Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Kriminalitätslage 2020: Polizei klärt drei Viertel aller Straftaten auf

Immer eine böse Überraschung: Einbrecher am Werk. Die Polizei Rockenhausen hat im vergangenen Jahr weniger registriert als noch
Immer eine böse Überraschung: Einbrecher am Werk. Die Polizei Rockenhausen hat im vergangenen Jahr weniger registriert als noch 2019.

Wo auch immer das Verbrechen toben mag – in und um Rockenhausen jedenfalls nicht. Dass die Bürger zumindest nicht aus Sorge um die Schädigung von Hab und Gut sowie der körperlichen Gesundheit nachts grübelnd wach liegen müssen, belegt das Kriminalitätslagebild, das die Polizeiinspektion Rockenhausen jetzt vorgelegt hat.

Zweierlei fällt auf beim Blick auf jenes Zahlenwerk, das die Kriminalitätsentwicklung mit statistischen Mitteln erfasst: Zum einen ist die Anzahl der registrierten Straftaten binnen der vergangenen zehn Jahre keinesfalls nach oben geschnellt – im Gegenteil. Und zum anderen: Die Beamten der Inspektion in Rockenhausen leisten offenbar vorzügliche Arbeit.

Darauf deutet hin, dass die Aufklärungsquote höher liegt als anderswo. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, die Quote noch einmal zu steigern. Jetzt dürfen sich die Rockenhausener über „die beste Aufklärungsquote im Bereich des Polizeipräsidiums Westpfalz“, wie Kriminalhauptkommissar Erik Dörr nicht ganz ohne Stolz feststellt, freuen. Mehr als drei Viertel aller Fälle (75,6 Prozent) gelten als erfolgreich abgeschlossen.

Dörr führt als stellvertretender Leiter gemeinsam mit Chef Matthias Ankner Regie in der Dienststelle, deren Angehörige für die Sicherheit von mehr als 30.000 Bürgern in den 49 Orten der beiden Verbandsgemeinden Nordpfälzer Land und Winnweiler mit verantwortlich zeichnet. Als „gelernter“ Kripobeamter ist Dörr verständlicherweise davon angetan, dass die Inspektion die Aufklärungsquote vom ohnehin schon guten Wert von 70,9 Prozent nun noch mal um 4,7 Prozent hat steigern können. Damit liegt Rockenhausen sogar um 9,4 Prozentpunkte überm Landesdurchschnitt.

Fallzahl leicht geklettert

Die Anzahl der aktenkundig gewordenen Straftaten ist im vergangenen Jahr gegenüber 2019 leicht angestiegen. Die Fallzahl kletterte von 1337 auf 1346 – „ist also nahezu konstant geblieben“, wie Dörr resümiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 hatte die Inspektion 1742 Fälle zu bearbeiten – also merklich mehr. In der Folge waren die Fallzahlen gesunken, bis 2011 mit 1100 Taten der niedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich zu registrieren war. Dann ging die Kurve wieder nach oben, allerdings nicht in einem besorgniserregenden Ausmaß.

Licht ins Dunkel gebracht wurde bei 1018 Fällen – im Jahr zuvor wurden 946 aufgeklärt. Dies sei erfreulich, aber angesichts der vergleichsweise geringen Fallzahlen auch nicht überzubewerten, sagt Dörr, der deshalb auch nicht auf der Quote herumreiten möchte. Rockenhausen liege da schon seit Jahren sehr gut im Rennen.

Deutlich zurückgegangen – um mehr als ein Drittel – ist im vergangenen Jahr die Anzahl der Einbruchdiebstähle. Wurden 2019 noch 139 „Diebstähle unter erschwerenden Bedingungen“ angezeigt, so sank die Anzahl um 48 auf nun 91. „Das überrascht uns nicht“, sieht Dörr den Rückgang auch in Auswirkungen der Pandemie begründet. „Die Leute waren daheim“, da habe seltener die Gelegenheit Diebe gemacht. Ebenfalls auf Corona zurückzuführen sei wohl, dass auch die Anzahl der einfachen Diebstähle – also ohne Überwindung von Hindernissen wie etwa das Aufbrechen von Fenstern und Türen – gesunken sei. 2019 waren es 176, 2020 noch 154.

Als erfreulich wertet der Stellvertretende Inspektionsleiter, dass im vergangenen Jahr keine „Straftat gegen das Leben“ vorgekommen ist. Gemeint ist die Tötung von Menschen beziehungsweise schon der Versuch. Im Jahr zuvor gab es noch drei Delikte, die von den Ermittlern als versuchte Tötungsdelikte eingestuft wurden. Alle dringend Tatverdächtigen wurden im übrigen ermittelt.

Gewaltkriminalität sinkt

Erneut gesunken sind die sogenannten Rohheitsdelikte, etwa Raub oder Körperverletzung. Die Anzahl der Fälle sank von 256 im Jahr 2019 auf 237. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich generell sehr hoch, in Rockenhausen bei gut 95 Prozent.

Auf niedrigem Niveau blieben die Sexualstraftaten (36, zwei mehr), gesunken ist auch (von 259 auf 241) die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte. Die Straßenkriminalität ging zurück, ebenso die Gewaltkriminalität. Erfreulich, findet Dörr, der allerdings auf einen deutlichen Anstieg der Fälle von Drogendelikten verweist. Die indes seien ein bisschen auch „hausgemacht“: Je mehr die Polizei da unternimmt, umso mehr Fälle werden letztlich bekannt.

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