Donnersbergkreis Kirchheimbolanden: Weniger Straftaten, mehr Aufklärung
Polizeiinspektion mit Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2017 zufrieden – Gewalt gegen Polizisten weiter Thema
Weniger Straftaten insgesamt, eine höhere Aufklärungsquote, weniger Körperverletzungen und weniger Pkw-Aufbrüche: Insgesamt positiv fällt die Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden für das Jahr 2017 für den östlichen Donnersbergkreis aus. Ein Thema nach wie vor: Gewalt gegen Polizeibeamte. Zwar waren es weniger als noch in 2016, doch auch in den Verbandsgemeinden Kirchheimbolanden, Eisenberg und Göllheim werden Polizisten verletzt, beleidigt oder man leistet Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. 24 solcher Taten gab es im vergangenen Jahr, 2016 waren es 29.
Autoaufbrüche
Auch bei den Aufbrüchen von Autos gab es einen Rückgang. 2016 war dies ein großes Thema. Da gab es einen Anstieg von 38 in 2015 auf 54. Dabei machten den Beamten auch das Auslesen der „Keyless“-Systeme oder der Komplettausbau von Navigationssystemen und Airbags zu schaffen. Immerhin: Eine Tätergruppe konnte geschnappt werden, die es auf hochwertige Fahrzeuge mit einem „Keyless“-System abgesehen hatte (wir berichteten). In Kirchheimbolanden wurden damals sieben Autos mit einem solchen System gestohlen. Bei diesen Autodieben handelt es sich um eine Tätergruppe aus Litauen. 2017 verzeichnete die Polizei nun noch 47 Fälle, in denen Autos aufgebrochen worden sind. Das Auslesen der „Keyless“-Systeme oder der Komplettausbau von Navigationssystemen und Airbags ist weiterhin ein Thema, wie Alexander Kupferschmidt von der Kirchheimbolander Polizeiinspektion erzählt. „Da entsteht dann gleich auch ein riesiger Schaden.“
Aufklärungsquote
Sehr zufrieden ist man bei der Polizeiinspektion in der Donnersberger Kreisstadt mit der Aufklärungsquote. 66,1 Prozent der angezeigten Straftaten konnten in 2017 aufgeklärt werden (2016: 64,8 Prozent). Der Schnitt im Land liegt bei 64,4 Prozent. „100 Prozent wird man nie erreichen. Aber mit unserer Quote können wir zufrieden sein“, so Kupferschmidt. 2314 Straftaten wurden im vergangenen Jahr bei der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden erfasst. 2016 waren es mit 2528 immerhin 214 mehr. Ein Großteil der angezeigten Straftaten war wie im Vorjahr in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden (1170) und speziell in der Kreisstadt (748), gefolgt von der Verbandsgemeinde Eisenberg (697), wo das Zentrum der Taten in der Stadt Eisenberg (560) war. 447 Straftaten wurden 2017 in der Verbandsgemeinde Göllheim gemeldet.
Körperverletzungen
Von 483 auf 464 ist die Anzahl der Rohheitsdelikte zurückgegangen. Wie Kupferschmidt erläutert, gehören hierzu unter anderem verschiedenste Körperverletzungsdelikte, aber auch Bedrohungen. Einfache Körperverletzungen wurden im vergangenen Jahr 267 verzeichnet (2016: 329), gefährliche Körperverletzungen 46 (2016: 67). Um zwölf Fälle auf 16 zurückgegangen ist die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen.
Straftaten mit Flüchtlingen
Im vergangenen Jahr ereigneten sich im östlichen Donnersbergkreis 58 Straftaten, bei denen Flüchtlinge beteiligt waren. 28 weniger als im Vorjahr. Laut der Polizeiinspektion Kirchheimbolanden war die Mehrheit hiervon Rohheits- und Eigentumsdelikte (24 Straftaten).
Betrug
Gestiegen ist die Zahl der Betrugsdelikte, wie die Kirchheimbolander Polizeiinspektion mitteilt. 290 Straftaten wurden hier in 2017 festgestellt. 2016 waren es 206. Beim so genannten Waren- und Warenkreditbetrug ist die Anzahl 2017 mit 182 Taten um 64 Fälle gestiegen. „Dabei ist die Zahl der Betrügereien mittels Internet ein maßgeblicher Faktor“, heißt es in der Statistik.
Sexualdelikte
Einen Rückgang gab es dagegen bei den Sexualdelikten – von 54 Fällen in 2016 auf 38 in 2017. Auch hier spielt das Internet eine wesentliche Rolle. „Beispielsweise werden in Foren Bilder eingestellt oder via Whats App verschickt. Anzeigen wegen sexueller Nötigung im körperlichen Bereich haben wir so gut wie nicht“, sagt Kupferschmidt.
Rauschgiftkriminalität
„Es ist von einem großen Dunkelfeld auszugehen“, teilt die Polizei mit Blick auf die Rauschgiftkriminalität mit – und ergänzt: „Die Aufhellung der tatsächlich vorhandenen Rauschgiftkriminalität hängt damit im Wesentlichen vom Umfang der Verfahren ab, die von der Polizei selbst entdeckt werden.“ 112 Fälle nach dem Betäubungsmittelgesetz hat die Polizeiinspektion in der Kleinen Residenz im vergangenen Jahr bearbeitet – 14 weniger als noch im Jahr davor. 57 Mal wurde im vergangenen Jahr bei Kontrollen festgestellt, dass ein Fahrzeugführer unter Drogeneinfluss unterwegs war. Die Polizei achte bei Kontrollen vermehrt auf Anzeichen, die auf den Einfluss illegaler Drogen hindeuten. „Wir haben hier wirklich sehr akribisch arbeitende Kollegen im Haus“, lobt Kupferschmidt. „Dominant“ sind weiterhin die Drogenarten Cannabis (41 Fälle) und Amphetamin (35 Fälle).
Wohnungseinbrüche
Zurückgegangen sind im vergangenen Jahr außerdem die Wohnungseinbrüche – von 86 in 2016 auf 66 in 2017. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 28,8 Prozent. „Das ist eine der besten Quoten im Bereich der Polizeidirektion Worms. Das liegt daran, dass wir hier ab und zu auch regionale Täter haben. Bei überregionalen, herumreisenden Gruppen wird es ganz schwer, diese zu fassen“, so Kupferschmidt. Größtenteils wurden die Taten durch Aufhebeln von Fenstern im rückwärtigen Bereich begangen.
Sonstige Straftatbestände
Ein Bereich mit einem hohen Anteil. 658 Delikte wurden in 2017 erfasst – 13 weniger als 2016. Hinter dieser Bezeichnung verstecken sich Delikte wie Sachbeschädigung und Beleidigung. Bei den angezeigten Beleidigungen (109) gab es in 2017 einen Rückgang um zehn Fälle. Auch bei den Sachbeschädigungen gab es im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang – von 307 auf 286. Einen großen Teil machen hier laut Polizei Beschädigungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen aus. Einen deutlichen Rückgang gab es 2017 bei Sachbeschädigungen durch Graffiti – von 29 in 2016 auf 19.