Donnersbergkreis Kirchheimbolanden gegen Winnweiler beim Bundesvision Song Contest
Montagsgespräch: Wenn am kommenden Samstag der 11. Bundesvision Song Contest (BuViSoCo) in der ÖVB-Arena Bremen ausgetragen wird, treten nicht nur 16 Bands aus den 16 Bundesländern gegeneinander an – es kämpfen dabei auch Kirchheimbolanden und Winnweiler um die Gunst des Publikums! Der in Winnweiler aufgewachsene Sänger Mark Forster geht für Rheinland-Pfalz ins Rennen, und das Duo Glasperlenspiel startet zwar für Baden-Württemberg, hat seinen Hauptsitz jedoch in Kirchheimbolanden. Für die RHEINPFALZ hat Anne Kirchberg mit Sängerin Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel und Mark Forster über das anstehende Donnersbergkreis-Duell gesprochen.
Wir waren mit Glasperlenspiel 2011 schon einmal dabei, und das war für uns ein unglaublich tolles Erlebnis. Es war damals unsere erste Fernsehsendung, und wir haben extrem positive Erinnerungen daran, denn sie gab den Startschuss für alles, was dann kam. Gleichzeitig ist es eine der letzten Live-Shows, bei der Bands zeigen können, was sie wirklich drauf haben – weil jeder live singen muss, oder besser gesagt darf. Die Sendung ist eine tolle Plattform für Newcomer und bekannte Bands. Mark Forster: Ich bin von Anfang an ein Riesenfan des BuViSoCo. Eine unglaubliche Veranstaltung: Sido hat hier seine Maske abgesetzt, Deichkind eine neue Musikrichtung erfunden und Peter Fox die deutsche Popmusik gerettet. Wow! Hier wollte ich schon immer dabei sein und das Bundesland vertreten, aus dem ich komme: Rheinland-Pfalz. Ist es ein anderes Gefühl, bei dieser Veranstaltung auf der Bühne zu stehen, weil man sein Bundesland vertritt? Mark Forster: Klaro! Ich hab seit Wochen erhöhten Puls. Es ist für mich total ungewohnt, direkt mit Punkten bewertet zu werden, und das macht mir schon ein bisschen Angst. Aber ich habe mein Lieblingslied „Bauch und Kopf“ dabei, und plane seit Monaten gemeinsam mit Kim Frank an meinem Auftritt. Das Tolle an so einer Veranstaltung ist nämlich, dass man mal drei Minuten lang eine Show abziehen kann wie Katy Perry. Genau das haben wir vor. Muss halt danach nur noch jemand für mich anrufen… Carolin Niemczyk: Das letzte Mal war es schon ein bisschen wie ein Wettkampf, weil wir sehr naiv drangegangen sind. Man schaut schon auf die Punkte, die vergeben werden und wartet ab, was passiert. Damals kannte uns ja niemand, und wir hofften, dass wenigstens ein paar Leute für uns anrufen. Dieses Mitfiebern im so genannten „Greenroom“ ist schon eine spezielle Stimmung. In diesem Jahr freuen wir uns einfach auf den Auftritt und dabei sein zu dürfen, denn die Konkurrenz ist musikalisch breitgefächert und sehr gut. Aber auch wir haben uns etwas Besonderes überlegt und die Präsentation selbst mitinszeniert. Wie stehen die Chancen, dass Sie den BuViSoCo 2016 in Ihr Bundesland holen, und welche Stadt würden Sie dafür auswählen? Carolin Niemczyk: Es treten viele bekannte Gesichter an, darum gehen wir locker an die Veranstaltung heran und freuen uns einfach auf die Show. Ob sie überhaupt noch einmal stattfindet, weiß man ja gar nicht, weil es der letzte BuViSoCo mit Stefan Raab sein wird – hoffentlich übernimmt danach jemand dieses geniale Konzept! Wenn wir gewinnen und uns den Austragungsort für 2016 selbst aussuchen dürften, würde ich natürlich meine Heimatstadt Singen wählen. Mark Forster: Die Chancen sind echt schwer einzuschätzen. Die Konkurrenz ist sehr unterschiedlich und auch