Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Laufen im Leiningerland: Den Kopf frei bekommen

Maria Bengel Foto: Frei
Maria Bengel

Maria Bengel aus Dirmstein ist seit zwei Jahren passionierte Läuferin. Bei ihrem Sport geht es ihr vor allem darum, den Kopf vom Alltag frei zu bekommen. Deshalb vereint ihre mehr als zehn Kilometer lange Lieblingsstrecke zwei wesentliche Aspekte: eine unkomplizierte Streckenführung und Sicherheit.

„Da ich auch öfter abends mal laufe, hat sich mein Mann gewünscht, dass ich nicht alleine im Feld unterwegs bin,“ erklärt Maria Bengel sogleich, warum ihr eine sichere Streckenführung wichtig ist. Sicherheit bedeutet in diesem Fall, dass die Strecke zwar auf asphaltierten Wirtschaftswegen verläuft, aber bis auf ein kurzes Teilstück am Anfang immer parallel zu einer Landstraße oder durch Ortschaften führt. „Zum einen habe ich immer Licht und zum anderen könnte ich immer ein Auto anhalten, falls mir mal etwas passiert.“

Los geht es am Soccerpark in Dirmstein – wer vor oder nach dem Lauf nicht genug hat, kann hier noch ein paar Bälle beim Fußballgolf schlagen. Vom Parkplatz aus führt die Strecke einmal um den Golfplatz herum in Richtung der Firma Seger Traktorteile, die bereits von Weitem sichtbar ist. Hinter dem industriellen Aussiedlerhof läuft Bengel Richtung Süden mit dem Ziel Gerolsheim.

Entspannen parallel zur L 520

Fortan geht es 1600 Meter schnurstracks geradeaus bis zur Ortschaft Gerolsheim. „Ich schalte beim Laufen so ab, dass ich von der Strecke eigentlich fast nichts mitbekomme. Daher kommt mir immer geradeaus zu laufen entgegen,“ berichtet Bengel mit einem Lachen. Passend dazu geht es auch durch das rund 350 Einwohner zählende Dorf fast stets geradeaus, bis Bengel an der Hauptstraße angelangt. „Ab dieser Stelle laufe ich auf dem Gehweg neben der Hauptstraße bis zum Ortsausgang, Richtung Heßheim“, erklärt Bengel, die die „Kopf-frei“-Strecke ungefähr einmal pro Woche läuft. Am Ortsausgang angekommen geht es weiter auf einem Feldweg, der parallel zur Landstraße 520 verläuft.

„Im Frühsommer gibt es hier ein paar frische Vitamine für auf die Hand“, weiß Bengel. Denn zwischen Gerolsheim und Heßheim liegt ein Erdbeerfeld zum Selbstpflücken. „Es schadet also nicht, immer ein paar Eurostücke dabei zu haben“, hat die Streckenerfinderin einen guten Tipp parat.

Wer den Kopf bis hierhin noch nicht frei hat, erhält erneut eine Chance. Denn auf diesem Teilstück geht es drei Kilometer lang parallel zur L 520 geradeaus. Dann muss der Kopf aber doch kurz eingeschaltet werden, denn am Ortseingang von Heßheim knickt die Route um 90 Grad nach Norden in Richtung Heuchelheim ab. Das Profil bleibt aber gleich: Wirtschaftsweg neben der Landstraße. Nach rund zwei Kilometern führt die L 453 an Heuchelheim vorbei. An dieser Stelle endet der parallel verlaufende Laufweg.

Der erschöpfte Hund

Bengel hat eine pragmatische Lösung gefunden, um weiterhin auf sicheren Straßen zu bleiben: Sie läuft durch die Ortschaft Heuchelheim, von der Landstraße Richtung Norden auf der Bahnhofsstraße bis zur Ortsmitte. Auf der Dirmsteiner Straße beginnt schließlich die Schlussetappe. Der Nase nach immer Richtung Westen geht es nach Dirmstein, unmittelbar nach dem Ortseingang führt eine Straße laut Bengel links in ein Neubaugebiet. „Dort dann die erste Straße rechts nehmen und man ist auf der Hauptstraße von Dirmstein, von hier aus kann man den Soccerpark eigentlich nicht mehr verfehlen.“

Nach 10,2 Kilometern ist das Ziel, das auch der Start war, erreicht. „Einmal hatte ich meinen Hund dabei, dem war die Strecke aber zu lang“, hat Bengel noch eine lustige Anekdote zur Strecke parat. „Nach dem Lauf war er völlig fertig, jetzt nehme ich ihn nur noch auf kürzeren Strecken mit.“

Die Serie

In unserer Serie „Laufen im Leiningerland“ stellen wir wir Laufstrecken in Grünstadt und dem Leiningerland vor. Dabei ist sowohl für Anfänger, Fortgeschrittene als auch geübte (Marathon)-Läufer etwas geboten.

Die Chill-out-Strecke Grafik: Dostal
Die Chill-out-Strecke Grafik: Dostal
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