Donnersbergkreis
Kriegsfeld: Munitionsdepot "North Point" wieder in Betrieb
Rückkehr nach Kriegsfeld: Die Bundeswehr will das ehemalige Munitionsdepot „North Point“ wieder in Betrieb nehmen. Das hat das Bundesministerium der Verteidigung am Dienstag mitgeteilt. Bis 2027 sollen rund 70 Millionen Euro in das Gelände investiert und 75 Dienstposten geschaffen werden.
„Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert – darauf haben wir mit den Trendwenden Personal, Material und Finanzen reagiert. Mehr Personal und Material bedeuten auch mehr Bedarf an weiterer Infrastruktur“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe entschieden, acht Lagereinrichtungen schrittweise wieder in Betrieb zu nehmen. Auf seiner Internetseite berichtet das Ministerium, dass mehr Lagerbedarf für Ersatzteile und Betriebsmaterial für das gesamte Spektrum der durch die Bundeswehr genutzten Waffen und Geräte benötigt werde.
"Gefällt mir besser als eine amerikanische Nutzung"
Von Mitte der 1990er Jahre bis Ende 2010 hatte der Bund das 340 Hektar große Areal und 155 Bunker zur Lagerung von Munition genutzt. Das Depot hatte sich auch einen Namen als Tagungsstätte der Bundeswehr gemacht. Angelegt hatte es das amerikanische Militär in den 1950er Jahren. Und das hatte 2017 auch wieder Interesse daran bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben bekundet. „Ich finde das Vorhaben der Bundeswehr positiv. Das gefällt mir besser als eine amerikanische Nutzung“, sagte am Montag der Kriegsfelder Ortsbürgermeister Albert Ziegler. Ähnlich bewertete das auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog aus Harxheim: „Ich begrüße diese Entscheidung und hoffe, dass die Einrichtung nach Inbetriebnahme 2027 auch langfristig genutzt wird. 70 Arbeitsplätze und 70 Millionen Euro Investitionen sind eine gute Nachricht für den Donnersbergkreis.“ 2017 hatte er sich gegen eine Nutzung des amerikanischen Militärs ausgesprochen. „Bei dem derzeitigen amerikanischen Präsidenten wissen wir nicht ob hü oder hott“, sagte Herzog gestern.
Reaktivierung statt Neubau
Er betonte aber auch, dass man nicht von 70 Arbeitsplätzen für Menschen aus dem Donnersbergkreis ausgehen könne. Nach seinen Informationen soll das Gelände für den Bereich Logistik und die Lagerung von Munition genutzt werden. „Dafür sind die Bunkeranlagen ja auch geeignet.“ Und hierfür würden Spezialisten benötigt. „Vermutlich wird es aber auch den einen oder anderen Arbeitsplatz für Donnersberger geben“, so Herzog. Die Bundeswehr habe sich dafür ausgesprochen, alte Standorte zu reaktivieren statt neue zu bauen. „Da das Gelände noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört, ist eine einfache Rücküberführung möglich.“ Überrascht zeigte sich der Kriegsfelder Ortsbürgermeister Albert Ziegler vom Zeitpunkt der Bekanntgabe. Ursprünglich sei ihm mitgeteilt worden, dass man nicht vor 2021 eine Entscheidung treffen wolle. Er hofft, dass die Region von der Rückkehr der Bundeswehr profitiert – nicht nur, indem der eine oder andere Arbeitsplatz geschaffen werde, sondern auch, dass dann der eine oder andere die vorhandene Infrastruktur in der Ortsgemeinde nutze.
Infrastruktur auf Zukunft ausrichten
„70 Millionen Euro Investition sind eine Menge Geld. Da muss aber auch sicher baulich einiges aufgerüstet werden“, so Ziegler. Was genau, das konnte montags ein Sprecher des Landeskommandos Rheinland-Pfalz auf RHEINPFALZ-Anfrage noch nicht sagen: „Zur konkreten zukünftigen Nutzung können noch keine Angaben gemacht werden.“ Das gelte auch dafür, was gelagert werden soll und ob die Bundeswehr rein die ehemalige Bunkerstraße oder auch das gegenüberliegende Gelände mit dem alten Verwaltungs- und Schulungsbereich nutzen wolle. „Die vorhandene Infrastruktur wird auf die zukünftige Nutzung ausgerichtet. Dafür sind Investitionen von 70 Millionen Euro veranschlagt“, so der Sprecher. Es sollen 75 Dienstposten eingerichtet werden, davon 70 zivile. „Die vorläufige Planung sieht eine gestaffelte Aufnahme des logistischen Betriebs vor, beginnend ab 2022, geplanter Abschluss Ende 2027.“
Naturschutzgebiet und militärische Nutzung möglich
Das Gelände ist in Teilen Naturschutzgebiet, vor vier Jahren wurden Teile zum Nationalen Naturerbe. „Grundsätzlich schließen sich militärische Nutzung eines Geländes und Naturschutz nicht aus. Teilweise ist sie sogar vorteilhaft, denn dort wo der freie Zutritt verwehrt bleibt, kann sich Flora und Fauna ungestörter ausleben und entwickeln. Die zukünftige Nutzung als Munitionsdepot wird sicherlich Einschränkungen durch Bautätigkeiten sowie den Logistikbetrieb mit sich bringen. Dabei werden aber die Vorgaben des Naturschutzes besonders beachtet werden“, teilte der Sprecher mit. Politik
