Donnersbergkreis
Landrat Guth zur Ärzteausbildung: Universität in Ungarn „in allen Facetten beeindruckend“
„Die Universität in Pécs ist in allen Facetten beeindruckend“, berichtet Landrat Guth von der Reise nach Ungarn. Die Uni sei sehr modern ausgestattet und die Lehrmethoden in Kleingruppen sehr praxisorientiert. Ein Beispiel: „Im Anatomieraum sitzen die Studenten jeder mit eigenem Mikroskop und werden von einem eigenen wissenschaftlichen Assistenten betreut.“ Im Skill-Lab seien Operationsräume nachgebaut worden, an denen an Dummies operiert wird. Unter den 3000 Medizinstudenten sind rund 700 Deutsche. „Die Studenten haben uns erzählt, dass sie gefordert werden, dass es auch manchmal stressig ist, aber dort ein sehr gutes Klima herrscht“, erzählt Guth. „Und sie seien in Deutschland später sehr begehrt, weil dort bekannt ist, dass von dieser Uni gute Ärzte kommen.“
Jede Gebietskörperschaft, die in der Westpfalz an der Initiative teilnimmt, bekommt feste Studienplätze zugesichert. So hat auch der Donnersbergkreis zwei Stipendien zu vergeben, mit denen zwei Ärzte für die Region gewonnen werden sollen. Zudem sollen die Studenten ihr praktisches Jahr im Idealfall in der Westpfalz absolvieren, sodass die Ärzte und Kliniken schon frühzeitig Unterstützung bekommen.
Spender gesucht
Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten stehe nicht der Notendurchschnitt im Vordergrund. „Wir wollen heimatverbundene Leute von hier, die Bleibeperspektiven haben“, führt Guth aus. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten in der Feuerwehr, beim DRK oder als Schulsanitäter würden eine Rolle spielen. „In absehbarer Zeit bekommen wir so niederlassungsfähige und niederlassungwillige Ärzte“, sagt der Landrat. Wichtig sei, neben den passenden Leuten zu finden, auch die Finanzierung zu stemmen.
Diese soll über Spenden generiert werden. Guth ist zuversichtlich, dass Institutionen wie Banken, Versicherungen und Stiftungen, die den Kreis schon regelmäßig fördern, dabei helfen. Er könne sich auch vorstellen, dass die Kassenärztliche Vereinigung das Vorhaben unterstützt. Für die ersten Stipendien – die schon im Sommer vergeben werden sollen – sei die Finanzierung schon recht gut abgedeckt.