Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisel an der Bahnhofsbrücke: Baubeginn im nächsten Sommer

An der Kreuzung Bahnhofstraße/Schlossstraße soll ein Kreisel entstehen.
An der Kreuzung Bahnhofstraße/Schlossstraße soll ein Kreisel entstehen.

Einen attraktiveren Ortseingang und einen sicheren Weg zum Bahnhof – das soll der Bau eines Kreisels in Winnweiler im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße/Schlossstraße bringen. Im nächsten Sommer soll der Bau beginnen. Trotzdem sind nicht alle einverstanden.

Eine Verkehrsfläche, die nicht wirklich gegliedert ist und auch nicht besonders attraktiv aussieht, so beschreibt Bürgermeister Rudolf Jacob die Kreuzung im Bereich Bahnhofstraße/Schlossstraße in Winnweiler. Doch das soll sich bald ändern. „Im Zuge des ohnehin stattfindenden Ausbaus der K4 wollen wir dort einen Kreisel hinbauen“, sagt Jacob. Nicht nur die Attraktivität soll dadurch gesteigert werden, auch die Sicherheit der Fußgänger soll durch den neuen Kreisel erhöht werden. „Gerade vom Bahnhof kommen viele Fußgänger in den Ort, insbesondere Schüler, die die Kreuzung überqueren müssen.“

Der Bau eines Kreisels schien da die naheliegende Lösung, auch weil eine Nachprüfung ergeben hat, dass genug Fläche da ist, damit auch Lkw und Busse die Kurven nehmen können. Der Kreisel hat dann nach Angaben Jacobs einen Durchmesser von 29,50 Meter mit einem Bürgersteig von mindestens 1,50 Meter Breite. Die Fahrbahn ist 6,50 Meter breit, der Bereich in der Mitte 9,50 Meter, hinzu kommt ein flacher Ring um die Insel, über den Busse und Lkw fahren dürfen. „Das war auch die Lösung, die wir seitens der Verwaltung favorisiert und vorgeschlagen haben“, sagt Jacob. „Sowohl Ortsgemeinde als auch Verbandsgemeinde und Kreis haben dem zugestimmt.“

Warum kein Fahrradweg?

Im Ortsgemeinderat stößt das Vorhaben aber nicht bei allen auf Gegenliebe und hat zu Diskussionen geführt. Jörg Steuerwald (Bündnis 90/Grüne) und Oskar Knobloch, SPD-Fraktionsvorsitzender, wollten wissen, warum die Fahrradfahrer nicht berücksichtigt wurden. Knobloch verwies auf einen Arbeitskreis zum Theme „Verkehr“ von vor einigen Jahren, in dem nach mehr Lösungen für Fahrradfahrer verlangt wurde. „Hier wird nicht nur ein unnötiger Kreisel entstehen, bei dem Steuergelder vergeudet werden“, äußerte sich Knobloch im Rat, auch die Wünsche der Bürger würden ignoriert.

Bürgermeister Rudolf Jacob sagte der RHEINPFALZ dazu, dass es für einen Fahrradweg am Kreisel keine Notwendigkeit gegeben habe, da es in diesem Bereich von Winnweiler auch keine anderen Fahrradwege gebe. Außerdem habe der Kreisel einen begrenzten Durchmesser, sodass für einen extra Fahrradweg schlichtweg kein Platz mehr gewesen sei.

Kreuz muss wieder Standort wechseln

Der SPD-Fraktionsvorsitzende hatte bereits im Vorfeld der Sitzung gegenüber der RHEINPFALZ das Kreisel-Bauvorhaben als nicht sehr sinnvoll bezeichnet: „Nur wegen ein paar Schäden in der Straße werden hier an einem Punkt, wo keine Unfälle bekannt sind, viele Steuergelder ausgegeben, die an anderer Stelle sinnvoller wären“, so Knobloch. Zum Beispiel an der alten Kaiserstraße zwischen Winnweiler und Lohnsfeld, an der Einmündung der L390 in die L401. Das findet auch Jacob. Allerdings sei dort der Landesbetrieb Mobilität (LBM) zuständig. „Das haben wir nicht in der Hand.“

Auch dass für den Kreiselbau extra das Wegekreuz aus Sandstein mit einer Jesus-Statue versetzt werden muss, gefällt nicht jedem. Das Kreuz hat übrigens schon einen Standortwechsel hinter sich, erzählt Jacob. Früher habe es mal auf der Seite von der Gaststätte gestanden. Nun müsse ein neuer Standort gesucht werden. „Wir haben einen guten Austausch mit der katholischen Kirchengemeinde. Ich bin mir sicher, dass wir da einen passenden Standort finden“, sagt der Bürgermeister. Er könne sich gut vorstellen, dass das Kreuz in die Kreiselmitte gestellt wird, sei aber auch für jede andere Lösungsmöglichkeit offen.

Erst Pumpwerk, dann Kreisel

„Mitte nächsten Jahres sollen die Arbeiten am Kreisel beginnen“, berichtet Jacob. Die Kosten seien bisher noch nicht absehbar. Bevor der Bau starten kann, bauen zunächst noch die VG-Werke auf dem Parkplatz der dort angrenzenden Gaststätte Bischoff ein neues Pumpwerk. Das alte sei in die Jahre gekommen, informiert Jacob.

„Die Rückwände dieses Pumpwerks werden die Stützmauern für einen Bereich des Kreisels.“ Mit dem Bau des Pumpwerks soll gegen Jahresende begonnen werden. Im Anschluss geht es mit dem Kreiselbau los. Danach solle auch noch das Stück Schlossstraße bis zur Schulstraße ausgebaut werden, sodass Ende 2023/Anfang 2023 alles fertig sein könnte.

x