Donnersbergkreis Investition in die Bürger

Fahrzeug-Übergabe bei der Stützpunktwehr Winnweiler (von links): Landrat Rainer Guth, VG-Wehrleiter Christian Füller, Verbandsbü
Fahrzeug-Übergabe bei der Stützpunktwehr Winnweiler (von links): Landrat Rainer Guth, VG-Wehrleiter Christian Füller, Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob und Michael Höhn von der Herstellerfirma Magirus.

Zwei neue Fahrzeuge hat die Verbandsgemeinde Winnweiler als Träger des Brandschutzes und der technischen Hilfe in Dienst gestellt: ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20/20 für 375.000 Euro und einen Mannschaftstransportfahrzeug (MTW) für 42.000 Euro. Beide Wagen sind bei der Winnweilerer Stützpunktwehr angesiedelt. Sie ersetzen in die Jahre gekommene Fahrzeuge, die aber noch anderweitig Verwendung finden.

Zur offiziellen Übergabe hat Verbandsbürgermeister Rudolf Jacob neben zahlreichen Wehrleuten aus der VG auch Angehörige der auf der US-Siedlung Heuberg stationierten Berufsfeuerwehr begrüßt. Jacob dankte den am Kauf der Fahrzeuge beteiligten Gremien. Für das HLF 20/20 hat die VG als Träger der Maßnahme Zuschüsse vom Land (77.000 Euro) und dem Kreis (55.000 Euro) erhalten. Am MTW hat sich das Land mit 13.000 Euro beteiligt, eine weitere Förderung erhofft sich die VG beim Kreis. Im Vorfeld der Anschaffungen hatte die Winnweilerer Verwaltung Unterstützung der rheinland-pfälzischen Kommunalberatung in Anspruch genommen, die ein entsprechendes Leistungsverzeichnis erstellt und die Ausschreibung übernommen hat. Jacob betonte, bei den Käufen handele es sich nicht um eine Investition in die Feuerwehr, sondern in die Sicherheit der Menschen in unserer Region. Die „Schlagkraft“ der ehrenamtlich tätigen Wehren werde so gestärkt. Diese könnten auf Dauer nur erhalten werden, wenn neben Personal auch qualifizierte Gerätschaften zur Verfügung stünden. VG-Wehrleiter Christian Füllert ergänzte, die neuen Fahrzeuge seien keine Ergebnisse eines „Wunschkonzerts“, sondern beträfen Grundausstattungen Der MTW hat eine doppelte Funktion. Es kann sowohl Personal zum Einsatzort bringen als auch – zumindest in geringen Mengen – benötigtes Material befördern. Das HLF wird als Führungsfahrzeug sowohl bei Brandeinsätzen als auch bei technischer Hilfe eingesetzt. Mitgeführt werden 2000 Liter Löschwasser und 120 Liter Schaummittel – Letzteres wird dem Löschwasser mittels eines eingebautes Zumischsystems zugeführt. Die Pumpe befördert pro Minute 2000 Liter Wasser. Ausgestattet ist das Fahrzeug zudem mit einer Seilwinde, vier Pressluftatmern in der Mannschaftskabine und drei Wärmebildkameras. Das HLF ersetzt zwei Fahrzeuge, die ebenfalls in Winnweiler stationiert waren. Einerseits einen wasserführenden, geländegängigen Unimog, der nun der Ortsfeuerwehr Steinbach als Löschfahrzeug zur Verfügung gestellt wird. Dies sei ein erster Schritt in Richtung Spezialisierung der Ortswehren, so Füllert. Beim zweiten Fahrzeug handelt es sich ebenfalls um einen Unimog, der in den Besitz des Landkreises übergeht und für Umwelteinsätze umgerüstet wird. Beide Fahrzeuge seien für die Feuerwehr eine wichtige technische Unterstützung, betonte Landrat Rainer Guth. Vor allem das HLF sei vielseitig einsetzbar und von großer Bedeutung für die VG Winnweiler. Guth verwies ferner auf die Notwendigkeit der Weiterbildung im Feuerwehr- und Brandschutzwesen mit der Vielzahl technischer Hilfen, um auf dem neusten Stand der Technik zu sein. So müsse das Land mehr Lehrgänge anbieten – derzeit würden etwa die Hälfte der Anmeldungen für Lehrgänge abgelehnt, weil die Kurse voll seien. Die ehrenamtlichen Wehrleute hätten aber aufgrund ihrer großen Verantwortung einen Anspruch auf einen entsprechenden Bildungsstand. Von gut angelegtem Geld, das zudem der Bevölkerung zugute komme, sprach Michael Höhn, Vertriebsbeauftragter der Herstellerfirma Magirus. Auf die Dauer von 25 Jahren gerechnet handele es sich auch um eine wirtschaftliche Investition. Die Indienststellung begleitet haben auch die Pfarrer Walter Fuhrmann (katholische Kirchengemeinde) und Friedrich Schmidt (protestantische Kirchengemeinde). Sie betonten, es gelte denen beizustehen, die in Not sind – aber auch denen Schutz zu bieten, die anderer Menschen zu Hilfe kommen.

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