Bolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Unisex-Kabinen im neuen Feuerwehrhaus

Das alte Feuerwehrhaus hat bereits einen Käufer gefunden.
Das alte Feuerwehrhaus hat bereits einen Käufer gefunden.

Wie viel es am Ende tatsächlich kosten wird, das lässt sich derzeit kaum einschätzen. Veranschlagt aber sind knapp 1,9 Millionen Euro für den Neubau, von dem aus die Bolander Wehr künftig ausrücken wird, um Schlimmes zu verhindern. Auf dem Hauptzufahrtsweg wird es wohl ein einseitiges Halteverbot geben.

Mehr als ein Jahr lang hat die Planung gedauert, wie Architekt Alexander Blanz sagt. Feuerwehrhäuser gehören zu den Kernkompetenzen seines Landstuhler Büros, und so sind sowohl die Gemeinde als auch die Wehr von Anfang an in den Entstehungsprozess eingebunden gewesen, wie Ortsbürgermeister Armin Juchem bestätigt. Auch Wehrleiter Matthias Groß sei einbezogen worden. Juchem, als Beigeordneter auch auf Verbandsgemeindeebene für die Feuerwehr zuständig, ist mit dem Resultat zufrieden: Auf einem bislang ungenutzten Gelände, Ecke Gängelstockweg und Seitenarm der Marnheimer Straße (Verlängerung Im Goschental), soll der Neubau den derzeit gut 20 Bolander Feuerwehrmännern und -frauen deutlich bessere Verhältnisse bieten als das alte Gerätehaus, das nur rund 130 Meter entfernt steht.

Neues Fahrzeug passt nicht

Er sei in Bolanden geboren und aufgewachsen, sagt der Ortsbürgermeister, und „schon damals war die Feuerwehr dort untergebracht“. Spätestens mit dem neuen Löschfahrzeug, das 2024 seinen Dienst antreten soll und – im Gegensatz zum jetzigen – Hunderte Liter Wasser im eigenen Tank zum Einsatzort bringen wird, würde es arg eng. Denn ein ebensolches Modell habe die Morschheimer Wehr zu einem Stellversuch in Bolanden vorbeigebracht, berichtet Juchem. Ergebnis: So wirklich ausgereicht habe die bisherige Garage nicht. Das alte Gebäude ist bereits verkauft, dort wird in absehbarer Zeit Architekt Steffen Wurster sein Büro einrichten.

Zwei Stellplätze in der Halle bietet das neue Gerätehaus. Platz ist demnach auch für den neuen Mannschaftstransportwagen, den die Bolander Wehr 2023 bekommen soll – so wie die Einheiten in Marnheim, Mörsfeld, Morschheim und Stetten. Unter anderem entstehen ein Gruppen- und Schulungsraum mit Teeküche, eine Werkstatt und geschlechtergetrennte Umkleiden und Duschen. Letzteres sei ganz besonders wichtig – denn „der Anteil der Kameradinnen nimmt zu“, wie Architekt Blanz weiß. In Bolanden sind es laut Juchem aktuell drei weibliche Einsatzkräfte. „Unisex-Kabinen wie früher gibt es im neuen Feuerwehrhaus nicht mehr“, sagt Blanz.

Geplant wird auch mit einer Wärmepumpe. Von Anfang an sei eine Gasheizung nicht unbedingt favorisiert worden, sagt Juchem. Die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt hätten endgültig den Ausschlag gegeben.

Bauzeit ungefähr ein Jahr

Kosten wird der Bau laut Blanz 1,878 Millionen Euro – Stand jetzt. Denn aufgrund der explosionsartig steigenden Preise im Baugewerbe lässt sich nicht abschätzen, was am Ende tatsächlich rauskommt. Das betonen Blanz und Juchem unisono. Ein Antrag auf Zuschüsse ist selbstredend gestellt. Dass auch einiges an Eigenleistung einfließen könne, beispielsweise beim Pflastern im Hof, das habe das Team der Feuerwehr schon signalisiert. Seit einigen Wochen, seit Volker Engel den Posten altersbedingt aufgegeben hat, ist Andreas Kapp Wehrführer in Bolanden.

Wenn alles glatt läuft, könne Baubeginn Anfang 2023 sein, prognostiziert Armin Juchem. Die Bauzeit schätzt er auf ein Jahr. Noch etwas Bedarf gibt es bei den Zufahrten: Der Feldweg, der vom neuen Standort direkt auf die Kreisstraße Richtung Weierhof führt, könnte ausgebaut werden. Und der Hauptzufahrtsweg – vom Rathaus kommend – ist nicht eben breit: Da werde es wohl ein einseitiges Halteverbot geben, kündigt der Ortsbürgermeister an.

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