Donnersbergkreis Künstler setzt auf klare Kontraste

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ZELL. Kräftige Farben, klare Linien und Kontraste machen die Zeichnungen von Christos Tousis einzigartig. Und genau diese Charakteristiken wirken in dem dunklen, kühlen Weinkeller des Weinguts Wick in Zell doppelt stark auf den Betrachter. Am Freitag war Vernissage zum Auftakt des Oliandi-Festes.

Christos Tousis, der anfänglich nur Zeichnungen in Postkarten-Größe anfertigte, präsentiert im kühlen und dennoch behaglichen Weinkeller größere Zeichnungen. Obwohl er seinem Stil in jedem der Werke treu bleibt, ist doch keines wie das andere. „Orientierung“ zeigt eine Vielzahl kleiner grüner Fische. Auf den ersten Blick gleicht einer dem anderen, bei genauem Hinschauen sieht man jedoch, dass jeder individuell ist – mal minimal dicker, mal etwas größer. Einfache Konturen. Alle Fische schwimmen in die gleiche Richtung – außer einem Winzling, der sich entgegen der anderen Fische bewegt. Und er sticht ins Auge: Ein knalliges Orange prägt sein Schuppenbild. Aber keiner der grünen Wesen traut sich, die Richtung zu wechseln. Der Ausdruck „gegen den Strom schwimmen“ ist hier bildhaft umgesetzt. In Schwarzweiß gehalten ist die Zeichnung mit dem Titel „Harmonie“, die einen Saxophonisten zeigt. Das Besondere: Die Konturen entstehen durch viele Noten, die wild aneinandergereiht sind und dennoch eine gewisse Ordnung ergeben. Die hüpfenden Notenköpfe und -hälse verleihen dem Musiker Bewegung. Es scheint als poche in seinem Körper eine Melodie, die ihn lebendig wirken lässt. „Bibliothek“ zeigt ein Meer aus Büchern. Es ist ein Spiel mit kräftigen Farben, jeder Einband hat ein eigenes Muster, eine eigene Färbung. Mal gestreift, mal gepunktet, mal einfarbig. Alle Bücher zeigen sich dem Betrachter mit dem Buchrücken, alle sind geöffnet, bereit, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Auf einem weiteren Exponat ist ein Lampenbaum zu sehen. Auf den ersten Blick wirken die bunten, runden Anhängsel an den Zweigen wie reife Früchte. Doch bei genauer Betrachtung handelt es sich nicht um etwas Pflanzliches – vielmehr hängen verschiedenfarbige Lampenschirme daran. Im Hintergrund ein warmes Orange, dass in Höhe der Leuchtkörper zu einem Weiß ausläuft. Durch dieses Farbspiel scheint es, als seien die Lampen angeschaltet. Ein starkes Spiel aus optischer Täuschung und satten Farben. Eine ähnliche Wechselwirkung entsteht im Weinkeller insgesamt: Dunkel und kühl vom Ambiente, die auf den Weinfässern ausgestellten Werke Tousis werden aber jeweils mit einer eigenen Lampe beleuchtet. Der Kontrast setzt jedes Bild individuell in Szene und bringt die kräftigen Farbtöne umso mehr zu Geltung. Dazu passend gibt es griechische Musik der Künstlerin Arleta, die mit sanften Klängen und zarter Stimme dazu einlädt, sich in den Bildern zu verlieren. Ein tolles Zusammenspiel! „Wir machen Europa für die Menschen“: Mit diesen Worten begrüßte der Kurator und Mitveranstalter des Oliandi-Festes, Thomas Fuhlrott, die Gäste der Vernissage. Und mit Europa meine er nicht „die Politik“, sondern den persönlichen Austausch, der sich wie in Zell durch den Kontakt mit Menschen aus verschiedenen Ländern der Union ergebe. Feine Lebensmittel – wie etwa das Olivenöl oder der Wein – und die Kunst ermögliche es den Menschen, sich besser kennenzulernen. Neben den bunten Werken des Künstlers, der sich rege mit den Besuchern austauschte, machten die abgespielten Videodokumentationen Fuhlrotts die Ausstellung ein Stück persönlicher. Mal Nahaufnahmen von den Stiften, mal der Künstler bei seiner Arbeit – man bekam einen Einblick in das Schaffen und konnte die Werke so besser verinnerlichen. Das In-Kontakt-Treten ist auch auf einem der Zeichnungen verewigt: Als „Online“ betitelt, zeigt sie einen Telefonapparat aus früherer Zeit, bei dem zum Wählen noch die Drehscheibe betätigt werden muss. Der Hörer besteht aus einem Mund und einem Ohr und zeigt so die Synthese zwischen Sprecher und Hörer. „Das Paradies ist jetzt“: Unter dieses Motto hatte Gastgeber Jochen Wick die Veranstaltung gestellt. Und wer sich beim Betrachten der Werke in den kräftigen Farben verlor, der spürte dieses Paradies tatsächlich am eigenen Körper.

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