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Winnweiler. Unter dem Motto „Winnweiler macht Musik“ präsentierten am Samstag im gutbesuchten Festhaus verschiedene Formationen aus Winnweiler, der Verbandsgemeinde sowie Gäste ein großes musikalisch-stilistisches Spektrum. Zum zweiten Mal hatte der gastgebende Musikverein Winnweiler eine beispielhafte Marathonveranstaltung dieser Art organisiert, die trotz rückläufiger Zahlen im Laienmusizierwesen hier offenbar Aufbruchstimmung erzeugt.
Der Musikverein Winnweiler war durch ein Saxophonensemble am Konzertende und zum Auftakt mit seinem Jugendensemble vertreten: Dieses zeigt im Holzbläsersektor mit Querflöten, Klarinette und Saxophon aufstrebende Talente, aber noch klaffende Lücken im Blechbläserbereich, vor allem bei Melodieträgern wie Flügelhorn und Trompete. Die engagierten Nachwuchskräfte ließen sich jedoch von Besetzungsproblemen nicht entmutigen, sondern spulten unter der Leitung von Jens Illichmann routiniert ihr modernes Repertoire ab: Den Evergreen „Oh when the Saints“ in einer jazzigen Konzertfassung erfassten sie stilgetreu, ebenso wurde ein Hit der 1980er Jahre, „Eye of the Tiger“, sehr gut am melodischen Nerv getroffen. Der Jazzstandard „Sweet Georgia Brown“ gab dem jugendlichen Posaunisten Jeremias Rohr reichlich Gelegenheit zur Profilierung mit geschmeidigen Bewegungsabläufen. Der Gesangverein Münchweiler war mit einem Vokalensemble aus vorwiegend jungen Damen vertreten, die unter Leitung und Mitwirkung von Sonja Walther nicht auf konventionelle Chorliteratur, sondern auf zeitgenössische Popularmusik setzten, angetrieben von der lebhaft pulsierenden Klavierbegleitung und dem Kontrabass des Ehepaars Jutta und Peter Schitter, die so wesentlich zum Gelingen der durchweg gelungenen Vortragsfolge beitrugen. Einen sehr guten, gefestigten und künstlerisch aufstrebenden Gesamteindruck hinterließ auch der Gesangverein Höringen mit seinem gemischten Chor „Hörmonists“, der unter der Leitung von Melania Popescu und beflügelt und getragen vom Pfalztheater-Repetitor Victor Portnoys und dessen sehr variablem Klavierspiel zu wahren musikalischen Höhenflügen ansetzte: Allein die Ballade „My Way“ – ein Tophit des legendären Frank Sinatra – avancierte hier in der ausdrucksvollen Gestaltung zu einem Höhepunkt an chorischer Homogenität und gestalterischer Intensität. Hier stellte sich ein leistungsstarker Chor mit guten Zukunftsperspektiven bestes Zeugnis aus, begünstigt durch ein Repertoire mit ansprechender Popularmusik (wie „Always look on the Bright Side of Life“) im schwärmerisch-enthusiastischen Vortrag. Ein gutes Zusammenspiel hielt den Vortrag einer Barock-Sonate von Bendetto Marcello wunderbar zusammen, als die Querflötistin Siska Müller und die in der Tradition des Basso Continuo des Barock stilsicher begleitende Cellistin Constanze Schmidt Kammermusik auf gutem Niveau kultivierten, ja bisweilen in feinen Linien zelebrierten. Am 12. November wird der Gesangverein Hochstein unter dem Motto „Love is in the Air“ ein Konzert geben: Das, was am Samstag die Formation „Diva Canto“ mit zwölf jungen Damen auf die Bühne zauberte, war eine klingende Werbung. Mit ihrer reinen Intonation, besonders schön klingende und sicher geführte Stimmen und wieder begünstigt durch die angepasste Begleitung des Ehepaars Schitter mit Klavier und Kontrabass waren diese Beiträge ein weiterer Gewinn für die Veranstaltung. Beim letzten Programmpunkt rundeten vier Gäste aus dem Kinderchor „Haste Töne“ das Klangbild noch ab – und der musikalische Leiter Dominik Keller fügte alles nahtlos zusammen. Das benachbarte Gymnasium ist gewohnt, aus der Not eine Tugend zu machen und integriert die verschiedensten Vokalisten und Instrumentalisten zu einer wunderbaren musikalischen Einheit: Unter dem Beinamen „Willis Erben“ formierte sich aus einer AG der Klassen 7 bis 13 diese Band, die mit Klavier, Violine, verschiedenen Percussionsinstrumenten und Gesangsgruppen den großen Pophit „Hotel California“ der Eagles nicht coverten oder imitierten, sondern durch ihre ungewöhnliche Besetzung sozusagen neu erfanden. Eigentlich sprengte die Veranstaltung danach den zeitlichen Rahmen, avancierte mehr zu einem Doppelkonzert, was vielleicht fürs nächste Mal grundsätzliche organisatorische Fragen aufwirft: Mit einer Percussion-Formation „Drum Battle“, dem Männerchor der Sängervereinigung Winnweiler, der Band um Jonathan Maas sowie der „Viel Harmonie“ des Gesangvereins Hochstein und der Bandbesetzung „Brixten“ mit Frontsängerin Michelle Breisch war das Konzert breit aufgestellt.