Bennhausen
Konzepte für Dorfmoderation vorgestellt
Bennhausen ist mit 171 Einwohnern die kleinste Ortschaft in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden. Das Konzentrat von Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren, ist hier erfreulicherweise groß. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Bennhausens Antrag bei der Landesregierung auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde vor einigen Monaten positiv beschieden wurde.
„Mit dieser Anerkennung, die zeitlich auf acht Jahr begrenzt ist, besteht für die Ortsgemeinden die Chance, ihre Anstrengungen in der Dorferneuerung zu verstärken und dabei die Dorfgemeinschaft aktiv zu beteiligen“, heißt es in der offiziellen Verlautbarung aus Mainz. Der damit verbundene Prozess der Projektentwicklung beginnt mit einer Dorfmoderation, deren Kosten fast ganz vom Land übernommen werden.
Zunächst hat der Rat nun darüber zu entscheiden, wer den Prozess professionell begleiten wird. Drei Unternehmen hatten ein Angebot abgegeben, zwei davon waren für die Sitzung eingeladen und wurden von Bürgermeister Reinhard Horsch begrüßt: Die Firma „entra“ aus Winnweiler, vertreten durch Isabelle Schmidtholz, und Caroline Engelhardt, die in Mainz ein Landschafts- und Architekturbüro betreibt. Die beiden Frauen stellten ihr Konzepte nacheinander vor.
Kommunikation das A und O
Und die ähnelten sich nicht ohne Grund. Dorfmoderation, also Begleitung einer Dorfgemeinschaft bei der Entwicklung von Ideen und Projekten, läuft nämlich ausschließlich über Kommunikation. Da gibt es keine Alternativen. Das bedeutet, am Anfang steht immer eine Startveranstaltung mit möglichst allen Beteiligten, bei der Verfahren erklärt, Methoden vorgestellt, Ziele formuliert und Vorgehensweisen festgelegt werden. Auf dieser Basis geht es dann zeitlich gestaffelt in die Kleingruppen, die unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen mitbringen: Senioren und Jugendliche beispielsweise. Was für sinnvoll erachtet wird, ergibt sich aus diesen Gesprächen.
Den Abschluss der Moderation stellt eine weitere Zusammenkunft der Dorfgemeinschaft dar, in der auf das Erarbeitete, die Vorschläge, die entwickelten Konzepte geschaut wird und möglichst konkrete Pläne für Unternehmungen festgelegt werden. „In Bennhausen könnten das die Neugestaltung des Geländes neben dem Dorfgemeinschaftshaus, die Renovierung des Minimuseums, die Anlage von Wasserrückhaltebecken und das Anbringen von Dorfbeschriftungen sein“, erklärt Ratsmitglied Ulrich Wolski. „Aber das sind nur Beispiele; in den kommenden acht Jahren gibt es sicherlich ausreichend Möglichkeiten für die Entwicklung weiterer Ideen und Projekte.“
In sehr unterschiedlicher Weise haben Schmidtholz und Engelhardt ihre Angebote vorgestellt. Schmidtholz konzentrierte sich – die Zeitvorgabe einhaltend – auf die Darstellung der Methoden und auf die Art und Weise der Begleitung. Ihre Power-Point-Präsentation enthielt kaum inhaltliche Füllungen. Diese wurden verbal eingebracht.
Dauer: drei Monate bis ein Jahr
Engelhardt brauchte anschließend deutlich mehr Zeit, unter anderem weil die Präsentation schon viele Ideen und Hinweise auf andere Dorfprojekte enthielt. Entsprechend fielen die Angaben zu den zeitlichen Dimensionen der Moderation aus. Schmidtholz hat drei bis vier Monate, Engelhardt über ein Jahr angesetzt. Pekuniär müssen sich beide an das vorgegebene Budget von 15.000 Euro halten. Zu Umsetzungsmöglichkeiten von Zusammenkünften in Corona-Zeiten gab es von beiden Ideen und Vorschläge, die sicherlich noch genauer durchdacht werden müssen.
Ob man nun die eine Präsentation als zu formalisiert, die andere als lebendig – oder umgekehrt, die eine als klar strukturiert und die andere als zu überladen empfindet: Auf jeden Fall wollen die Gemeinderatsmitglieder sich mit ihrer Entscheidung bis zur nächsten Sitzung Mitte November Zeit lassen. „Letztlich muss man schauen, wer gut zum Dorf passt, mit wem man glaubt, besser zusammenarbeiten zu können“, meint Tatjana Fuchs, bei der VG zuständig für die Dorferneuerung, die an diesem Abend ebenfalls anwesend war. So ganz einfach wird das bei den Einwohnern einer Ortschaft, die in den letzten Jahren schon einiges an größeren Projekten – auch methodenintensiv – gestemmt hat, sicherlich nicht.