Donnersbergkreis „Jesus ist der Hammer“

Reife Leistung: Beim Weihnachtsmusical von Chara haben die jungen Darsteller das Publikum in der voll besetzten Gerbacher Appelt
Reife Leistung: Beim Weihnachtsmusical von Chara haben die jungen Darsteller das Publikum in der voll besetzten Gerbacher Appeltalhalle sowohl musikalisch als auch mit ihrer schauspielerischen Leistung begeistert.

Pünktlich zum ersten Schnee dieses Winters präsentierten „Chara Kids & Youth“ am dritten Adventssonntag ihr Weihnachtsmusical „Wir folgen dem Stern“ in der proppenvollen Gerbacher Appeltalhalle. Die insgesamt über 70 ehrenamtlichen Akteure ernteten für ihre musikalische und schauspielerische Darbietung zurecht begeisterten Applaus.

Nach persönlichem Handschlag am Eingang und der Begrüßung durch Moderator Stephan Wesely startete das Musical „Wir folgen dem Stern“. Dieses erzählt die Geschichte der Geburt Jesu und beginnt mit den drei Weisen aus dem Morgenland (Tobit Gries, Samuel Tussing, Jakob Höning), die sich nicht ganz einig sind, ob sie dem Stern von Bethlehem am Firmament folgen sollen. Schließlich weist das Gestirn Richtung Wüste und dahinter befindet sich das Territorium der Römer, mit denen die Weisen „nicht ganz so gut können“. In ihrem Lied „Grenzen überwinden“ einigen sich die drei dann doch darauf, sich auf den Weg zu machen. „Das ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, mir endlich ein neues Kamel zuzulegen. Mit ein paar PS mehr, Sitzheizung und tiefergelegt“, freut sich einer. Doch nicht nur die Sterndeuter samt ihren Kamelen (Thomas Tussing, Dennis Gries, Stephan Wesely) machen sich auf den Weg nach Bethlehem: Auch drei verschlagene Räuber (Daniel Gries, Emilia Gentina, Chiara Tussing) haben den „Hammer-Stern“ bemerkt und beschließen kurzerhand: „Wir folgen dem Stern“ (gesungen von Daniel Gries sowie den Erzählerinnen Jana Höning und Sophie Fröhlich). Allen Widrigkeiten, die in der Wüste lauern, zum Trotz – wunderbar dargestellt von 14 Akteuren mit dem „Tanz der Gefahren“ – erreichen die Sterndeuter den Marktplatz in Jerusalem, wo eine Verkäuferin (Annabelle Tremel) neben Orangen und Sardellen auch Fladenbrot aus „ökologisch angebautem Dinkel“ offeriert. Hier erfahren die Zuschauer von einer Reihe von Marktbesuchern, um welch egoistischen Betrüger es sich bei König Herodes handelt. Auch im Lied „Am Hof des Königs“ (Ruby Hassan, Pia Sandhäger, Pauline Sandhäger) wird vor dem fiesen Herrscher gewarnt. Dass seine strengen Gesetze eingehalten werden, dafür sorgen seine Soldaten (Dominik Gasior, David Owei, Maikel Greece, Joel Müller) mit harter Hand, von elf Kindern und Jugendlichen im „Tanz der Soldaten“. König Herodes (Viktor Schäfer) gezeigt. „Herr Odes“ – wie ihn einer der drei Weisen nennt – und seine Berater (Leonie Wagner, Yannik Guckeisen) können kaum fassen, dass in Bethlehem, „diesem Provinznest, wo nichts los ist“, der gütige König Jesus geboren worden sein soll. Doch wie im Lied „Du, Bethlehem“ (Cyrollos Nashed, Jon Greece, Maikel Greece, Leonard Gentina, Raphael Gries, Annalena Schläfer) festgestellt wird: „Klein zu sein, heißt nicht, dass man bei Gott nur wenig zählt.“ Vor dem Stall in Bethlehem angelangt, berichten die Hirtenkinder (Leonard Gentina, Raphael Gries, Amina Hassan, Sophie Lorenz) den Sterndeutern, dass „hier der versprochene Retter zur Welt gekommen ist“ und im Lied „Kommt zur Krippe“ (Hanna Seltmann, Isabelle Scheuermann, Patrick Sandhäger) werden sie eingeladen, das Neugeborene zu besuchen. Dort legen die drei ihre Gaben vor dem Kind sowie seinen Eltern Maria (Annalena Schläfer) und Josef (Afraem Nashed) nieder: Weihrauch, Myrrhe und Gold. Denn „Gold geht immer, sagt meine Frau“, so der Weise mit der Liebe zu PS-starken Kamelen – der seines zuvor auf dem Markt selbstlos verkauft hat, um der Familie und dem Heiland wirtschaftliche Sicherheit zu gewährleisten; getreu dem folgenden Lied „Das Beste für Jesus“ (Tabitha Wesely, Leonie Wagner, Annabelle Tremel). Auf dem Heimweg werden die Weisen von den Räubern belauscht: Wenn nun dieser Stern der Hammer ist und Jesus auch, dann muss der Stern wohl Jesus heißen. Und so endet das imposant inszenierte Musical mit dem Lied „Jesus ist der Hammer“ (Emilia Gentina, Chiara Tussing). Der frenetisch geforderten Zugabe kamen die Darsteller in Form einer Kombination der Songs „Kommt zur Krippe“ und „Jesus ist der Hammer“ bereitwillig nach. „So viele Akteure unter einen Hut zu bekommen und dann etwas so Beeindruckendes aufzuführen, ist schon außergewöhnlich“, brachte ein Zuschauer den Tenor im Publikum treffend auf den Punkt. Moderator Stephan Wesely betonte, dass eine Zeit angebrochen sei, „in der es nicht mehr so wichtig ist, ob man Protestant oder Katholik, Kopte oder Ungläubiger oder – und da werden mir wohl manche widersprechen – Pfälzer oder Saarländer ist“. Er erinnerte gerade zur Weihnachtszeit daran, dass ein friedliches Miteinander das wertvollste Geschenk ist – obgleich es vielleicht zu groß sein mag, um unter dem reichlich geschmückten Tannenbaum Platz zu finden. Mit musikalischen und schauspielerischen Glanzleistungen gelang es den Mitwirkenden – von ganz klein bis zum jungen Erwachsenen – kombiniert mit der richtigen Portion noch einmal klar zu machen, worum es beim Fest der Liebe tatsächlich geht. Weselys Dank galt allen Beteiligten, auch denen, die nicht im Rampenlicht standen: der Regie (Michaela Wesely, Julia Sandhäger), der elfköpfigen Live-Band unter Leitung von Evi Seltmann und Joachim Seltmann, dem riesigen Chor mit 50 Sängerinnen und Sängern, der Technik (Bibo Abdelnor, Jannik Fröhlich, Mathias Schückler, Jonathan Seltmann) sowie der Requisite, Mitarbeit, Fotos und Videodokumentation (Petra Gries, Concetta Tussing, Leo Höning, Kian Neuhof, Lukas Bähr und Hendrik von Hagen).

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