sehr, sehr gut. Ich hätte Bock zu gewinnen und alles, was ich dafür tun kann, ist, mir große Mühe zu geben. Das mache ich einfach, und den Rest entscheiden die Zuschauer per Telefon. Wie wär’s denn mit dem Festhaus in Winnweiler? Oder mit der Donnersberghalle in Rockenhausen? Mit Mark Forster aus Winnweiler und Glasperlenspiel, die von Kirchheimbolanden aus arbeiten, treten Sie beide quasi in einem „Donnersbergkreis-Duell“ gegeneinander an – welcher Ort hat die Nase vorne? Carolin Niemczyk: Also für mich definitiv Kirchheimbolanden, weil unser Management und die komplette Crew daher kommt. Wir sind deswegen schon totale Kibo-Fans und unheimlich oft dort. Somit fühlen wir uns eindeutig Kibo verbunden und verbringen immer wieder gerne Zeit dort. Mark Forster: Stimmt, das Management von Glasperlenspiel sitzt in Kibo, und wir sind gut befreundet. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass die Glasperlenspiel-Kumpels für Baden-Württemberg antreten. Also bitte nicht aus Versehen dafür anrufen! Spaß beiseite: Ich mag die ganze Gang sehr gerne und bin mir sicher, dass sie gute Chancen haben. Ist es für Sie ein seltsames Gefühl, gegeneinander anzutreten – manchmal stehen Sie ja sogar gemeinsam auf der Bühne. Mark Forster: Ein bisschen seltsam ist das schon, aber auch schön. Es wird dann lustiger auf der Aftershow-Party. Carolin Niemczyk: Ich glaube, wir machen uns einen Spaß draus und batteln uns ein bisschen, wie sich das für solch einen Wettbewerb gehört. Zu ernst sollte man solch einen Wettkampf nicht nehmen, er ist schließlich eine großartige Plattform für alle Musiker, um sich zu präsentieren. Ich drücke ehrlich gesagt auch Mark die Daumen, weil ich seine Musik sehr mag. Wir werden alle viel Spaß haben, glaube ich! Mark Forster, wie schätzen Sie die Chancen von Glasperlenspiel auf den Sieg ein? Mark Forster: Sehr stark. Caro und Daniel haben vor ein paar Jahren schon einen sensationellen vierten Platz gemacht. Da geht alles. Wer sind die heißesten Anwärter auf den Sieg? Carolin Niemczyk: Ich denke, die Chancen sind recht ausgeglichen. Jedoch ist eine wunderbare Künstlerin am Start, die meiner Meinung nach die besten Chancen hat: Namika aus Hessen, die momentan einen großen Hype erfährt. Ich mag ihre Musik sehr, und vielleicht gewinnt sie ja. Aber auch Mark Forster hat gerade unglaublichen Erfolg und tritt mit einem super Lied an. Könnten Sie sich nach der Teilnahme am BuViSoCo auch den Start beim Eurovision Song Contest vorstellen? Mark Forster: Ich war ja in diesem Jahr gerade erst in der deutschen Jury des ESC und bin seit meiner Kindheit mit der Show verbunden. Ich liebe die Veranstaltung, als Teilnehmer passe ich da gerade allerdings irgendwie nicht so ganz hin. Carolin Niemczyk: Für uns ist das momentan kein Thema, aber wir sagen niemals nie. Eventuell haben wir eines Tages den richtigen Titel dafür und auch Lust dazu. An sich ist das ein toller Wettbewerb, bei dem ich vor zwei Jahren in der Jury sitzen durfte. Ausschließen würde ich es somit nicht, aktuell liegt unser Fokus jedoch auf dem BuViSoCo und im Anschluss auf unserer Deutschland-Tour, die im Oktober startet. Warum sollten die Menschen im Donnersbergkreis den BuViSoCo 2015 nicht verpassen? Carolin Niemczyk: Sie sollten unbedingt einschalten, weil garantiert für jeden etwas dabei ist und die Veranstaltung durch die verschiedenen Musikrichtungen bunt und farbenfroh wird – und am besten sollten die Leute dann für Baden-Württemberg anrufen!