellen Tour bereits Karten.
Beseelt auf dem Nachhauseweg
Nach den finalen Klängen von „The Mighty Quinn“ mag sich mancher Fan zwar von der Musik beseelt, aber auch im Bewusstsein auf den Heimweg gemacht haben, dass es vielleicht das letzte Mal gewesen ist, die Musik seiner Legenden live und im Original erlebt zu haben.