WINNWEILER RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Lüftungsanlage für Wilhelm-Erb-Gymnasium

Das Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler.
Das Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler.

Ob es sinnvoll ist, in Zeiten der Corona-Pandemie nachträglich Lüftungsanlagen in bestehende Schulgebäude einzubauen, darüber streiten sich derzeit die Geister. Was das Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler angeht, ist die Entscheidung aber jetzt gefallen: Dort wird es eine solche Anlage nicht geben.

Vorausgegangen waren Überlegungen, das WEG im Rahmen der geplanten Sanierungsmaßnahmen entsprechend nachzurüsten. Den Überlegungen folgte allerdings schon bald die Ernüchterung auf dem Fuße: Gut zwei Millionen Euro an Kosten hatte ein Planungsbüro dafür ermittelt. Würde man alle Schulen in Trägerschaft des Kreises entsprechend nachrüsten, käme man auf insgesamt 24 Millionen Euro. Lediglich das Nordpfalzgymnasium, das als Passivhaus umgebaut wurde, hat eine solche Anlage schon.

Ursprünglich hatte die Landesregierung für solche Projekte einmal eine 80-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Allerdings hat das Land seine Förderrichtlinien mittlerweile überarbeitet und die zu erwartende Unterstützung bei 500.000 Euro gedeckelt. 1,5 Millionen müsste der Kreis demnach selbst aufbringen.

Angesichts dieser Sachlage hat sich der Kreisausschuss am Montag gegen eine solche Maßnahme entschieden, nicht zuletzt deshalb, weil zu erwarten wäre, dass sich bei einer anderen Entscheidung auch die restlichen Schulen in Kreisträgerschaft in die Warteschlange einreihen würden.

Landrat Guth will keinen Präzedenzfall

„Das ist schon im Einzelfall nicht leistbar, und als Präzedenzfall erst recht nicht“, kommentierte Landrat Rainer Guth, der außerdem darauf hinwies, dass der Kreis plant, in den kommenden fünf Jahren 43,3 Millionen Euro für seine Schulen auszugeben. Er betonte aber auch, dass die Entscheidung bei einer anderen Förderkulisse wohl positiv ausfallen würde. Denn dann hätte sich der Eigenanteil des Kreises auf 400.000 Euro reduziert. Mit seiner Einschätzung ist Guth nicht alleine: Auch die Klimaschutzbeauftragten des Kreises haben bereits abgeraten. Nach Abwägung des Für und Wider werde „aus energetischer und klimapolitischer Sicht ein Einbau nicht befürwortet“, heißt es.

Die Ausschussmitglieder schlossen sich mit großer Mehrheit (bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung) dieser Einschätzung an. Man war der Ansicht, es gebe ja bereits eine gute Möglichkeit, die Luftqualität zu verbessern: einfach die Fenster öffnen.

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