Kirchheimbolanden
Kibobad: Planungen für Liegewiese und Sauna sollen eingestellt werden
Es ist ein aufsehenerregendes Vorhaben, das seit Jahren Planungsbüros und auch die kommunalpolitischen Gremien beschäftigt. Grob lässt sich die Planung für das Kibobad in zwei Bestandteile gliedern. Zum einen sollte der Saunagarten deutlich erweitert werden, zum anderen sollte eine große Liegewiese entstehen, auf der die Besucher des Hallenbads ihre Ration Sonne tanken können. Ein Park mit Wasserattraktionen für Kinder war zuletzt ebenfalls Teil des Konzepts.
2400 Quadratmeter groß sollte die Liegewiese hinter dem Schwimmgebäude sein, etwa 60 auf 40 Meter. Dazu gab es die Idee, den neuen Außenbereich aufzuwerten durch einen sogenannten Spraypark – ein Wasserpark auf flachem Boden, der mit verschiedenen Wasserspielelementen vor allem die jüngeren Gäste begeistern soll.
Im Saunabereich, so sieht es die Planung vor, sollte ein großes Ruhehaus entstehen, außerdem sollte das Angebot um eine Aufgusssauna mit angegliedertem Duschbereich ergänzt werden. Ein beheiztes Entspannungsbecken, Holzterrassen, Ruhewiesen finden sich ebenfalls in den Entwürfen.
Kosten kaum vorherzusagen
Am Dienstagabend wird der Rat der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden darüber entscheiden, ob dieser Plan weiter verfolgt werden soll. Der Werkausschuss jedenfalls, dem viele Ratsmitglieder angehören und in dem das Thema bereits vorberaten wurde, hat dem Rat mehrheitlich empfohlen, die Planung einzustellen. Die Hauptargumente: die rasanten Kostensteigerungen im Baubereich, die Entwicklung der Energiekosten sowie die finanzielle Gesamtsituation.
Die ursprüngliche Kostenschätzung war von immerhin 2,65 Millionen Euro ausgegangen – 1,8 Millionen für die Erweiterung der Sauna, 850.000 für Liegewiese und Spraypark. Diese Zahlen aber sind beileibe nicht mehr haltbar. Bei der Liegewiese hatte die beauftragte Agentur darauf hingewiesen, dass nach der technischen Planung noch ein Architekt hinzugezogen werden solle. Das Ergebnis des Architekturbüros Müller-Mizera aus Kirchheimbolanden: Die Kosten für Liegewiese und Spraypark steigen um mehr als das Doppelte auf knapp zwei Millionen Euro. Sanitäre Anlagen, Feuerwehrzufahrten oder Barrierefreiheit sind laut Martin Eisen, stellvertretender Werkleiter in Kibo, in der technischen Planung noch nicht berücksichtigt gewesen, was Teile der Kostensteigerung in der architektonischen Feinplanung erkläre.
Ein Nein auf Zeit?
Doch auch die Kostenschätzung für die Saunaerweiterung ist laut Bürgermeisterin Sabine Wienpahl nicht mehr wirklich zuverlässig. Sie stammt aus dem Jahr 2019. Und das ist das zweite große Thema: die momentane Explosion der Baukosten. Selbst die mittlerweile veranschlagten Gesamtkosten von fast 3,8 Millionen Euro sind ein kaum tragbarer Ansatz. „Die tatsächlichen Kosten eines solchen Projekts wären zum jetzigen Zeitpunkt nicht kalkulierbar“, sagt Wienpahl – und erinnert zudem an die Energiekosten für eine zusätzliche Sauna, die kaum vorhersehbar seien.
Das letzte Wort hat am Dienstagabend der Verbandsgemeinderat. Oder besser gesagt: das vorerst letzte. Denn ein Nein könnte durchaus auch nur ein Nein auf Zeit sein, wie Wienpahl ergänzt – „bis die Situation sich wieder stabilisiert hat“. Große Teile der bisherigen Planung könnten zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden, sagt Martin Eisen. Knapp 22.000 Euro habe die Verbandsgemeinde bislang dafür in die Hand genommen.