Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Luftbildrätsel: Mit der Lupe auf Spurensuche

Um das Weitersweilerer Gotteshaus zu finden, brauchte so mancher eine Lupe.
Um das Weitersweilerer Gotteshaus zu finden, brauchte so mancher eine Lupe. Archivfoto: Stepan

Kein Sportplatz, eine nur schwer erkennbare Kirche – das war keine leichte Aufgabe. Dennoch sind 24 Leser unseres Luftbildrätsels zu dem Ergebnis gekommen: Hier kann es nur um Weitersweiler gehen. Dabei zog sich nicht etwa ein roter Faden durch die Lösungsansätze, sondern vielmehr ein grünes Band.

Und das fiel unter anderem Horst Böhmer direkt auf. Der „Baum- und Buschgürtel entlang des Häferbaches, der den Ort in zwei Teile trennt“, brachte ihn auf die richtige Fährte. Und der Höringer steuert gleich noch eine interessante Information über Weitersweiler bei: „Diese zwei Ortsteile gehörten in der Vergangenheit zu verschiedenen Herrschaften.“

„Sehr markant auf den ersten Blick, die Trennung des Ortes durch die Baumreihe entlang des Häferbaches“, stellt auch Werner Moster aus Bisterschied fest. Als „schönes sauberes Dorf“ ist ihm die Gemeinde aus der Verbandsgemeinde Göllheim im Gedächtnis geblieben. Die ist übrigens – kleine Notiz am Rande – „der einzige Ort der VG nördlich der A 63“, wie Horst Böhmer anmerkt. Und auch Peter Kimmel fiel das grüne Band durch die Gemeinde sofort ins Auge: „Markant ist die Zweiteilung des Ortes“, schreibt er – hat aber bei des Rätsels Lösung auch einen entscheidenden Vorteil: Kimmel stammt aus Weitersweilerer. Und tippte ganz richtig auf seinen Heimatort.

Obstgarten, Markt und Pferde

Auf solches Insiderwissen kann natürlich nicht jeder zurückgreifen. Als „nicht im Ostdonnersbergkreis Urgeborene“, wie Sylvia und Gerhard Hager sich beschreiben, sei ihnen die Lösung des Rätsels diesmal sehr schwer gefallen – und das, obwohl ihr Heimatort doch nur rund zehn Kilometer Luftlinie von Weitersweiler entfernt sei. Die beiden wohnen in Alsenbrück-Langmeil. Vielleicht auch deshalb fassten die Hagers einen Entschluss: Eine der nächsten Rad- oder Wandertouren soll nach Weitersweiler führen.

Dort gibt es schließlich auch einiges zu entdecken, wie mehrere Leser hervorheben: etwa den deutsch-französischen Obstgarten, um den sich das „Streuobst-Team“ in der Gemeinde kümmert, oder den deutsch-französischen Bauernmarkt, der zuletzt Anfang Juni stattfand. Auch die Weitersweilerer Pferde sind offensichtlich einigen ein Begriff – eine Reitanlage rechts im Bild machten zum Beispiel Daniel Kluge und Gerhard Müller auf unserem Luftbild aus. Und auch Cornelia Storck aus Einselthum entdeckte unter anderem gleich einen Reiterhof.

„Nicht ganz einfach“ lautete das Urteil von Thomas Göhring (Albisheim). Bei der systematischen Suche fielen ihm dann aber doch einige Besonderheiten auf: etwa „die großausholende und ansteigende S-Kurve an der Kirche“, „einige charakteristische große Höfe“ oder der Bolander Wald im Hintergrund. „Plötzlich fügt sich eins ins andere – und wieso hat man es nicht gleich erkannt?“, fragt sich Göhring.

Auch Volker Langguth-Wasem aus Sankt Alban hatte zunächst seine Schwierigkeiten. „Erst mit einer Lupe erkannte ich im Bild an der Hauptstraße die typische Kirche für Weitersweiler. Und am Bildrand unten rechts den Mitfahrerparkplatz am Friedhof an der Hauptstraße, die zur Autobahnauffahrt nach Mainz und Kaiserslautern (A 63) führt.“

„Ganz schön groß geworden“

Diese hervorragende Verkehrsanbindung ist nach Ansicht von Claus Becker übrigens mit ein Grund dafür, dass sich die Einwohnerzahl der Gemeinde Weitersweiler von rund 260 im Jahr 1960 auf mittlerweile rund 510 fast verdoppelt habe. „Nach den mir zugänglichen Unterlagen wurde Weitersweiler 1144 erstmals erwähnt als eines stilles, idyllisches Dörfchen im Vorgelände des Donnersberges. Dies dürfte auch den Zuzug von außerhalb beflügelt haben“, vermutet der Mauchenheimer. Ähnliches mutmaßt übrigens auch Thomas Göhring. Seine oben erwähnte Frage, warum er den Ort nicht gleich erkannt hat, beantwortet der Albisheimer nämlich noch direkt selbst: „Vielleicht weil Weitersweiler inzwischen auch ganz schön groß geworden ist? Scheint so, als würde es den Menschen da gefallen – und das ist bei dem hübschen Anblick sehr nachvollziehbar.“

Wörtlich: „Weitschwiller“ Kirche(n) und ihre Besucher

Birgit Göbel (Weitersweiler):

„Erkannt habe ich es an der markanten Baumreihe, die das Dorf in zwei Bereiche unterteilt, und der Kirche, die einem nur als original Weitersweilerer sofort ins Auge springt.“

Albrecht Jung (Breunigweiler):

„Mit der Lupe war die katholische Kirche zu erkennen. Es gibt aber auch noch eine zweite Kirche, besser gesagt: einen Rest. In der Bildmitte, in den Talwiesen, ist der Chor einer untergegangenen gotischen Kirche sichtbar. Schade, dass das interessante Bauwerk recht unbekannt und auch meistens unzugänglich ist.“

Claus Becker (Mauchenheim):

„Eine weitere Besonderheit geht aus den Nordpfälzer Geschichtblättern von 1912 hervor. In früheren Jahrhunderten gehörte Weitersweiler zum Wamboldischen Besitz. Der Förster der 180 Morgen Wald der Gemeinde betreute, wohnte aber in Standenbühl. Zitat: ,Die Katholischen haben eine Kapelle auf dem Rathaus, die der Pfarrei Weitersweiler Mainzer Bistums und Alzeier Landkapitels untergeben ist. Die Reformierten gehen nach Einselthum zur Kirche. Sowohl den großen als den kleinen Zehnten beziehet die Kurfürstliche Hofkammer allein.’“

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