KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Kreis beschafft Militär-Laster für den Katastrophenschutz

Eines der beiden MAN-Fahrzeuge, die für den Katastrophenschutz angeschafft werden.
Eines der beiden MAN-Fahrzeuge, die für den Katastrophenschutz angeschafft werden.

Der Fuhrpark des Katastrophenschutzes wird um zwei Schwergewichte ergänzt. Für 92.000 Euro beschafft der Kreis zwei gebrauchte geländegängige Militärlaster, die auch in tiefem Wasser noch fahren können, und zieht damit Konsequenzen etwa aus der Flutkatastrophe im Ahrtal. Zu dieser Anschaffung gab es aber nicht nur Zustimmung.

Die beiden Kolosse haben im künftigen Fuhrpark des Donnersberger Katastrophenschutzes Signalcharakter: Sie machen unübersehbar, dass mit dem Klimawandel ein Zeitenwandel sich vollzieht, der neue Antworten erforderlich macht. Bei den Anschaffungen handelt es sich um zwei unterschiedlich ausgestattete Fahrzeuge des Typs MAN Kat 1, beide mit Allrad-Antrieb. Der eine, ein Vierachser mit Kran, bringt 23 Tonnen auf die Waage, der andere kommt auf 17 Tonnen. Beide Laster sind über 40 Jahre alt, haben aber nur sehr wenige Kilometer auf dem Tacho. Vor zehn Jahren hätten sie die letzte Werksinstandsetzung bekommen und seien in top Zustand, wie Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr versichert.

Ritzmann nicht überzeugt

Landrat Guth warb beim zuständigen Kreisausschuss für die Anschaffung mit Blick auf die Flutkatastrophe im Ahrtal sowie jüngste Starkregenereignisse auch im Donnersbergkreis, wie etwa diesen Sommer in Stetten. Im Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Katastrophenschutz sei schon angedacht gewesen, mehr geländegängige und vor allem „watfähige“, also auch in tieferem Wasser noch einsetzbare Fahrzeuge anzuschaffen. Der Bedarf sei nun noch deutlicher geworden. Er erinnerte an den Einsatz des in Gehrweiler stationierten Unimogs im Ahrtal. Dort sei das geländegängige und watfähige Fahrzeug als einziges in der Lage gewesen, ein bedrohtes Seniorenheim zu evakuieren.

In der Debatte um die Anschaffung zeigte sich Christian Ritzmann (FDP) nicht überzeugt. Er sprach das hohe Alter der Fahrzeuge an, „die sind technisch nicht mehr auf dem Stand“, monierte er. Auch die teure Ersatzteilversorgung und Wartung bereiteten ihm Sorge – sie seien für das Technische Hilfswerk (THW) Anlass gewesen, sich von solchen Fahrzeugen zu trennen. Zudem habe man keine Erfahrungen damit.

Künftiger Standort noch nicht geklärt

Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr widersprach Ritzmann. Die Fahrzeuge seien „unkaputtbar“ und gerade dank einfacher Technik mit wenig Elektronik äußert robust. Und in ihrer militärischen Auslegung seien sie mit zivilen Fahrzeugen „nicht ansatzweise vergleichbar“, was die Laufzeit und Haltbarkeit angehe. Fuhr: „Es gibt auf dem Weltmarkt nichts besseres.“ Und das THW habe durchaus noch solche Laster im Einsatz. Genug Fahrer mit Führerschein Klasse 2 seien in den Reihen der Feuerwehr. Und Erfahrungen, so Guth, könne man nicht machen, wenn man solche Fahrzeuge nicht habe.

Ansonsten stieß der Anschaffungswunsch auf breite Zustimmung. Die Fahrzeuge könnten gute Dienste leisten, meinte Jacob, verwies auf die große Ladefläche, die vielseitige Nutzbarkeit. Auch Alexander Groth (FWG) bestätigte die Qualität der Laster, die er im Einsatz gesehen habe. „Unsere Fahrzeuge müssen geländegängiger werden“, unterstützte Lisett Stuppy (Grüne) die Grundausrichtung. Die Frage der Stationierung der Laster sei noch ungeklärt, zwei Wehrleiter hätten sich aber bereits darum beworben, so Guth. Das Geld könne im Kreishaushalt bereitgestellt werden.

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